21. September 2023

Die echten Namen der Waffen aus Modern Warfare II 2022

Hallo und damit herzlich Willkommen zu einem Post aus der Kategorie 'besser spät als nie'. Und zwar habe ich aus irgendeinem Grund komplett vergessen auch einen Beitrag über die echten Namen der Waffen aus Call of Duty Modernwarfare 2 zu schreiben, auch bekannt als Modernwarfare II oder Modernwarfare II reboot oder auch Warzone 2.0.


X12 ist eine Glock 17 MOS

X13 Auto ist eine Glock 18

P890 ist eine SIG-Sauer P220

9mm Daemon ist eine M1911 Version (STI Staccato P)

.50 GS ist eine Desert Eagle

Basilisk ist ein S&W Model 500

FTAC Siege ist eine Mischung aus Tec-9 und KG-9


Lachmann Sub ist eine MP5A5

VEL 46 ist eine Mischung aus MP7 und ST Kinetics CPW

BAS-P ist eine SIG MPX

MX9 ist eine AUG A3 9mm SX

ISO 45 ist eine Brügger & Thomet APC45

Fennec 45 ist eine Kriss Vector

PDSW 528 ist eine Mischung aus P90 und Magpul PDR

FFS Hurricane ist eine AR-57

Minibak ist eine PP-19 Bizon

Vaznev-9K ist eine PP-19-01 Vityaz


Lockwood 300 ist eine Citory 725

Bryson 800 ist eine Mossberg 590

Bryson 890 ist eine Mossberg 590M

Expedite 12. ist eine Benelli M4 Super 90

KV Broadside ist eine Molot Vepr-12

MX Guardian ist eine Tavor TS-12


M4 ist eine Mk.18 Mod 2

M16 ist eine M16A4

FTac Recon ist eine AR-15 in .458 SOCOM

FR Avancer ist eine FAMAS Valorisé (FELIN)

STB 556 ist eine AUG A3

Kastov-74u ist eine AKS-74U

Kastov 762 ist eine AK-103

Kastov 545 ist eine AK-105

ISO Hemlock ist eine APC556

M13B ist ein SIG MCX Virtus

M13C ist ein SIG MCX Virtus in .300 BLK

Chimera ist eine Honey Badger

Tempus Razorback ist eine Mischung aus VHS-2 und MSBS Grot B

TAQ-56 ist eine SCAR-L / Mk.16 Mod 0

TAQ-V ist eine SCAR-H / Mk.17 Mod 0

TAQ-M ist eine SCAR-17S

Lachmann-556 ist ein HK33

Lachmann-762 ist ein HK91A2 / G3A3

SO-14 ist eine M1A im SOCOM CQB Schaft

EBR-14 ist eine M21 im Sage EBR Schaft

Cronen Squall ist eine LoneStar Rm277


HCR 56 ist ein AUG HBAR

556 Icarus ist eine Ares Shrike

SAKIN MG38. ist eine Negev NG7

RAPP H ist eine HK21

RPK ist eine RPKN

RAAL MG ist eine SIG MG 338


LM-S ist ein HK SR9

Tempus Torrent ist ein SR-25

Carrack .300 ist eine Walther WA-2000

Lockwood Mk2 ist eine Marlin Model 336

SP-R 208 ist ein M24 SWS

SA-B 50 ist ein Remington M700

LA-B 330 ist eine Remington Mk13 Mod 0

SP-X 80 ist eine M2010 ESR

MCPR-300 ist eine Barett MRAD

FJX Imperium ist eine M200 Intervention

Signal 50 ist eine Gepard GM6 Lynx

Victus XMR ist eine AW50


SPW 40mm ist ein LTM 203

Hellscream 40mm ist ein FN 40GL

KL40-M2 ist eine GP-25

REV G-80 ist ein Milkor MSGL


RPG-7 ist richtig

PILA ist eine SA-25 9K333 Verba

STRELA-P ist ein Carl Gustav M4

JOKR ist eine FGM-148 Javelin 


So das wars, ich denke dass sich so kurz vor dem Start von MWIII nicht mehr so viel ändert wird.

15. September 2023

Die echten Namen der Waffen aus Modern Warfare 3 2023

 Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Post von mir zu den Themen Waffen und Call of Duty. 

Leider haben sich die Entwickler auch dieses Jahr wieder dafür entschieden den Waffen in neusten Teil der Modern Warfare Serie Fantasienamen zu geben aber dafür gibt es ja mich, damit ich euch die echten Namen der jeweiligen Feuerwaffen verrate.

  • X21 ist eine Glock 21
  • Raffica ist eine Beretta 93R
  • WSP-9 ist eine Uzi
  • Scorpion Evo 3 ist der richtige Name
  • Holger-556 ist ein G36
  • Draekur-556 ist eine CZ 805 Bren
  • MCW ist eine Bushmaster ACR
  • BAS-B ist ein SIG MCX Spear
  • MTZ-762 ist eine CZ Bren 2
Soweit der Stand der Dinge am 15.09.2023. Wenn sich was ändert, werde ich den Post entsprechend anpassen.

7. September 2023

Die Geschichte der 7.62 AK Kalaschnikow

Hallo alle zusammen, heute gibt es mal wieder die Gesichte einer Waffen und zwar die der 7.62 AK, also jener Waffe, welche oft fälschlicherweise als AK-47 bezeichnet wird. Aber los gehts.

Avtomat MichTim, AK-46 und  AK-47

Nachdem Michail Kalaschnikows Selbstladegewehr abgelehnt worden war, beschäftigt er sich mit der Entwicklung eines Avtomaten für die Patrone 7,62 x 41 mm M43. Seine Zeichnungen für den Avtomat Michtim reicht er bei der Prüfkommission ein und erhielt daraufhin Unterstützung in Form eines eigenen Konstruktionsbüros. Mit dessen Hilfe verwirklichte er seinen Avtomaten in Form der AK-46, aus Angst die harten Umwelttests nicht zu bestehen, ändert er das Gassystem und entwickelt die Waffe zur AK-47 weiter. 1948 wird die Hülse der Patrone M43 von 41 mm auf 39 mm Länge gekürzt wofür eine angepasste Waffe, die AK-48 geschaffen wird. Gleichzeitig fließen einige neuen Ideen mit in die neue Waffe ein, da sich einige davon jedoch nicht bewähren und die Zeit knapp wurde, wird eine alte AK-47 für die neue Patrone umgekammert und für die finalen Tests eingereicht.

Überraschend geht die AK-47 als Siegerin aus den Tests hervor und die Einführung in die Sowjetarmee wird 1948 empfohlen. Nach ein paar Änderungen wird die Waffe offiziell als 7,62 AK unter dem GAU Index 56-A212 in die Sowjet Armee eingeführt. Die wichtigste Änderung ist der Wegfall der Mündungsbremse.

AK

Das hintere Waffengehäuse der AK besteht aus Blech, das vordere aus einem massiven Schildzapfen welcher offen liegt. Die AK ist relativ leicht an zwei horizontal zu einander stehenden Nieten über dem Magazinschloss zu erkennen. Da die Fabriken Izhmech Nr.524 und Izhevsk Nr.74, in welchen die AK produziert wurde, keine Erfahrung mit blechverformenden Verfahren hatten, gab es bei den Waffengehäusen eine Menge Ausschuss, welcher bis zu 50% betragen konnte.

AK-49

Um den hohen Ausschuss und die damit verbundenen hohen Kosten zu senken wurde von Kharow einem Mitarbeiter des Konstruktionsbüros Kalaschnikow ein neues Waffengehäuse entworfen, welches aus einem massiven Block Stahl gefräst wurde. AK-49 gelten als stabiler und langlebiger, jedoch gab es Probleme mit der Anbringung der Schulterstütze an dem neuen Gehäuse. AK-49 sind leicht an einem Sparschnitt zu erkennen, welcher parallel zur oberen Kante des Waffengehäuses verläuft. Zudem besitzen Schaft und Pistolengriff Übergangsmanschetten. Intern wurden AKs mit dem neuen Gehäuse AK-49 genannt, die Sowjetarmee bezeichnete die Waffen jedoch weiter nur als AK.

AK-53

Um eine bessere Anbringung für den Schaft zu finden, wurde das Gehäuse der AK-49 von der Fabrik Izhevsk verbessert. AK-53 sind leicht daran zu erkennen, das der Sparschnitt jetzt parallel zur unteren Gehäusekante verläuft. Zudem besitzt jetzt nur noch der Pistolengriff eine Übergangsmanschette. Die Waffe wird intern AK-53 genannt, die Sowjetarmee bezeichnete die Waffen jedoch ebenfalls weiterhin nur als AK.

Die AK-53 ist die Version der AK, welche als erstes in größeren Stückzahlen exportiert wurde und von der auch Lizenzen an andere Länder vergeben wurden.

  • Bulgarien fertigt die AK-53 als AKK
  • China fertigt die AK-53 als Typ 56 gefräst früh
  • Nord-Korea fertig die AK-53 als Typ 58
  • Die DDR fertigte die AK-53 als MPi-K
  • Ungarn fertigte die AK-53 als AK-55
  • Polen fertigste die AK-53 als KbK AK
  • Jugoslawien fertigte die AK-53 als M64

Weiterentwicklung

Da das aus dem Vollen gefräste Gehäuse der AK auf lange Sicht zu teuer wurde und man sich zudem von der Trinität aus AK, SKS und RPD verabschieden wollte. Wurde 1959 die AK zur AKM weiterentwickelt.

Name

Aufgrund eines Missverständnisses eines CIA-Agenten, welcher die AK während des ungarischen Volksaufstandes das erste Mal für den Westen beschrieb, weicht die übliche Namensgebung in europäischer und amerikanischer Literatur teilweise stark ab.

  • Die AK wird als AK-47 Typ I bezeichnet
  • Die AK-49 als AK-47 Typ II
  • Die AK-53 als AK-47 Typ III

Der Text erschien erstmals am 16. September 2020 als Artikel AK im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

6. September 2023

Wissenschaftliche Benennung von Ladezuständen bei Feuerwaffen

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag zum Thema Waffen. Dieses mal erkläre ich euch, wie man den Ladezustand einer Waffe wissenschaftlich und damit eindeutig benennt.

Vereinfachte Ladeangeben bei Mehrladern

Im militärischen und behördlichen Bereich wird meist eine für Endbenutzer leicht verständliche vereinfachte Sprache im Bezug auf den Ladezustand verwendet. Welche folgende Ladezustände bei Waffen des Mehrlader-Types kennt.

teilgeladen: Die Patronenkammer der Waffe ist leer, es befindet sich jedoch ein geladenes Magazin an der Waffe.

fertiggeladen: Es befindet sich eine Patrone in der Patronenkammer der Waffe, weitere Patronen befinden sich im Magazin.

teilentladen: Es befindet sich noch eine Patrone in der Patronenkammer, das Magazin wurde jedoch bereits entfernt.

entladen: Die Waffe ist leer, ein ebenfalls leeres Magazin befindet sich jedoch an der Waffe.

vollständig entladen: Die Waffe ist leer, ein Magazin befindet sich nicht im Magazinschloss der Waffe.

Feuerbereitschaft ist bei einer herkömmlichen Feuerwaffe nur bei den Zuständen fertiggeladen und teilentladen gegeben.

Spezifische Ladeangabe nach dem P/M-System

Für Mehrlader

Das P/M System wurde von Simon Stolle entwickelt, um möglichst präzise Angaben zu Ladezuständen machen zu können, die sich von Fachleuten schnell lesen lassen. Dabei werden bei Mehrladern zwei Buchstaben verwendet, einmal P für Patronenlager und M für Magazin. Die dahinter stehende Zahl gibt die Anzahl der drin befindlichen Patronen an. Ist die Anzahl unbekannt, wird ein kleines x verwendet. Für Hülsen eine kleines ü.

P0: Die Waffe ist leer und es ist kein Magazin angesteckt.

P0 M0: Die Waffe ist leer, es befindet sich ein leeres Magazin an der Waffe.

P0 M15: Das Patronenlager ist leer, es befindet sich ein Magazin mit 15 Patronen an der Waffe.

P1 M14: Im Patronenlager der Waffe ist nun eine Patrone. Zudem ist ein Magazin mit noch 14 Patronen in der Waffe.

P1 : Im Patronenlager der Waffe ist immer noch eine Patrone, auch wenn nun kein Magazin mehr in der Waffe ist.

Feuerbereitschaft besteht nur bei einem P1 Zustand, unabhängig vom Magazin.

Für Mehrlinge

Waffen des Typ-Mehrling besitzen mehrere Läufe und somit auch mehrere Patronenkammern, diese werden, vom Schützen aus gesehen, von links nach Rechts und von oben nach unten alphabetisch mit Kleinbuchstaben bezeichnet. Hier das Beispiel einer Querflinte.

Pa0 Pb0: Beide Patronenlager der Flinte sind leer.

Pa1 Pb0: Das linke Patronenlager wurde geladen.

Pa1 Pb1: Beide Patronenlager sind geladen.

Paü Pb1: Aus dem linken Patronenlager wurde geschossen, es verbleibt eine Hülse. Das rechte ist noch geladen.

Pa0 Pb0: Die Hülse sowie die frische Patrone wurden entfernt, die Waffe ist wieder leer.

Feuerbereitschaft bestand bei allen Zuständen außer Pa0 Pb0.

Für Transporter

Transporterwaffen verfügen über mehrere Patronenlager, welcher durch Bewegung nach und nach in Abschlussposition gebracht werden. Dabei werden die einzelnen Lager alphabetisch in Drehrichtung vom Schützen aus nummeriert. Zudem wird die Position der Kammer angegeben. Die einfachste Methode ist hierbei nie Nennung der Position mit einem griechischen Buchstaben. Alternativ können die Angaben auch in Grad oder Uhr gemacht und entsprechend gerundet werden. Wichtig zu beachten ist, dass die Kammern bei der Schussfolge rotieren und deswegen die Kammern a-f ihre Position α-ζ wechseln. Hier ein Beispiel für einen sechsschüssigen Trommelrevolver.

Pa0/α Pb0/β Pc0/γ Pd0/δ Pe0/ε Pf0/ζ: Die Waffe ist komplett leer, kein Lager ist gefüllt. α bildet die Kammer.

Pa0/α Pb0/β Pc1/γ Pd1/δ Pe1/ε Pf0/ζ: Die Lager c und d wurden geladen.

Pb0/α Pc1/β Pd1/γ Pe0/δ Pf1/ε Pa0/ζ: Die Trommel wurde um eine Position gedreht, das Lager c rückt auf Position β.

Pc1/α Pd1/β Pe0/γ Pf0/δ Pa1/ε Pb0/ζ: Beim Spannen des Hahn, rückt Lager c auf Position α vor und wird damit zur Kammer.

Pcü/α Pd1/β Pe0/γ Pf0/δ Pa1/ε Pb0/ζ: Ein Schuss wurde abgegeben, in Kammer c befindet sich nun einen leere Hülse.

Pdü/α Pe0/β Pf0/γ Pa0/δ Pb1/ε Pcü/ζ: Per Spannabzug wurde ein weiterer Schuss abgegeben, in c und d sind leere Hülsen.

Zu bedenke ist dabei, dass die meistern modernen Revolver, vor dem Schuss, beim spannen des Hahn oder beim Abkrümmen eines Spannabzuges, ihre Trommel rotieren und so die Patronenlager ihre Position wechseln, will man einen Schuss abgaben, so muss die Patrone nicht in die Patronenkammer α, sondern in das Patronenlager β gelegt werden.

Für Stapler

Stapler sind Waffen, bei denen sich die Ladungen hintereinander im Lauf befinden, dabei erhält jede Ladung eine lateinischen Kleinbuchstaben, abgezählt nach ihrer Abschussreihenfolge. Zu beachten ist, dass man bauartbedingt bei Laden die letzte Kammer als erstes Lädt und die vorderste Kammer als erstes abfeuert. Zudem hinterlassen Stapler in der Regel keine Hülsen.

Pa0 Pb0 Pc0 Pd0 Pe0: Die Waffe ist leer.

Pa0 Pb0 Pc0 Pd0 Pe1: Eine erste Ladung wurde in die Waffe geladen.

Pa1 Pb1 Pc1 Pd1 Pe1: Die Waffe ist komplett geladen.

Pa0 Pb1 Pc1 Pd1 Pe1: Ein erster Schuss wurde abgegeben, die Kammer a ist nun leer und wird Ladung b als Lauf dienen.

Pa0 Pb0 Pc0 Pd0 Pe0: Die Waffe wurde leer geschossen, die letzten Ladung e hat die Brennkammern von a bis d als Lauf durchquert.

US-Amerikanische Conditions

Im englischen Sprachraum verwendet man oft die Conditions (dt. Zustände) dabei wird jedoch neben dem Ladezustand auch Bezug auf die den Sicherungszustand sowie auf den Spannzustand der Zündeinrichtung genommen. Die Conditions sind von 0 bis 4 nummeriert, wobei 0 für die schnellste Feuerbereitschaft steht.

Condition Four: Die Kammer ist leer, es ist kein Magazin eingeschoben, Sicherung ist ein, die Zündeinrichtung nicht gespannt. (P0)

Condition Three: Die Kammer ist leer, es ist ein Magazin eingeschoben, Sicherung ist ein, die Zündeinrichtung nicht gespannt. (P0 Mx)

Condition Two: Die Kammer ist voll, es ist ein Magazin eingeschoben, Sicherung ist ein, die Zündeinrichtung nicht gespannt. (P1 Mx)

Condition One: Die Kammer ist voll, es ist ein Magazin eingeschoben, Sicherung ist ein, die Zündeinrichtung gespannt. (P1 Mx)

Condition Zero: Die Kammer ist voll, es ist ein Magazin eingeschoben, Sicherung ist aus, die Zündeinrichtung gespannt. (P1 Mx)

Feuerbereitschaft ist nur bei Condition Zero gegeben. Die Condition Two entspricht dem behördlichen Lock and Load (dt. geladen und gesichert).

Der Text erschien erstmals am 12. Juli 2023 als Artikel Ladezustand im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

30. August 2023

Wissenschaftliche Einteilung mehrschüssiger Feuerwaffen

Hallo alle zusammen, heute beschäftigen wir uns mal mit dem Thema mehrschüssige Feuerwaffen, also allen Waffen, welche heiße Gase dazu verwenden, einem Projektil Geschwindigkeit und Richtung zu geben.

Die Einteilung ist extrem wichtig, da es immer wieder zu Fehlern in der Waffenkunde kommt, wenn man vorher nicht sauber die einzelnen Arten sauber unterteilt, auf welchen eine Mehrschüssigkeit überhaupt erst erreicht werden kann.

Aber vorher noch ein paar Worte zu nicht mehrschüssigen Feuerwaffen, welche aber neu beladen werden können, den Einzelladern

Einzellader

Ein Einzellader kann nur einen Schuss aus ein und dem selben Lauf abgeben, bevor er nachgeladen werden muss. Bei Einzelladern ist vor allem die Laderichtung wichtig, hier gibt es:

  • Vorderlader, hier wird die Ladung von der Mündung aus in die Waffe geladen. Heute findet sich dieses Prinzip noch bei Mörsern und russischen Granatgeräten wie dem GP-25.
  • Hinterlader, hier wird die Ladung von hinten in die Kammer eingebracht. Heute findet man als Einzellader ausgeführte Hinterlader zb. bei Granatgewehren wie dem M79.

Mehrlader

Ein Mehrlader ist dazu in der Lage seine Patronenkammer mit einem frischen Ladung zu bestücken, ohne das der Schütze Teile der Ladung oder eine Einheitspatrone mit der bloßen Hand berühren muss. Mehrlader werden anhand des Grades der Automatisierung kategorisiert.

Mehrlader auch Repetierer, hier muss der Schütze von Hand einen Mechanismus bedienen. Dieser entfernt Reste der Ladung oder die Patronenhülse und führt dann eine frische Ladung in die Patronenkammer der Waffe ein. Heute arbeiten noch viele Scharfschützengewehre wie das Remington 700 oder Vorderscharfrepetierflinten wie die Remington 870 nach diesem Prinzip.

Selbstlader, hier wird der Rückstoß, Rückdruck oder Gasdruck der Ladung genutzt, um den Ladevorgang durchzuführen. Heute arbeiten vor allem Pistolen wie die Glock 17 nach diesem Prinzip, welches aber aktuell auch vermehr bei Scharfschützengewehren und Einsatzfliten Verwendung findet.

Schnellfeuerwaffen, zwar gibt es auch Schnellfeuerwaffen die nicht zu den Mehrladern zählen, aber eine Mehrladerschellfeuerwaffe erkennt man daran, dass diese eine Patronenkammer immer wieder neu Belädt, solange der Schusszyklus anhält. Heute zählen Sturmgewehr, Maschinenpistole und Leichtes Maschinengewehr zu den wichtigsten Schnellfeuerwaffen. 

Nachteile

Der Nachteil der Mehrlader besteht in der komplizierten Mechanik, welche für den Transport der Ladungen verantwortlich ist. Ist diese Mechanik gestört, wird die Schussfolge unterbrochen und kann erst dann wieder fortgesetzt werden, wenn die sogenannte Ladehemmung behoben wurde. Da immer das selbe Patronenlager beschossen wird, neigen Mehrlader zur Überhitzung. Dies wurde jedoch durch Patronenmunition teilweise gelöst, da die Hülse einen Teil der aufkommenden Hitze aufnimmt und diese mir ihrem Auswurf aus der Waffe entfernt. Ein weiteres Problem ist, dass durch das öffnen des Patronenlager nach hinten während des Ladevorgang, Dreck in die Waffe gelangen kann, was zu Störungen führen kann.

Transporter

Bei Transportern wird nicht eine und das selbe Patronenlager immer wieder mit frischen Ladungen bestückt, sondern mehrere vorher geladene Patronenlager werden bewegt. Dabei unterteilt man die Gruppe der Transporter nach der Art und Weise dieses Transports der Lager.

Wechselkammer, die Kammer lässt sich komplett aus der Waffe entnehmen. So kann der Schütze nach dem Schuss eine neue Kammer in die Waffe einsetzten. Diese Art der Transporter ist heute nicht mehr üblich.

Patronenblock, die Waffe enthält einen beweglichen Block, in dem sich mehrere Patronenkammern befinden. Bei der Schussfolge wird dieser Block so bewegt, dass nach jedem Schuss eine Kammer mit einer frischen Ladung vor dem lauf liegt. Als einzige Transporter haben die Trommel-Revolver bis heute überlebt.

Laufblock, diese Waffen haben mehrere Läufe von denen alle vorher beladen wurden. Bei der Schussfolge wird der Laufblock so bewegt, dass immer ein Lauf mit frischer Ladung in Abschussposition transportiert wird. Laufblockwaffen überschneiden sich mit den Mehrlingen.

Transporter werden weiter unterteilt nach der Art ihres Transports.

  • Handtransporter, hier muss der Schütze nach jedem Schuss den Patronenblock oder das Laufbündel von Hand in Abschussposition bewegen.
  • Hahntransport mit Einfachem Abzug (eng. Single Action), durch einen Mechanismus wird jedes mal der Patronenblock oder das Laufbündel transportiert, wenn der Schütze den Hahn spannt. Heute findet man diese Art nur noch bei sehr starken Magnum Revolvern.
  • Spanntransport mit Spannabzug (eng. Double Action), durch das abkrümmen des Abzuges wird gleichzeitig der Patronenblock oder das Laufbündes transportiert. Heute ist diese Art bei Revolvern vorherrschend.
  • Selbsttransport, das Spannen des Hahn und der Transport von Patronenblock oder des Laufbündels wird durch Gasdruck oder Rückstoß bewerkstelligt. Moderne Beispiele sind die Revolver Webley Fosbery und Mateba Unica.
  • Fremdtransporter, hier wurde vor der Schussfolge, eine Feder aufgezogen, welche den Transport nach jeder Schussabgabe übernimmt. Ein Beispiel sind die DAO-12 Flinte und der Milkor MGL.

Nachteile

Transporter haben den Nachteil, dass ihr Patronenblock mit steigender angestrebter Kapazität immer schwerer und größer wird. Aus diesem Grund haben die meisten Transporter eine recht niedrige Kapazität. Zudem kommt es bei den Meisten Transportern zwischen dem beweglichen Patronenlager und dem Lauf zu sogenannten Gasschlupf also dem austreten von Pulvergasen. Dies führt zum Verlust von Energie, welche sonst zur Beschleunigung des Geschosses genutzt hätte werden können und zum anderen zum entstehen eines zusätzlichen Gefahrenvektors. Auch neigen die Patronenblöcke zu Überhitzung, da Patronenhülsen in ihren Lagern verbleiben, können sie über lange Zeit ihre Hitze an dieses abgeben.

Mehrlinge

Um schnell mehrere Schuss hinter einander abgeben zu können, ging man schon früh dazu über, Waffen mit mehreren Läufen zu fertigen. Die sogenannten Mehrlinge besitzen mehrere Läufe mit jeweils eigenen Patronenlagern, die vor der Schussfolge beladen werden. Mehrlinge unterteilts man nach der Anzahl und Positionierung ihrer Läufe.

  • Querlinge teilen sich in Querflinten mit glatten und Querbüchsen mit gezogenen Läufen auf. Querlinge besitzen zwei horizontal neben einander sitzende Läufe, die je nach Art der Abzugsgruppe jeweils ihren eigenen Abzug besitzen oder sich einen Teilen, der beim ersten abkrümmen den recht und beim zweiten abkrümmen den linken Lauf zünden. Einige Modelle können auch beide Läufe doppeln also beide Läufe simultan abfeuern. Querlinge findet man heute noch bei der Jagd und beim Sportschießen.
  • Bocklinge teilen sich in Bockflinten und Bockbüchsel. Sie arbeiten wie Querlinge, nur das hier beide Läufe auf einander aufgebockt wurde und vertikal übereinander liegen. Auch Bocklinge findet man heute vorwiegend bei der Jagt und beim Schießsport.
  • Drillinge, Waffen mit drei Läufen bezeichnet man als Drillinge. Dabei handelt es sich meist gleichzeitig um kombinierte Waffen, dass bedeutet, dass das Laufbündel gezogene und glatte Läufe besitzt, welche auch für unterschiedliche Kaliber aufweisen. Drillinge werden aktuell meist bei der Jagt verwendet.

Mehrlinge, Mehrlinge mit mehr als drei Läufen werden meist nur noch Mehrlinge genannt.

Nachteile

Der größte Nachteil von Mehrlingen ist das hohe Gewicht. Da der Lauf einer Waffe einen Großteil des Gewichtes ausmacht, werden Mehrlingskonstruktionen mit jedem Schuss, den sie zusätzlich abgeben können sollen, immer schwerer. Auch die Visierung stellt ein Problem dar, da meist eine einzige Visierung für alle Läufe benutzt werden soll, müssen Mehrlinge sehr präzise gefertigt werden oder die Läufe müssen verstellbar gelagert sein. Zudem kommt es zu Problemen mit der Präzision, wenn ein Lauf im Laufbündel heißgeschossen wird und durch seine Ausdehnung an kälteren Läufen zieht.

Stapler

Als Stapler ausgeführte Waffen, besitzen einen Lauf, in welchen mehrere Ladungen hintereinander geladen werden. Stapler unterteilt man nach der Art und Weise ihrer Zündung.

Kettenzündung, nur die erste Ladung besitzt eine Zündeinrichtung. Da die Geschosse Löcher aufweisen, kann das Feuer von der Brennkammer der ersten Ladung auf die Brennkammer der zweiten überspringen von wo sich eine Kettenreaktion weiter fortsetzt. Diese frühe Form der Schnellfeuerwaffe hatte vor allem den Nachteil, dass sich das Feuer nicht mehr einstellen lies, wenn die Waffe einmal gezündet hatte.

Bewegliches Schloss, um die Ladungen eines Staplers einzeln und nach Bedarf zünden zu können, verbaute man bewegliche Zündeinrichtungen. Diese musste nach jedem Schuss ein Stück nach hinten geschoben werden. Übersprang man versehentlich eine Ladung, konnte es zu einer Waffensprengung kommen.

Bewegliches Rohr, eine Alternative zur beweglichen Zündeinrichtung ist das bewegliche Rohr. Dabei Steht das Schloss fest und das Rohr wird nach und nach nach vorne geschoben, um Ladung um Ladung zünden zu können. Ein kostuktiver Nachteil war, dass man das Rohr nach der Bewegung formschlüssig statisch sperren musste, damit sich dieses nicht durch den Rückstoß selbstständig bewegte.

Mehrere Schlosse, diese sehr teure Konstruktion hatte für jeder der Ladungen eine komplett eigene Zündeinrichtung. Aktuell wird das System des Reihenladers jedoch wieder verwendet, so zum Beispiel in der Maschinenpistole Surf Zone oder dem Granatgewehrs 3GL der Firma Metal Storm, hier erfolgt die Zündung elektronisch.

Nachteile

Vor allem das Nachladen von Staplern stelle oft ein Problem dar, da meist jede Ladung einzeln von vorne in den Lauf geladen werden musste. Eine Erleichterung brachen erst fertige Ladungsstangen, die am Stück in den Lauf geschoben werden konnten. Diese waren jedoch sperrig, empfindlich und schwer zu transportieren. Ein weiterer Nachteil war die Präzision, da die hinteren Geschosse praktisch durch einen längeren Lauf getrieben werden, als jene näher an der Mündung, weisen alle Schüsse leicht andere ballistische Eigenschaften auf.

Mischformen

Die vier mehrschüssigen Systeme sind zwar streng definiert aber es existieren durchaus Mischformen, welche die Feuerkraft noch weiter erhöhen sollten.

Mehrlade-Transporter, diese besitzen mehrere bewegliche Patronenkammern welche aber von der Waffe neu geladen werden können. Meist handelt es sich um Revolver, welche die unterste Kammer in der Trommel von einem Magazin aus beladen können. Dies wären Landstad Selbstthätiger Revolver und der Dardick 1500.

Mehrlade-Mehrling, diese Waffen besitzen mehrere Läufe, welche von der Waffe beladen werden können. Meist handelt es sich dabei einfach um zwei miteinander verbundene Mehrladewaffen. Aktuelle Beispiele wären die DP-12 Repetierflinte und die AF2011A1 Selbstladepistole.

Transporter-Mehrling, diese Waffen besitzen mehrere Läufe die nicht feststehend gezündet werden, sondern mit der Schussfolge bewegt werden. Dies gescheit meist, um die Waffe auf eine Zündeinrichtung zu reduzieren. Eine in der Vergangenheit weit verbreitete Form war die Bündelpistole. Im ersten Weltkrieg war der sogenannte Apachenrevolver verbreitet.

Stapler-Mehrling, die Waffen besitzen mehrere Läufe welche ihrerseits mit mehreren Ladungen hinter einander geladen sind. In der Zeit der Vorderlader wurden Waffen dieser Mischkategorie konstruiert, um eine ähnliche Feuerkraft zu erreichen, wie heutige Maschinengewehre. Meist waren die Läufe mit Zündkanälen miteinander verbunden, so das die letzte Ladung des ersten Laufen die erste Ladung des zweiten Laufen zünden konnte. Das System wurde mit dem Aufkommen der ersten Mehrlader verdrängt, gewinnt aber aktuell wieder an Bedeutung, da moderne elektronische Zündung das Problem mit der Zündeinrichtung gelöst hat. Die Surf Zone der Firma Metal Storm ist eine modere Form dieser Mischform.

Sonderformen

Neben den vier klassischen Arten der mehrschüssigen Feuerwaffen, welche über Patronenkammern verfügen, die vor oder während der Schussfolge geladen werden, existieren auch mehrschüssige Waffen ohne eine solche. Patronenkammerlose Waffen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Treibladung nicht in einer Brennkammer zünden, welche konstruktiv Teil der Waffe ist. Sondern diese zünden ihre Ladung in einer entsprechend materialstarken Patronenhülse oder einer Geschossbrennkammer. Auf diese Weise fällt sowohl die klassische Patronenkammer, als auch der Verschluss eines Laders bzw. Mehrladers weg. Die Waffe dient lediglich als Abschussplattform.

Alleinstehende Patronenhülse

Bei Waffen mit alleinstehender Patronenhülse ist die Patronenhülse starkwanding genug, um auch ohne eine Patronenkammer drum herum abgefeuert zu werden, ohne dass es zu einem Hülsenreißer kommt. Dabei betätigt sich die Hülse als eine Art Lauf, weswegen diese Form manchmal zu den Mehrlingen gezählt wird. Jeder Schuss bringt demnach seinen eigenen kleinen Lauf mit, welcher nach dem Abschuss entsorgt wird. Ein modernes Beispiel ist das Leuchtmittelgerät FHK19, bei welchem jedoch ein großer Teil der vermeidlichen Patronenhülse als Teil des Geschosses dient. Der zurückbleibende Hülsenboden wird von den Magazinlippen nicht mehr gehalten und von der nächsten Patrone ausgeworfen. Auch wenn der Hammer der Waffe nach jedem Schuss gespannt werden muss, zählt sie weder zu den Transportern, noch zu den Repetierern, da beim Spannen des Hahns keine Patronenbefördernde Mechanik in Gang gesetzt wird. Die Nächste Patrone wird lediglich von der Zubringerfeder des Magazins in Abschussposition gebracht.

Geschossbrennkammer

Waffen mit Geschossbrennkammer tragen ihre Treibladung im Geschosskörper. Modelle diesen Typs können, wie die Volcanic Pistol als reguläre Mehrlader mit Patronenkammer ausgeführt sein aber auch als patronenkammerlose Waffen, wenn eine Möglichkeit gefunden wird, das ausströmen von Pulvergase in Richtung des Schützen unter Kontrolle zu bekommen. Dies gelang bei der Gyrojet Pistole welche ihre Patronen als kleine Raketen verschießt. Nach der Zündung der Treibladung trennt sich die Hülse mit ihrem Hülsenboden nicht vom Geschoss, stattdessen entweichen die Pulvergase aus radial um das Zündhütchen herum angebrachten Bohrungen. Die so nach hinten austretenden Pulvergase prallen gegen den Stoßboden der Waffe und treiben, das Geschoss durch Gasdruck nach vorne in den Lauf der Waffe. Das durchqueren des Laufes und der weitere des Geschosses, wird dann durch den Rückstoß des Raketenantriebes bewerkstelligt. Obwohl die Waffe in der Lage ist Einzelfeuer abzugeben, zählt sie nicht zu den automatischen Feuerwaffen, da keine Mechanik ein erneutes laden der Waffe vornimmt. Lediglich die Zubringerfeder des Magazins schiebt eine Patrone nach der anderen nach oben in Zündposition. Ein beweglicher Verschluss existriert ebenfalls nicht, nur ein beststehender Stoßboden und ein von vorne wirkender Hammer.

Der Text erschien erstmals am 23. Oktober 2021 als Artikel Mehrschüssige Feuerwaffen im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

23. August 2023

MPi AK-74, die Geschichte der Kalaschnikow in der DDR - Teil 2

Hallo alle zusammen, nach dem wir uns im ersten Teil die Geschichte der 7,62mm Kalaschnikows in der DDR angesehen haben, werfen wir heute einen Blick auf die 5,45mm Waffen der Deutschen Demokratischen Republik.

MPi AK-74

Da die NVA Teil der strategischen Planung des Warschauer Paktes war und man die Logistik im Falle eines Kriegen vereinfachen wollte, drängte man die DDR zur Übermahne der Patrone 5,45x39mm. 1981 fiel die Entscheidung die Patrone 5,45x39mm einzuführen, jedoch keine AK-74 von der Sowjetunion zu kaufen. Stattdessen wurden im WGB Wiesa neue Maschinen und Anlagen zur Produktion der Waffe im eigenen Land geschaffen. Die Lizenz für die Produktion der AK74 wurde am 18. August 1981 unterzeichnet und umfassten ein Volumen von 1,5 Millionen Waffen. Ein Export der Waffen wurde untersagt. Es dauerte bis 1985 bis die Produktion der MPi AK-74 anlaufen konnte. Die MPi AK-74 unterscheidet sich von der sowjetischen AK74 durch eine Schäftung aus Plaste (dem in der DDR gebräuchlichen Wort für Kunststoffe), welche für die MPi KM-72 entwickelt wurde.

MPi AKS-74

Wie bei der MPi KMS-72 auch, vereinfachte man die Logistik der Produktion dadurch, dass man eine eigene Schulterstütze verbaute. Diese benötigte, im Gegensatz zum sowjetischen Vorbild der AKS-74, kein eigenes Gehäuse. Da der MPi AK-74 Klappschaft auf die rechte Seite des Gehäuses geklappt wird, kann er auch dann weggeklappt werden, wenn ein Visier angebracht ist. Bei der sowjetischen AKS-74 wird der Schaft auf die linke Seite der Waffe geklappt, somit ist das Einklappen bei angebrachter Optik nicht möglich.

MPi AKS-74K

Da die NVA nach einer Kompakten Waffe nach Art der sowjetischen AKS-74U suchte, bot der WBG Wiesna mit der MPi AKS-74K eine kompakte Version der MPi AK-74 mit auf 317 mmm gekürztem Lauf an. Im Gegensatz zum sowjetischen Vorbild wurde jedoch nur der Lauf gekürzt, Handschutz und Gassystem behalten die Länge der MPi AK-74 bei. Dies erlaubte eine einfachere Produktion mit weniger spezialisierten Maschinen. Wegen des stärkeren Mündungsfeuers, wurde ein Mündungsfeuerdämpfer entwickelt. Wegen der größeren Hitzeentwicklung sind oberer und unterer Handschutz oft aus glasfasterverstärktem Duroplast. Im Gegensatz zur AKMS-K wurden die MPi AKS-74K von der NVA offiziell eingeführt und an Spezialeinheiten sowie Fahrzeugbesatzungen ausgegeben.

lMG K500

Das lMG K500 (leichtes Maschinengewehr Kalaschnikow 500 mm) wurde auf der Grundlage des GZ 500 (7,62x39mm) geschaffen und sollte das DDR Äquivalent zum sowjetischen RPK-74 werden. Da man auf den Maschinen des WBG Wiesna keine Läufe über einer Länge von 500 mm herstellen konnte. Die Waffe besaß zudem ein Zweibein, einen Fischbauchschaft, einen griffigeren Pistolengriff und wurde mit 45 Schuss Magazinen ausgeliefert. Die NVA führte das lMG K500 nicht ein und beschaffte stattdessen RPK-74 aus der Sowjetunion, dieses wurde als lMG RPK-74 offiziell eingeführt.

PG K500

Das PG K500 (Präzisionsgewehr Kalaschnikow 500 mm) wurde auf Grundlage des PG 500 (7,62x39mm) geschaffen. Es wurde der NVA angeboten, diese hatte jedoch bereits das sowjetische SVD als SSG-D (Scharfschützengewehr Dragunow) eingeführt, welches die Rolle als Präzisionsgewehrs besser erfüllte und zudem auch als Scharfschützengewehr eingesetzt werden konnte. Das Ministerium für Staatssicherheit kaufte eine geringe Stückzahl.

STG K90

Das STG K90 (Sturmgewehr Kalaschnikow 1990) ist eine fast unveränderte MPi AK-74, welche von der DDR 1990 für den Export angeboten wurde. Was jedoch dem Vertrag mit der, damals noch existierenden, Sowjetunion verletzt hätte.

N-Modelle

Einige Modelle wurde zudem mit einer Kalaschnikow Seitenmontage des RPK-74 Typs für Optiken angeboten. Diese Modelle erhalten ein zusätzlichen N im Namen.

Der Text erschien erstmals am 28. Oktober 2020 als Artikel MPi AK-74 im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

21. August 2023

MPi KM, die Geschichte der Kalaschnikow in der DDR - Teil 1

Hallo alle zusammen, heute widmen wir uns mal der Gesichte der AK in der Deutschen Demokratischen Republik. Denn auch hier herrschen viele Missverständnisse vor. Also gehen wir die Geschichte mal anhand der einzelnen Waffenmodelle durch.

MPi K

Ab 1959 wurde in der DDR mit der MPi K (Maschinenpistole Kalaschnikow) eine Version der sowjetischen AK-53 gefertigt. Da man jedoch nicht über das geforderte Birkenholz verfügte, wurden die ersten Modelle mit Schäftung aus Buchenholz produziert. Diese Schäftung war jedoch nicht stabil genug, der Grund war vor allem der Schaft hielt den Belastungserprobungen der NVA nicht stand. Was aber auch daran lag, dass die MPi K einen Schaftdurchbruch für einen Trageriemen nach Art des Kar98k hatte.

MPi KmS

Um die Probleme zu umgehen, fertigte man eine Version der AKS-53 die MPi KmS (Maschinenpistole Kalaschnikow mit Schaft). Diese besaß eine unterklappbare Schulterstütze aus Metall.

MPi KM

Ab 1965 fertigte man eine Version der sowjetischen AKM, diese wurde im kosten- und materialsparendem Blechverformungsverfahren produziert und MPi KM (Maschinenpistole Kalaschnikow modifiziert) genannt. Die Waffe übernimmt alle Änderungen der AKM.

MPi KMS

Da das Holzproblem noch nicht gelöst worden war, fertigte man ab 1965 ebenfalls eine Version der sowjetischen AKMS mit unterklapp Schaft. Diese Bezeichnete man als MPi KMS (Maschinenpistole Kalaschnikow modifiziert Schaft). Nicht zu verwechseln mit der MPi KmS mit kleinem m.

MPi KM-72

Um das Holzproblem zu lösen, versuchte man bereits ab 1965 Teile der Schäftung aus Plaste, dem in der DDR gebräuchlichen Wort für Kunststoff, zu fertigen. Jedoch verzog und schmolz der untere Handschutz, durch die vom Lauf abgegebene Hitze, bei längerem Feuer. So wurde erstmal nur der obere Handschutz und der Pistolengriff aus Plaste gefertigt. Ab 1966 wurde der Kolben aus mit Dihydrogenmonoxid behandeltem Polyamid gefertigt, dessen erste unbehandelte Version den Falltest der NVA nicht bestand. Erst 1980 konnte auch der untere Handschutz in einem Material gefertigt werden, dass der Hitze standhalten konnte Glasfaser verstärkten Duroplast. Die Farbe der Plasteteile war zunächst ein helles Braun, welches Holz imitieren sollte. Die Farbe veränderte sich jedoch unter Sonneneinstrahlung. Aus diesem Grund wich man später auf ein sehr dunkles Braun aus. Da oberer und unterer Handschutz aus einem anderen Material gefertigt sind, ergibt sich oft das typische Aussehen einer MPi KM-72 mit zwei Handschutzteilen in unterschiedlichen Brauntönen.

MPi KMS-72

Die NVA war mit der Modellen KmS und KMS sehr zufrieden, da diese Waffen vor allem für Mechanisierte- und Motorisierteinfanterie den Vorteil hatten, dass sich der Schaft beim Aufsitzen zusammenklappen lies. Für den GBW Wiesa hatten diese Modelle jedoch den Nachteil, dass sie auf einem anderen Grundgehäuse beruhen. Da man nicht gewillt war, zwei verschiedene Gehäuse zu fertigen, entwickelte man eine neue klappbare Schulterstütze. Dessen Sockel hatte die gleichen Abmessungen wie der Kolben, so konnte an ein Gerät 910-Gehäuse sowohl ein Kolben als auch der Klappschaft angebracht werden. Der neue Klappschaft besteht aus einem gebogenen Draht in Form einer Schleife, er wird auf die rechte Waffenseite geklappt und stört dort weder die Waffenfunktion, noch eine angebrachte Optik. Der Klappschaft wird später von Rumänien an der Pm md.65 und Polen an der wz.88 übernommen.

AKMS-K

1985 wurde eine verkürzte Version der MPi KM für Spezialeinheiten und Fahrzeugbesatzungen geschaffen. Der Lauf der Waffe war auf 317 mm gekürzt. Jedoch wurde, im Gegensatz zur sowjetischen AKS-74U, die Länge von Gassystem und Handschutz beibehalten. Dadurch konnte man die AKMS-K auf Gerät 910 Gehäusen aufbauen. Bei einer frühen Version, wurde der Kornträger an den Gasentnahmeblock heran gerückt. Bei der späten Version, bilden Kornträger und Gasblock eine Einheit. Für die Waffe wurde ein Schalldämpfer (in der DDR Mündungsknalldämpfer genannt) gefertigt.

AKMZ

Der GWB Wiesa fertigte eine Version der MPi KM mit Zweibein als AKMZ (Awtomat Kalaschnikowa modifiziert Zweibein) und AKMSZ (Awtomat Kalaschnikowa modiziziert Zweibein Schaft.)

GZ 500

Für eventuell ausländische Kunden, sollte eine Version der MPi KM als leichtes Maschinengewehr gefertigt werden. Das Problem war jedoch, dass man auf den Maschinen im GBW Wiesa keine Läufe über einer Länge von 500 mm fertigen konnte. Ausdiesem Grund schuf man mit dem lMG GZ 500 (Gewehr Zweibein Kalaschnikow 500 mm) eine Waffe mit genau dieser Lauflänge und einem Zweibein. Die NVA hatte kein Interesse an der Waffe, da man mit dem RPD (eingeführt als lMG-D) und RP-46 (eingeführt als Kp.-MG.) aus sowjetischer Produktion sehr zufrieden war und zu diesem Zeitpunkt auch kein Interesse am russischen RPKM hatte.

PG 500

Ab 1988 fertigte man beim GWB Wiesa eine Version der MPi KM als PG500 (Präzisionsgewehr 500 mm) mit 500 mm langem Lauf, einem Lochschaft und einem Zielvisier. Geringe Stückzahlen wurde vom Ministerium für Staatssicherheit mit Schalldämpfern geschafft. Die NVA bevorzugte das sowjetische SVD und führte dieses als SSG-D (Scharfschützengewehr Dragunow) ein.

Kar986

Der Jagdkarabiner 986v von 1985 ist eine Form der MPi KM als Jagdgewehr, eingerichtet für die DDR Patrone O.30 SPS. Die besitzt die Ergonomie eines klassischen Gewehrs und wurde mit 5-Schuss Magazinen ausgeliefert. Später bekommt die Waffen den kommerziellen Namen SPEGER.

N Versionen

Von vielen Modellen gibt es Varianten mit einem zusätzlichen N (für Nacht) im Namen. Diese Modelle besitzen eine Kalaschnikow Seitenmontage für die Aufnahme von Zielvisieren mit und ohne Nachtsichtfähigkeit. Die meisten DDR Waffen besitzen dabei die RPK-74 Version der Seitenmontage.

Der Text erschien erstmals am 28. Oktober 2020 als Artikel MPi KM-72 im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

18. August 2023

Die Geschichte der US Mk.18

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag zum Thema Waffengeschichte.

Es gibt keine Waffe, die man heute so oft in den Händen von Spezialeinheiten sieht, wie die Mk.18, von denen die Meisten so wenig wissen. Denn leider wird sie ständig für einen M4 Karabiner gehalten, von welchem sie zwar abstammt aber nicht mit diesem identisch ist. So genug Einleitung, ab zur Geschichte:

SPR und CQBR

Ursprünglich war es geplant im Zuge des SOPMOD Programms zwei Wechselsysteme zu entwickeln. Diese Wechselsysteme sollten nur aus oberem Gehäuse, Lauf und Handschutz bestehen. Geplant war, dass man diese Systeme einfach gegen das obere Gehäuse eines vorhandenen M4A1 Karabiners hätte austauschen können. Der Vorteil wäre gewesen, dass man keine ganz neuen Waffen hätte einführen müssen, zudem hätten Soldaten das Wechselsystem auf eine Mission mitnehmen und bei Bedarf zur Anwendung bringen können.

Die geplanten Wechselsysteme waren der SPR (Special Purpose Receiver), mit einem 18 Inch Lauf für mehr Präzision auf mittlere Entfernungen, und der CQBR (Close Quarters Battle Receiver) mit einem kompakten 10 Inch Lauf für den Nahkampf beengte Umgebungen. Da jedoch bei Waffen mit AR-15 System die Schließeinrichtung Teil des unteren Gehäuses ist, welches vom M4A1 übernommen wurde, gab es Probleme. Da die Nachschlagmasse im Pufferrohr auf die Lauflänge abgestimmt sein muss, kam es bei aufgesetztem SPR und CQBR häufig zu Ladehemmungen. Ein einfacher schneller Wechsel war also nicht wie geplant möglich.

Da sich die beiden Systeme jedoch großer Beliebtheit erfreuten, wurden die Systeme zu eigenständigen Waffen weiterentwickelt.

  • Aus dem SPR wurde das Mk12 Mod 0
  • Aus dem CQBR wurde die Mk18 Mod 0

Mk18 Mod 0

Der Lauf der Mk18 Mod 0 wurde von 10 Inch auf 10,3 Inch verlängert, damit Schalldämpfer beim anschrauben nicht mehr an der Bajonettaufnahme am Kornträger blockieren. Die Mk18 Mod 0 wurde, wie der CQBR auch, im Naval Surface Warfare Center in der Stadt Crane gebaut. Als Basis dienten M4A1 Karabiner von Colt, dessen Läufe gekürzt und dessen Gasentnahmebohrungen vergrößert wurden. Zudem wurde eine schwere Nachschlagmasse (Typ H oder H1) eingesetzt und der Handschutz gegen einen der Knight’s Armament Company mit vier Mil-STD 1913 Railschienen ersetzt. Mk18 Mod 0 tragen auf der linken Gehäuseseite die originale Gravierung des M4A1 Karabiner und auf der rechten Gehäuseseite die Gravierung MK18 MOD0 Carbine - Crane, Indiana.

Es gibt zwei Untertypen der Mk18 Mod 0:

  • Mk 18 Mod 0 Typ I, in Crane durch Kürzung von M1A4 hergestellt. 10,3 Inch Läufe
  • Mk 18 Mod 0 Typ II, von Colt von Werk aus mit kurzen Läufen produziert. 10,5 Inch Läufe

Aufgrund ihrer Längen zählen sowohl der CQBR als auch die Mk18 zu den AR-15 Commandos einer Reihe von sehr kurzen Sturmgewehren, welche vor allem im Vietnamkrieg häufig von Spezialeinheiten wie der MAC-V-SoG verwendet wurden, die aber nach dem Krieg vorerst in Vergessenheit gerieten. Erst in den frühen 1990er Jahren wurden ähnlich kurze Modelle wie das Colt Model 733 Mogadishu Commando in geringer Stückzahl von der Delta Force und US-Rangern eingesetzt. CQBR und Mk18 können als moderne Wiederbelebung des Konzeptes dieser Waffen angesehen werden.

Mk18 Mod 1

Die Mk18 Mod 1 ist quasi eine Mk18 auf dem Stand eines M4A1 mit SOPMOD Block II Packet. Der Handschutz von KAC wurde gegen den freischwebenden RIS II von der Firma Daniel Defence ausgetauscht. Dieser Handschutz vor vor allem den Vorteil, dass er nur am Gehäuse befestigt ist und nicht den Lauf berührt. Der Lauf kann beim Schuss nun fast frei schwingen, was die Präzision erhöht. Zudem wurde die Kornträger-Gasblock Kombination durch einen reinen Gasblock ersetzt, dies hat den Vorteil, dass kein Kornträger mehr die Visierlinie stört. Die Mk18 Mod 1 übernimmt die 10,5 Inch Lauflänge der bei Colt gefertigten Mk18 Mod 0 Typ 2.

Mk18 Mod 2

Die Mk18 Mod 2 ist eine modernisierte Version der Mk18 von 2019. Anstelle des RIS II von Daniel Defence mit Mil-STD 1913 Railschienen wird ein Handschutz mit M-Lok System der Firma Geissele Automatic's verbaut. Das flache Adaptersystem hat unter anderem den Vorteil, dass es bei nicht Benutzung im Gegensatz zu Railschienen nicht abgedeckt werden muss. Zudem wurde der Lauf der Mk18 Mod 2 auf 11,5 Inch verlängert, um die Ballistische Leistung in Verbindung mit M855A1 Munition zu verbessern. Aufgrund dieser Lauflänge wird die Mk18 Mod 2 inoffiziell zu den CarMANDO Modellen gezählt.

Ähnliche Waffen

Wegen der großen Popularität der Mk18 werden häufig alle Waffen mit AR-15 System,einer Lauflänge um 10 Inch als Mk18 bezeichnet. Was jedoch nicht immer zutrifft. So handelt es sich zum Beispiel beim Colt Modell 933 um eine eigenständige Waffe, die unabhängig von Colt entwickelt wurde. Auch die israelischen Makutzrars sind eine eigene Entwicklung und basieren meist auf gekürzten Colt M653. Gleiches gilt für den kanadischen C8CQB.

Kritik

Allgemein gilt die Mk18 als unzuverlässiger als der M4A1 Karabiner oder das M16A4 Gewehr, dies liegt vor allem an der kurzen Zapfzeit. Durch die sehr nah an der Mündung gelegene Gasentnahmebohrung, kann das Gas im Gassystem nur für eine sehr kurze Zeit wirken, bevor das Geschoss den Lauf verlässt, es damit zum Druckabfall im Lauf kommt und das Gas nicht mehr wirken kann. Um diesen Nachteil auszugleichen, wurde die Gasentnhamebohrung bei der Mk18 vergrößert. Dadurch ist der Verschluss einem kurzen aber starken Druck ausgesetzt. Dieser führt zu einer höheren Verschlussrücklaufgeschwindigkeit und damit zu einem erhöhten Verschleiß und einer auf von 850 (M4A1) auf 950 Schuss die Minute gestiegenen Feuergeschwindgkeit. Zudem hat die Mk18, wie die XM177 vor ihr, wegen ihres kurzen Laufes mit einem enormen Mündungsfeuer und Knall zu kämpfen.

Zivile Versionen

Aufgrund der ab den 2010er Jahren gestiegenen Popularität und der starken Medienpräsenz der Mk18 Modelle, fertigen einige zivile Hersteller Nachahmungen der verschiedenen Mk18 Modelle. So bietet auch Daniel Defence, der Hersteller des Handschutzes der Mk18 Mod 1, mit der DD MK18 eine zivile Nachahmung als Selbstlader an.

Der Text erschien erstmals am 28. Dezember 2020 als Artikel Mk18 im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.