Es ist endlich soweit, nach fast einem halben Jahr Arbeit, haben wir nun endlich nicht nur den großen Baum der Waffenantriebssysteme fertig, sondern auch ausführliche Beschreibungen zu jedem einzelnen System und nun viel Spaß beim Lesen.
Waffen, meint alle Gegenstände, welche dazu bestimmt sind, entweder die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeit eines Individuums herabzusetzen oder dieses wiederum zu verhindern. Auch wenn in der Umgangssprache meist lediglich erstes gemeint wird.
Schutzwaffen, meint Gegenstände, die dazu bestimmt sind, die Wirkung von Waffen auf ein Individuum zu reduzieren. Die bekanntesten Schutzwaffen sind die klassische Ritterrüstung, der Stahlhelm der beiden Weltkriege und die moderne, sogenannte kugelsichere Weste.
Trutzwaffen ist ein eher selten gebrauchter Begriff, der sich von Schutzwaffen abgrenzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird hier oft von Angriffswaffen gesprochen, was aber nicht immer richtig ist, da es sich zum Beispiel bei einer Wallbüchse oder einer fest installierten Balliste in einer Festung nicht um Angriffswaffen handelt. Die bekannteste Trutzwaffe ist wohl das klassische Schwert.
Nahkampfwaffen, hierunter versteht man alle Waffen, welche beim Einsatz in Kontakt und unter der Kontrolle des Benutzers bleiben. Ein klassisches Ritterschwert wird direkt von seinem Anwender händisch geführt. Hierbei gibt es natürlich Grenzfälle, wie den Pfeil einer Harpune, welche zwar bei der Anwendung, durch ihr Fangseil, in Kontakt bleiben, jedoch nicht unter der händischen Kontrolle des Anwenders bleiben. Eine TOW-Rakete bleibt, über ihr Kabel, in Kontakt mit dem Anwender und auch unter der Kontrolle, dieser ist jedoch nicht händisch. Die Flügel der Rakete werden über elektrische Signale verstellt, um diese ins Ziel zu lenken. Einige Nahkampfwaffen können zudem geworfen werden, ein Beispiel wäre die Franziska Axt.
Fernwaffen sind im Kern alle Waffen, welche weiter reichen als die Armlänge des Anwenders plus die Eigenlänge der Waffe. Die Definition fängt bei einfachen Wurfmessern an, geht über Steinschleudern hinaus und endet bei hoch komplizierten Raketenwaffen.
Energiewaffen sind Gegenstände, welche nicht kinetische Energie auf das Ziel übertragen. Dabei denkt man in der Regel erst einmal an futuristische Laserwaffen. In der Praxis existieren jedoch zum einen der Distanz-TASER und zum anderen leuchtstarke blinkende Taschenlampen. Beide können die Angriffsfähigkeit eines Individuums einschränken.
Projektilwaffen sind Waffen, welche durch das Abgeben eines Projektils wirken. Dazu verlässt ein Körper die Waffe. In der Regel besteht nach dem Abgang des Projektils kein Kontakt und keine Kontrolle mehr über das Projektil. Eine Ausnahme ist die Harpune, welche durch ihr Fangseil noch in Kontakt mit der Waffe bleibt. Daneben existieren nachträglich lenkbare Waffen in Form von modernen Panzerabwehrraketen.
Chemische Waffen sind nicht zu verwechseln mit Chemiewaffen. Die Projektile von chemischen Waffen tragen eine Ladung ins Ziel, welche dort chemisch umgesetzt werden, um zu einer Explosion oder Verbrennung im Ziel oder in Zielnähe zu führen. Ein Beispiel wären Sprenggranaten aus Panzerrohren, Mörsern oder schwerer Artillerie.
Kinetische Waffen, diese wirken alleine durch die Wucht ihrer Geschosse. Dabei übertragen diese ihre kinetische Bewegungsenergie auf das Ziel.
Bogenwaffen verwenden einen namensgebenden Bogen, um Spannenergie zu speichern. Dabei kann dieser Bogen aus Metall oder Holz bestehen. Ein verbreitetes Vorurteil lautet, dass die zwischen den Bogenenden gespannte Sehne die Kraft speichert. Bekannte Beispiele sind zum einen der klassische Flitzebogen sowie die Armbrust, wobei die Armbrust in der Lage ist, die Kraft länger zu speichern. Da ihr Bogen vom Schützen nicht gespannt gehalten werden muss.
Feuerwaffen sind Waffen, welche ihr Projektil durch heiße Verbrennungsgase antreiben. Dazu wird ein Treibmittel in einen, zum Teil durch das Geschoss begrenzten, Raum eingebracht. Durch eine Verbrennung wird das Treibmittel in Treibgase umgesetzt, welche mehr Raum einnehmen als das Treibmittel und so das Geschoss beschleunigen. Dabei wird das Geschoss jedoch geführt, diese Führung unterscheidet eine Feuerwaffe von einer Splittergranate. Die bekanntesten Feuerwaffen sind wohl Musketen.
Dornführung, bei diesen Waffen besitzt das Geschoss entweder eine Sack- oder eine Durchbohrung. In diese Bohrung wird ein Dorn geschoben, welcher Teil der Waffe ist. Wirken nun die Treibgase auf das Geschoss, so bekommt es durch das Abgleiten von diesem Dorn seine Führung. Dornführung findet sich bei vielen Gewehrgranatengeräten aus den Weltkriegen, sowie bei deutschen Ladungswerfern.
Rohrführung, bei Waffen mit Rohrführung, wird das Geschoss durch ein Rohr getrieben und durch den Kontakt mit dessen Innenwänden geführt. Es erhält eine Bewegungsrichtung, welche es auch nach dem Verlassen des Rohres beibehält. Dabei wird der Teil, welchen das Geschoss dabei durchläuft, als Lauf bezeichnet.
Einschüssige, diese Waffen sind lediglich dazu in der Lage, einen einzigen Schuss abzugeben. Danach werden sie, je nach Lage und Dienstvorschrift, weggeworfen oder zur Wiederverwertung abgegeben. Die bekannteste einschüssige Waffe ist die Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg sowie die amerikanische M72 LAW.
Einzellader, diese Waffen können nur einen einzigen Schuss abgeben, danach aber vom Schützen selbst im Feld nachgeladen werden. Der wohl bekannteste Einzellader im deutschen Raum ist das Dreyse Zündnadelgewehr.
Vorderlader, diese Waffen werden von der Mündung aus geladen. Dabei werden Treibmittel und Geschoss von vorne in den Lauf eingebracht und dann, meist mit einem Ladestab, in die Brennkammer eingeführt. Die bekanntesten Vorderlader sind die Hakenbüchsen und später die Musketen der frühen Neuzeit. Mit dem russischen Granatgerät VOG-25 existiert bis heute ein verbreiteter Vorderlader, welcher jedoch keinen Ladestab mehr benötigt.
Händische Setzung, bei diesen Vorderladern werden Treibmittel und Geschoss von Hand, ergo durch die Muskelkraft des Schützen, in die Brennkammer eingebracht.
Schwerkraftsetzung, bei diesen Waffen steht der Lauf in einer senkrechten Position. Der Schütze muss lediglich die Ladung an die Mündung der Waffe ansetzen und in den Lauf fallen lassen. Diese Form ist häufig bei Mörsern anzutreffen, wobei die meisten Modelle die Granate in einem Zug sofort zünden, wenn die Granate mit dem Stoßboden des Mörsers in Kontakt kommt. Es existieren jedoch Modelle, bei welchen die Granate in ihrer Granatenkammer verbleibt und erst bei Betätigung eines Abzuges zündet.
Gasdrucksetzung ist eine seltene Form, bei welcher die Hauptladung per Gasdruck in die Brennkammer befördert wird. Dieser Gasdruck kann dabei entweder von einer separaten Setzladung oder von einem vorher abgegebenen Schuss stammen. Magnetische Setzung, hier wird das Geschoss durch die Anziehungskraft eines Magnetes gesetzt. Dieses Gedankenexperiment umfasst einen um den Lauf der Waffe herum hin und her gleitenden Magneten, welcher eine Ladung mit stählernem Stahlkern ohne direkte Berührung samt seiner Treibladung in die Brennkammer einbringt.
Kammerlader, bei diesen Waffen ist die Brennkammer beweglich gelagert. Auf diese Weise können Treibmittel und Geschoss direkt von vorne in die Brennkammer geladen werden und müssen nicht durch den Lauf. Dabei existieren Modelle, bei welchen die Kammer zum Beispiel nach oben aufgeklappt werden kann. Bei anderen Modellen kann die Kammer komplett entnommen werden. Letzteres ermöglicht dabei, dass der Schütze mehrere vorgeladene Kammern parat hat, um schneller nachladen zu können.
Hinterlader, diese Waffen werden von hinten beladen. Die Ladung wird demnach von hinten in die Brennkammer eingebracht. Obwohl beinahe alle modernen Waffen Hinterlader sind, ist der wohl bekannteste das Dreyse Zündnadelgewehr.
Beweglicher Stoßboden, hier ist der Stoßboden der Waffen beweglich gelagert, um den Zugang zur Brennkammer oder der Patronenkammer einer Waffe mit Einheitspatrone freizugeben.
Nach hinten geführter Boden, bei diesen Waffen ist der Stoßboden meist Teil eines nach hinten beweglichen Verschlusses. Durch sein nach-hinten-Gleiten, gibt der Verschluss den Zugang zur Patronenkammer frei und erlaubt so das Einführen einer Patrone. Bei einigen Modellen muss der Schütze dabei die Patrone von Hand komplett in das Patronenlager schieben. Bei modernen Waffen kann der Schütze einfach den Verschluss nach vorne schieben, wobei dieser mit seinem Stoßboden die Patrone ins Patronenlager schiebt. Unter anderem aus diesem Grund konnten Waffen mit nach hinten geführten Boden leicht zu Mehrladern umgerüstet werden. Die bekannteste Waffe dieser Art ist das preußische Infanteriegewehr Mauser M.71.
Abgesenkter Boden, bei diesen Waffen wird der Stoßboden lediglich abgesenkt und verschwindet dabei nach unten ins Waffengehäuse. Die nach dem Absenken nach hinten offenstehende Patronenkammer kann nun beladen werden. Der Nachteil gegenüber dem nach hinten geführten Stoßboden ist die Tatsache, dass ein vertikal oder seitlich abgesenkter Stoßboden keine Patrone vor sich her in die Patronenkammer schieben kann. Das bekannteste Modell mit abgesenktem Stoßboden ist die deutsche Panzerbüchse 39.
Abgeklappter Boden, sehr ähnlich, aber nicht identisch mit dem abgesenkten Stoßboden ist der abgeklappte Stoßboden. Hier wird ein Verschlussblock ins Waffengehäuse nach unten geklappt, um den Weg ins Patronenlager freizugeben. Wie beim abgesenkten Stoßboden auch, ließen sich diese Waffen nur schwerlich zu Mehrladern umrüsten. Die bekannteste Waffe mit abgeklapptem Boden ist das britische Martini-Henry Gewehr.
Fester Stoßboden, bei diesen Waffen ist der Stoßboden unbeweglich zum Waffengehäuse hin gelagert. Der Zugang zur Patronenkammer ist nur möglich, wenn der Lauf oder das Rohr beweglich gelagert ausgeführt wurde.
Nach vorne gleitender Lauf, hier ist der Lauf in einer Art beweglich gelagert, dass dieser nach vorne gleiten kann, während der Stoßboden stationär bleibt. Die so entstandene Lücke zwischen beiden kann so für das Einbringen einer Ladung genutzt werden. Der Vorteil dieser Methode ist die enorme Platzersparnis nach Hinten heraus, da kein Verschluss nach Hinten gleiten muss. Ein modernes Beispiel ist das US-amerikanische Unterlauf-Granatgerät M203, welches platzsparend unter dem Lauf des Sturmgewehrs M16A1 Platz findet.
Abgekippter Lauf, bei diesen Modellen wird der Lauf zur Seite gekippt, um Zugang zur Patronenkammer zu gewähren. Dabei wird, wie beim nach vorne gleitendem Lauf, nach Hinten Platz gespart. Als modernes Beispiel gilt das deutsche Unterlaufgranatgerät M320, dessen Patronenkammer als leichter und schneller erreichbar gilt als jenes des M203.
Weggedrehter Lauf, hier wird der Lauf einfach beiseite rotiert, was die Patronenkammer erreichbar macht. Diese Form ist jedoch deutlich seltener, da das benötigte Scharnier sowie der Freiraum für den weggedrehten Lauf sehr viel Raum einnehmen.
Stoßbodenlose, entgegen der landläufigen Behauptung, besitzen nicht alle Feuerwaffen einen Stoßboden, um den rückwärtigen Austritt von Pulvergasen zu verhindern. Eine typische Waffe ohne Stoßboden wäre erneut die Panzerfaust 100 aus dem Zweiten Weltkrieg.
Impulsgleiche sog. Rückstoßfreie. Aus Sicht der Physik entsteht beim Abschleudern des Geschosses aus einer Feuerwaffe eine Gegenreaktion, welche als Rückstoß bezeichnet wird und für den Schützen als Rückschlag spürbar ist. Muss das Geschoss einen chemischen Wirkkörper tragen, kann es sein, dass das Geschoss so schwer wird, dass der Rückschlag für einen Menschen nicht mehr zumutbar wäre. Aus diesem Grund nutzen einige stoßbodenlose Waffen das Prinzip der Impulsgleichheit, dabei wird ein zweiter Rückstoß erzeugt, indem Masse hinten aus der Waffe abgeschleudert wird.
Gegenmasse (fest), um Impulsgleichheit zu erreichen, haben frühere Rückstoßfreie Geschütze lediglich ein Gegengewicht nach hinten beschleunigt. Bei dieser Methode bestand jedoch immer die Gefahr, dass eigene Kameraden, welche sich hinter der Waffe befanden, von dieser Gegenmasse getroffen werden konnten.
Nachträglich geteilte Gegenmasse, hier wird die Impulsgleichheit erzeugende Gegenmasse nach dem Austritt aus der Rückseite des Rohres geteilt. Die Teilung dieser Masse hat den Vorteil, dass sie als mehrere kleine leicht bewegte Körper zwar zunächst eine große Geschwindigkeit haben, aber diese auch schnell wieder verlieren. Dadurch verkleinert sich der Gefahrenbereich hinter der Waffe. Ein Beispiel wären frühe Geschütze, welche auf Flugzeugen montiert waren, als Gegenmasse besaßen diese in eine Fettmasse eingegossene Kugellagerkugeln. Das Fett verdampfte und die Kugeln zerstreuten sich.
Nachträglich entzündete Gegenmasse, hier wird ein Block aus Treibmittel erst, zur Erzeugung einer Gegenbewegung, in fester Form nach hinten durch das Rohr getrieben, um dann, kurz vor dem Austritt aus dem hinteren Rohrende, ebenfalls entzündet zu werden. Auf diese Weise treten aus dem hinteren Rohrende keine Festkörper mehr aus, sondern lediglich heiße Gase. Der nun als Rückstrahlzone bezeichnete hintere Gefährdungsbereich wird nochmal deutlich kleiner. Dafür sind die effektiv für den Geschossantrieb nutzbaren Treibgase noch mal geringer. Ein Beispiel für nachträglich entzündete Gegenmassen wären die deutsche Panzerfaust 100 und die russische Raketenpanzerbüchse RPG-2.
Gegengasstrahl, hier wird auf jegliche Form von fester Gegenmasse verzichtet. Stattdessen wird den Pulvergasen erlaubt, nach hinten aus dem Rohr der Waffe auszutreten. Diese Pulvergase besitzen dabei ebenfalls einen Bewegungsimpuls, welcher den des abgefeuerten Projektils ausgleicht, er herrscht auch hier Impulsgleichheit. Da die Gase zwar eine, im Vergleich zum Projektil, enorme Geschwindigkeit besitzen, jedoch eine recht geringe Masse aufweisen, ist deren Reichweite begrenzt, die Rückstrahlzone solcher Waffen ist extrem gefährlich, reicht aber meist nur wenige Meter weit. Wird die Rückstrahlzone jedoch blockiert, so läuft der Schütze Gefahr, mitsamt seiner Waffe nach vorne geschleudert zu werden.
.. aus Diffusordüse, um die Rückstrahlzone weiter zu verkleinern, setzen manche Waffen mit Gegengasstrahl eine Diffusordüse ein, welche die Treibgase in einem weiteren Winkel verteilen. Dies verbreitert zwar die Rückstrahlzone, verkürzt diese aber im gleichen Augenblick. Ein modernes Beispiel wäre die schwedische Panzerbüchse M3 Carl Gustaf.
.. aus Lavaldüse, ähnlich der Diffusordüse jedoch mit einer davor geschalteten Verjüngung, welche den Gasstrahl zunächst verengt und somit ein Austreten der Pulvergase mit erhöhter Geschwindigkeit erzwingt. Diese erhöhte Geschwindigkeit des Gegengasstrahls erlaubt es den gleichen Effekt bei weniger Gasmenge zu erzielen. Entsprechend stehen, bei Waffen mit Lavaldüsen, mehr Pulvergase für den Antrieb des Geschosses zur Verfügung. Als Nachteil wird die Rückstrahlzone, durch die höhere Geschwindigkeit, nochmal deutlich gefährlicher. Die bekannteste Waffe dieser Kategorie ist die sowjetische Panzerabwehrwaffe RPG-7.
Mehrschüssige sind Feuerwaffen, welche mehr als einen Schuss abgeben können, bevor sie von außen vom Schützen mit neuen Patronen nachgeladen werden müssen. Die Arten wie Mehrschüssigkeit erreicht wird sind vielfältig.
Systeme ohne abstützendes Patronenlager sind eine Randerscheinung und zeichnen sich dadurch aus, dass die von ihnen verwendete Munition nicht auf ein Patronenlager angewiesen ist, um die Patronenhülsen daran zu hindern vom Druck in dessen Inneren aufgerissen zu werden. Meist ist dazu entweder das Hülsenmaterial deutlich dicker oder aber der Druck in dessen Inneren ist deutlich geringer. Beispiele sind die Gyrojet Waffen und das Leuchtmittelgerät von Heckler & Koch.
Präsentatoren (auch reine Präsentatoren genannt) sind Waffen, welche nicht über ein klassisches Patronenlager verfügen und bei denen die Munition nicht in ein Lager eingeführt werden muss. Der übliche Ladevorgang mit Zuführung findet nicht statt. Die Patronen werden stattdessen von einem Magazin oder in einem Patronengurt lediglich der Waffe präsentiert und vor Ort gezündet. Ein Beispiel wäre das Leuchtmittelgerät von Heckler & Koch, dieses zündet einfach die jeweils oberste Patrone im Magazin.
Hülsenlose, ein System welches seine Patronen lediglich präsentiert, verwendet zudem Munition ohne Hülsen. Die Patronen des Gyrojet-Systems sehen zwar optisch aus wie normale Einheitspatronen, sie funktionieren jedoch, indem Pulvergase nach hinten aus speziellen Düsen austreten, wobei sich der gesamte Korpus in Bewegung setzt. Da die Projektile auch im Flug noch von diesen Düsen angetrieben werden, ist kein hoher Druck in der Waffe vonnöten. Auch die Gyrojet Pistole ist so in der Lage, ohne Patronenlager auszukommen und zündet lediglich die oberste Patrone im Magazin. Ein Hülsenauswurf ist nicht nötig, da die gesamte Patrone aus der Waffe geschossen wird.
Mehrlinge sind Waffen, welche mehrere Schüsse abgeben können, indem sie über mehrere Läufe verfügen. Reihen Mehrlinge können dabei einen Schuss pro Lauf abgeben. Der Vorteil ist eine extrem hohe Schussfolge, welche bei einigen Modellen so weit geht, dass zwei oder mehrere Läufe gleichzeitig zur Schussabgabe gebracht werden können. Der Nachteil ist jedoch, dass mit jedem Schuss ein ganz neuer Lauf dazu kommen muss, was Mehrlinge extrem schwer machen kann. Zudem würde ein präziser Mehrling jeweils ein eigenes Visier pro Lauf benötigen, in der Realität teilen sich jedoch mehrere Läufe ein Visier, welches nicht präzise für jeden der Läufe eingeschossen sein kann. Weitere Probleme sind die Schwingung der Läufe sowie deren Ausdehnung bei Hitze. Sind die Läufe aneinander befestigt, so können diese beim Schuss nicht frei schwingen, was die Präzision verschlechtert. Wird ein Lauf öfter geschossen als ein anderer des Bündels, so kann er durch seine Wärmeausdehnung an dem anderen Lauf ziehen und so seine und die Präzision des anderen Laufes verschlechtern. Der bekannteste Vertreter des Mehrlings ist die doppelläufige Schrotflinte. Kein Mehrling ist die Gatling Gun, bei ihr handelt es sich um mehrere gebündelte Verschlusslader, welche sich im Schuss abwechseln, um Zeit zum Abkühlen zu haben.
Querlinge, bei diesen liegen meist zwei Läufe nebeneinander. Dies hat zwar den Vorteil, dass das Laufbündel, bei Waffen mit Kipplauf, in einem kleineren Winkel, bedeutet nicht so weit, nach unten abgekippt werden muss, um beide Patronenlager zu erreichen aber auch, dass sich beide Läufe häufig ein Visier in der Mitte von beiden teilen müssen. Bei Querflinten ist dies meist kein Problem, bei Querbüchsen jedoch ist oft nur aus einem Lauf ein präziser Schuss möglich, da das Visier nur für einen der beiden Kugelläufe eingeschossen sein kann. Eine Ausnahme bilden Querlinge bei welchen ein oder gleich beide Läufe beweglich gelagert sind und so justiert werden können, das sich der Lauf dem Visier anpasst und nicht umgekehrt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Rückstoßkräfte leicht seitlich auf das Waffengehäuse wirken. Die bekanntesten Querlinge blieben jedoch Doppelquerflinten.
Bocklinge, hier wurden meistens zwei Läufe übereinander namensgebend aufgebockt. Der Vorteil dieser Bauart ist, dass beide Läufe auf einer vertikalen Linie mit einem Visier liegen können. Der Nachteil besteht darin, dass das Laufbündel einer Kipplaufwaffe in einem deutlich steileren Winkel, bedeutet weiter nach unten, abgekippt werden muss, um auch das untere Patronenlager zu erreichen, was das Nachladen erschwert. Dafür zerren die Rückstoßkräfte in einer geraden Linie am Waffengehäuse. Die bekanntesten Vertreter der Bocklinge sind Bockdoppelflinten.
Mehrlinge beziehungsweise das Wort Mehrling ist ein Sammelbegriff für Waffen, welche über mehr als einen Lauf verfügen und dementsprechend drei Schüsse abgeben können, bevor sie nachgeladen werden müssen. Obwohl die unterschiedlichsten und ausgefallensten Konstruktionen unter diese Kategorie fallen, gilt der Begriff heute als Synonym für eine universelle Jagdwaffe, welche meist über einen Schrotlauf, einen Kugellauf sowie über einen Kleinkaliberlauf verfügt. Theoretisch kann ein Jäger so mit einer einzigen Waffe im Gepäck auf die Begegnung mit verschiedensten Wildarten reagieren. In der Praxis fehlt es jedoch oft dem Kugellauf an der nötigen Präzision, da er durch den mit verbündelten anderen Läufen nicht frei schwingen kann.
Transporter sind Waffen, welche über mehrere Patronen- oder Brennkammern verfügen, welche noch vor der Schussfolge geladen wurden. Um mehrere Schüsse nacheinander, ohne Nachladen, abgeben zu können, werden diese vorgeladenen Kammern nacheinander in Abschussposition gebracht. Der Nachteil dieses Systems besteht darin, dass pro Schuss eine neue Patronenkammer dazukommen muss, was das Gewicht von Transporter mit großer Kapazität stark erhöht. Die wohl bekannteste Form des Transporters ist der Trommelrevolver, es gibt jedoch auch Transporter, welche ihre Kammern in Scheiben, Blöcken oder Ketten tragen. Bei einem reinen Transporter existiert nur ein Lauf, hinter welchem die einzelnen Patronenkammern positioniert werden. Bei Transporters, welche mit den Eigenschaften von Mehrlingen kombiniert wurden, werden Rohre, bestehend aus Patronenkammer und Lauf, in Position gebracht. Diese Mischung wird als Bündelwaffe bezeichnet. Es gibt Bündelrevolver wie die Pepperbox und Bündelpistolen wie die Schüler Reform.
Hahntransport bei diesen Waffen des Transporter Typs erfolgt der namensgebende Transport des Patronenkammerblocks durch das Spannen des Hahnes der Waffe. Der Schütze lädt zum Beispiel die Trommel eines Trommelrevolvers, schließt diese und spannt den Hahn, dabei wird die Trommel um eine Patronenkammer weiter gedreht. Krümmt der Schütze den Abzug ab, so wird der Hahn freigegeben und bricht, durch seinen Schlag auf das Zündhütchen, den Schuss. Um die Waffe erneut feuerbereit zu machen, muss der Schütze bei einer Waffe mit Hahntransport den Hahn erneut spannen, wobei eine Patronenkammer mit einer frischen Patrone vor den Lauf gebracht wird. Das bekannteste Beispiel ist der Colt Single Action Army, auch als Peace Maker bezeichnet.
Abzugstransport meint eine Waffe, bei welcher der Schütze den Patronenkammerblock dadurch bewegt, dass er den Abzug der Waffe abkrümmt. Der Schütze ist demnach nicht mehr gezwungen, den Hahn der Waffe bei jedem Schuss von Hand vorzuspannen. Die meisten modernen Revolver mit Abzugstransport bieten jedoch auch Hahntransport an, da der Abzugsweg bei Abzugstransport deutlich länger und schwerer ist und die Schützenpräzision verschlechtert. Ein bekanntes Beispiel wäre der Colt Python.
Spanntransport besagt, dass der Transport des Patronenkammerblocks durch in der Waffe gespeicherte Spannenergie erfolgt. Meist handelt es sich dabei um eine vor der Schussfolge aufgezogene Spiralfeder. Nach jedem Schuss wird der Patronenblock freigegeben, worauf die Feder den Block so lange bewegt, bis die nächste Patronenkammer vor dem Lauf der Waffe zum Stehen kommt. Bekannte Beispiele sind die DAO-12 Flinte sowie das Mehrfachgranatgerät MGL M32.
Selbsttransporter sind in der Lage, den Transport ihres Patronenkammerblocks selbstständig zu bewerkstelligen, ohne auf die Muskelkraft des Schützen oder vorgespannte Federn angewiesen zu sein. Die Kraft stammt lediglich direkt oder indirekt aus der Pulverladung und der darin gespeicherten Energie.
Gastransport verwenden für den Transport ihres Patronenkammerblocks den Gasdruck im Lauf. Dieser kann dabei direkt genutzt werden, um einen beweglichen Stoßboden nach hinten zu treiben, wie beim Landstad Revolver oder aber indirekt, dabei wird Gas aus dem Lauf abgezapft und auf einen Kolben geleitet. Beweglicher Stoßboden oder Kolben übertragen diese Bewegung dann per mechanischer Umlenkung so, dass die Trommel bewegt und eine Patronenkammer mit frischer Patrone vor den Lauf der Waffe gebracht wird.
Rückstoßtransport oder Rückstoßtransporter ist der Fachbegriff für Waffen, welche ihren Patronenblock, meist die Trommel eines Trommelrevolvers, durch die Kraft des Rückstoßes transportieren, welcher beim Abfeuern des Geschosses auftritt. Dabei ist der obere Teil der Waffe mitsamt Lauf, Trommel und Stoßboden beweglich gegen das Griffstück gelagert. Beim Schuss bewegt sich diese Dreiergruppe zurück, während das Griffstück relativ still steht. Bei dieser Bewegung läuft ein griffstückfester Zapfen so in Zick-Zack-Nuten an der Trommel, dass dieser die Trommel zu einer Rotation zwingt. So arbeitet unter anderem der bekannteste Vertreter der Rückstoßtransporter der britische Revolver Webley-Fosbery. Der moderne Metaba Unica dagegen besitzt eine mechanisch gesteuerte Hand, die seine Trommel dreht.
Stapler sind Feuerwaffen, welche mehrere Schüsse aus ein und demselben Lauf abgeben können, indem sie Ladungen und Geschoss in ihrem Lauf hintereinander stapeln. Das Wort stapeln, welches man umgangssprachlich in der Bedeutung von aufeinander stapeln versteht, kommt daher, dass es sich bei den ersten Staplern um Vorderlader handelte, welche hochkant gehalten geladen wurden. Stapler haben aufgrund ihrer Bauweise ein Problem mit der Präzision. Da die hintersten Ladungen die Brennkammern der Davorliegenden als Teil ihres Laufes verwenden, werden die Geschosse der hinteren Ladungen praktisch aus längeren Läufen verschossen und besitzen andere ballistische Parameter. Zudem gelten Stapler als gefährlich. Wird versehentlich eine hintere Ladung gezündet, ohne dass die davorliegende bereits den Lauf verlassen hat, kann es zu einer Rohrsprengung kommen. Die Vorteile von Staplern liegen jedoch in einer hohen theoretisch möglichen Feuergeschwindigkeit.
Einzelzündung, ein Stapler mit Einzelzündung hat für jede der Ladungen in einem Lauf eine eigene Zündung. Dabei hatten einige Staplerwaffen aus der Schwarzpulverzeit tatsächlich auf einer Seite bis zu fünf Steinschlossen, um jede Ladung einzeln zünden zu können. Was jedoch zu schweren Unfällen führen konnte, sollte eines der Schlösser vorzeitig auslösen. Eine moderne Form ist die Metal Storm Surf Zone, welche die Ladung in ihrem Rohr nacheinander elektronisch zündet und so eine enorme Kadenz erreichen kann. Um diese noch weiter zu steigern, besitzt die Surf Zone zudem mehrere Läufe und kombiniert so die Eigenschaften eines Staplers mit der eines Mehrlings.
Wanderschloss, da ein Stapler mit mehreren Schlössern sehr teuer und zudem sehr schwer ist, hat man das Wanderschloss entwickelt. Dabei handelt es sich um eine verschiebbare Zündeinrichtung, welche nach dem Zünden des ersten Schusses von dessen Zündloch nach hinten weiter zum Zündloch der zweiten Ladung geschoben wurde. Auf diese Weise konnten selbst Vorderlader aus der Schwarzpulverzeit hohe Feuergeschwindigkeiten erreichen. Das Problem war jedoch, dass man bei einer Fehlzündung auf keinen Fall versuchen durfte, einfach die nächste Ladung zu zünden.
Wanderlauf, bei diesen Staplern wanderte nicht das Schloss von Zündloch zu Zündloch, sondern der Lauf wanderte mit seinen einzelnen Zündlöchern an einem feststehenden Schloss vorbei. Die Schwierigkeit bestand lediglich darin, nach jedem Bewegen des Rohrs, dieses wieder ausreichend gut zu arretieren, damit es durch den Rückstoß nicht aus der Waffe geschleudert wurde.
Kettenzündung, bei dieser Methode zünden sich die Ladungen eines Staplers einfach gegenseitig. Dabei ist meist in die Geschosse ein kleiner Kanal gebohrt, welcher sich beim Laden mit Pulver gefüllt hat. Wird nun die erste Ladung gezündet, so brennt nicht nur die Treibladung des ersten Geschosses, sondern auch das Pulver in dem, in das zweite Geschoss, gebohrten Kanal. Dies wiederum führt dazu, dass kurz darauf auch die Treibladung vom zweiten Geschoss gezündet wird. Diese Kettenreaktion konnte zwar nicht mehr gestoppt werden, aber ermöglichte Waffen aus der Schwarzpulverzeit eine, für damalige Verhältnisse, enorme Feuergeschwindigkeit. Die bekannteste Waffe ist die Klotzbüchse. Um die Feuerdichte weiter zu steigern, besitzen einige dieser Waffen mehrere Läufe und kombinieren so die Eigenschaften von Staplern mit denen der Mehrlinge, wobei einige in der Lage waren, ihre Kettenzündung von einem Lauf in den anderen überspringen zu lassen.
Lader, auch oft als Mehrlader bezeichnet, sind Feuerwaffen, welche ihre Mehrschüssigkeit dadurch erreichen, dass ihre Brennkammer während der Schussfolge immer wieder mit neuen Ladungen bestückt wird, ohne dass der Schütze diese selbst berühren muss. Meist handelt es sich bereits um Waffen für Einheitspatronen, welche ihre Patronen in einer Patronenkammer einführen können. Lader haben den großen Vorteil, dass sie mit nur einem Lauf und nur einer Patronenkammer auskommen können, sie werden pro geplantem Schuss nicht so schwer wie Mehrlinge oder Transporter. Ihr beinahe einziger Nachteil sind die sogenannten Ladehemmungen, da der Transport von Patronen aus einem Munitionsvorrat hin zur Patronenkammer störungsanfällig sein kann. Der Großteil der heute verwendeten Waffen sind Lader von der AK-47 bis zur XM177.
Rohrlader, bei diesem Typ des Laders ist das Rohr beweglich gelagert und wird für den Ladevorgang nach vorne bewegt. Auf diese Weise entsteht zwischen dem lauffesten Patronenlager und dem gehäusefesten Stoßboden eine Lücke. In diese Lücke wird eine Patrone hinein präsentiert. Sobald der Lauf wieder zurück in Richtung des Stoßbodens bewegt wird, wird die präsentierte Patrone über eine Rampe an der Patronenkammer in das Patronenlager eingeführt, die Waffe wird schussbereit. Sie ähneln in ihrer Funktion der des Einzelladers mit feststehenden Stoßboden und nach vorne gleitendem Lauf. Der große Vorteil von Rohrladern ist ihre kompakte Bauweise, da kein Verschluss Platz braucht, um nach hinten zu fahren. Ihr Nachteil ist, dass der Lauf bei jeder Rückkehr wenige µ anders zu liegen kommt, was die Präzision verschlechtert.
Vordrucklader, sind die einzig übliche Form des Rohrladers, welche als Selbstlader ausgeführt sind. Diese werden dadurch angetrieben, dass der Rückdruck in der Patronenhülse versucht, diese wie einen Hohlkolben aus dem Patronenlager der Waffe hinauszuschieben. Da der Stoßboden fest mit dem Griffstück oder dem Gehäuse der Waffe verbunden ist, wird der Lauf nach vorne geschoben ähnlich einem Selbstkolben in der Pneumatik. Oft wird fälschlich behauptet, dass entweder die Reibung zwischen Geschoss und Lauf oder aber der Rückstoß das Rohr eines Vordruckladers nach vorne treiben würden. Beides ist jedoch nicht richtig. Der Vorteil dieser Systeme ist ihre kompakte Bauweise, der Nachteil besteht in dem starken Rückschlag, da neben dem Geschoss auch die Masse des Laufes nach vorne geschleudert wird, was zu einem doppelten Rückstoß führt. Bekannte Vordrucklader sind die Schwarzlose Pistolen 1908 und 1909 sowie die Hiro Komura Pistole und das moderne Maschinengranatgerät Howa Typ 96.
Schieberlader setzen einen namensgebenden Schieber ein, um Patronen aus dem Patronenvorrat, ergo einem Magazin oder einem Patronengurt in die Patronenkammer zu befördern. Dabei wird der Stoßboden meist beiseite geklappt oder ausgeschwenkt. Dies ermöglicht eine deutlich kompaktere Bauweise als bei Verschlussladern, bei welchen der Verschluss in der Regel eine ganze Patronenlänge oder mehr nach hinten geführt werden muss, um Platz für die Präsentation der nächsten Patrone zu schaffen. Der Nachteil von Schieberladern ist, dass es bei ihnen deutlich öfter zu Ladehemmungen kommt als bei Verschlussladern, welche auch schwerer zu beheben sind. Der bekannteste Schieberlader ist das Madsen MG.
Verschlusslader, sind die am häufigsten anzutreffende Form des Laders. Bei ihnen ist der Stoßboden Teil eines beweglichen Verschlusses, welcher zum Beladen der Patronenkammer nach hinten fährt. In die durch diese Bewegung entstehende Lücke, zwischen Patronenkammer und Stoßboden, wird eine frische Patrone präsentiert. Wird der Verschluss wieder in Richtung der Patronenkammer zurückgeschoben, schiebt er die Patrone vor sich her und führt diese in die Patronenkammer der Waffe hinein, die Waffe wird feuerbereit. Der beinahe einzige Nachteil der Verschlusslader ist, dass der Verschluss Platz benötigt, um nach hinten fahren zu können. Es existieren zwar platzsparende Teleskopverschlüsse, diese halten jedoch weit weniger starken Drücken stand. Die überwältigende Mehrheit der Mehrlader sind Verschlusslader.
Repetierer ist die historisch gewachsene Bezeichnung für Verschlusslader, welche per Hand angetrieben werden. Dabei betätigt der Schütze nach jedem Schuss ein an der Waffe angebrachtes Element mit seiner Muskelkraft, um die Waffe wieder feuerbereit zu machen. Die bekanntesten Repetierer sind Vorderschaftrepetierflinten wie die Remington M870 oder das deutsche Gewehr 98 von Mauser.
Drehzylinder, ist der etwas sperrige deutsche Begriff um zu sagen, dass der Schütze bei einem Kammerstängelrepetierer zunächst eine Drehbewegung ausführen muss, bevor er den Verschluss nach hinten ziehen und dadurch öffnen kann. Um zu repetieren, muss der Schütze den am Verschluss befestigten Kammerstängel zunächst nach oben drehen, diese Bewegung nennt man aufschlagen. Dabei wird der Verschluss entriegelt. Danach zieht der Schütze den Verschluss am Kammerstängel nach hinten, wobei der Verschluss geöffnet und eine Patrone in der Lücke zwischen Verschluss und Patronenkammer präsentiert wird. Anschließend schiebt der Schütze den Verschluss mit Hilfe des Kammerstängels wieder nach vorne, wobei der Verschluss geschlossen wird. Als letzte Bewegung muss der Schütze noch den Kammerstängel wieder nach unten drehen. Diese Bewegung wird als zuschlagen bezeichnet und verriegelt den Verschluss. Der Nachteil dieses Systems ist zum einen, dass der Schütze seine Schusshand vom Abzug nehmen muss, um zu repetieren und zum anderen blockieren einige Drehzylindersysteme ihre Visierlinie mit dem Kammerstängel während des Repetiervorganges. Die bekanntesten Waffen mit einem Drehzylinder sind das Gewehr 98 von Mauser sowie das russische Mosin-Nagant Gewehr MN91/30. Das englische Lee-Enfield ist in dieser Gruppe bemerkenswert, da es seine Visierlinie beim Repetieren nicht unterbricht.
Geradezug benennt Waffen, welche durch das geradlinige Bewegen eines Elementes repetiert werden, es ist keine zweite Bewegung in eine andere räumliche Dimension von Nöten. Bei Geradezugrepetierern ist der Weg, den der Schütze mit dem Kammerstängel zurücklegen muss, zwar kürzer aber auch deutlich schwerer, da er mit dieser Bewegung oft das ent- und verriegeln des Verschlusses durchführt, was mit mechanischen Nachteilen verbunden sein kann. Unter anderem deswegen sind Geradezugrepetierer anfälliger für Verschmutzung. Mit einem neuen, gut geölten Geradezugrepetierer kann ein geübter Schütze deutlich schneller schießen als mit einem Drehzylindersystem, unter anderem da seine Visierlinie nicht unterbrochen wird. In ihren Ausführungen sind Geradezugrepetierer vielfältig, einige Selbstlader lassen sich sogar, zum Beispiel durch das Schließen ihrer Gasabnahme, in Geradezugrepetierer umwandeln. Die bekanntesten Repetierer mit einem Geradezug sind das schweizerische K31, das österreichisch-ungarische Mannlicher M95, liebevoll Ruck-Zuck-Gewehr genannt, sowie das moderne, jagdlich genutzte Blaser R93.
Kammerstängelrepetierer, ist ein in der deutschen Sprache häufig verwendeter Oberbegriff für Repetierer, an dessen Kammer sich ein namensgebender Stängel befestigt ist. Um die Waffe zu repetieren, manipuliert der Schütze diesen Stängel. Damit fallen sowohl die Geradezugrepetierer als auch Kammerstängelrepetierer unter diesen Begriff, daneben bleibt die Bezeichnung jedoch offen für viele weitere Formen von Repetierern. Mauser 98 wie auch Mannlicher 95 sind so beides Kammerstängelrepetierer.
Unterhebelrepetierer, diese Waffen besitzen einen namensgebenden Hebel an der Unterseite der Waffe. Meist handelt es sich bei diesem um ein Element in Funktionseinheit mit dem Abzugsbügel. Zum Repetieren bewegt der Schütze mit seinen, bereits im Abzugsbügel steckenden, Fingern den Unterhebel nach unten und wieder nach oben. Der Vorteil liegt in einem deutlich schnelleren Repetieren als mit einem Kammerstängel. Der große Nachteil ist, dass im Liegendanschlag eines Unterhebelrepetierers meist nicht genug Platz unter der Waffe ist, um den Unterhebel ganz auszuschwenken. Oft mussten Soldaten ihre derartigen Waffen im Liegen leicht drehen, um repetieren zu können. Aus diesem Grund gelten Unterhebelrepetierer für den Infanteriegebrauch als untauglich. Bekannte Waffen dieses Typs sind die Winchester M1894 für kleinere Patronen sowie die M1895 für ausgewachsene Gewehrpatronen.
Kolbenhalsrepetierer, diese seltene Form wird in ihrem Kolbenhals repetiert. Der Schütze umgreift mit seiner Schusshand meist eine Wulst am namensgebenden Kolbenhals und repetiert dieses Element zum Repetieren nach unten, nachdem er seinen Finger aus dem unbeweglichen Abzugsbügel herausgenommen hat. Wegen ihrer aufwendigen Konstruktion sind Kolbenhalsrepetierer recht selten.
Vorderschaftrepetierer besitzen einen beweglichen Vorderschaft. Diese Anordnung hat den großen Vorteil, dass beim Zielen und Schießen bereits die unterstützende Hand des Schützen am Vorderschaft der Waffe ruht. Möchte der Schütze nach einem Schuss repetieren, so muss er meist den Vorderschaft der Waffe lediglich nach hinten ziehen und wieder nach vorne schieben. Der Schütze muss demnach nicht umgreifen und kann zudem sein Ziel im Auge behalten. Der Nachteil dieses Systems ist das Repetieren im Liegen, da der Schütze dazu seine unterstützende Hand verwenden muss, auf welcher in liegender Position meist die Waffe ruht. Aus diesem Grund sind Büchsen mit gezogenen Läufen mit diesem System selten, aber vorhanden wie die Colt Lightning. Die meisten Vorderschaftrepetierer sind Flinten für Schrotmunition wie die Remington 870 oder die Mossberg M590.
Fremdlader sind Waffen, welche die Energie für ihren Ladevorgang weder direkt noch indirekt aus der Verbrennung des Treibmittels in ihren eigenen Patronenkammern ziehen. Manchmal gelten Repetierer ebenfalls als eine Form der Fremdlader, da diese durch die Muskelkraft des Schützen angetrieben werden. In der Regel wird jedoch diese ebenfalls ausgeschlossen.
Spannfederantrieb, diese Fremdlader besitzen eine oder sogar mehrere vorgespannte Federn, welche für den Verschlussantrieb verantwortlich sind. Nach dem Schuss tritt eine vor der Schussfolge gespannte Feder in Kraft, welche den Verschluss nach hinten wirft, um die leere Patronenhülse auszuwerfen und die Zündeinrichtung zu spannen. Danach rutscht diese Feder von ihrem Angriffspunkt am Verschluss ab, wodurch die Verschlussfeder die Oberhand gewinnt und den Verschluss wieder nach vorne treibt, um eine neue Patrone zuzuführen und den Verschluss zu schließen. Der Nachteil dieses Systems ist es, dass eine Feder, welche mathematisch stärker sein muss als die Verschlussfeder, entweder für jeden Schuss erneut gespannt werden muss oder dass jeweils eine solche Feder für jeden geplanten Schuss in die Waffe konstruiert werden muss. Dafür hat das System den Vorteil, nicht ladungsfühlig und sehr zuverlässig zu sein.
Motorkraftantrieb, bei diesem System liefert ein Motor die Kraft, welche notwendig ist, um den Verschluss zu öffnen und meist auch wieder zu schließen. Ein Vorteil dieser Antriebsart ist die geringe Ladungsfühligkeit, das System ist demnach nicht auf einen immer gleichen Gasdruck in seinem Rohr angewiesen. Zudem ermöglicht es eine enorme Feuergeschwindigkeit, wenn ein entsprechend leistungsstarker Motor vorhanden ist. Der große Nachteil ist die Zunahme an Gewicht durch den Motor sowie dass die meisten Fremdlader mit Motorkraftantrieb beim Ausfall des Motors funktionsunstüchtig werden. Zudem besteht eine große Gefahr bei Schlappschüssen, da der Motor im Gegensatz zu einem Gas- oder Rückstoßlader keine Funktionsstörung erleidet, wenn ein Geschoss nicht ganz durch den Lauf getrieben wird und dort stecken bleibt. Der Motor würde einfach stumpf die nächste Patrone laden und abfeuern, wobei es zu einem Rohrkrepierer kommen kann. Die bekannteste Waffe mit Motorantrieb ist die US-amerikanische Minigun M134, bei der Bundeswehr als MG6 im Einsatz.
Selbstlader, bezeichnet alle Waffen, welche die Kraft für ihren Ladevorgang entweder direkt oder indirekt aus der Ladung ihrer Munition ziehen. Die Waffen verwenden dabei entweder den bei der Verbrennung entstehenden Gasdruck oder den bei der Geschossbeschleunigung austretenden Rückstoß, um ihren Verschluss oder ihren Lauf zu bewegen. Eine seltene Ausnahme ist der Federlader, dieser zieht die Kraft für seine Entriegelung nicht aus dem gerade abgegebenen Schuss, sondern die gespeicherte Kraft eines zuvor abgegebenen Schusses, um eine Feder zu spannen. Bekannte Selbstlader reichen von der AK-47 bis zum Colt M1911.
Federlader, ist eine seltene Form des Selbstladers, welche die nötige Kraft für seine Entriegelung nicht aus dem gerade brechenden Schuss zieht, sondern aus einer Feder, welche vor dem Schuss gespannt wurde. Mit dieser Eigenschaft, müsste man den Federlader eigentlich den Fremdladern mit der Unterkategorie Spannfederantrieb zuordnen. Da die antreibende Feder jedoch von einem vorher abgegebenen Schuss gespannt wurde, zählen Federlader dennoch zu den Selbstladern. Der einzige bekannte Federlader ist der deutsche Vollmer Maschinenkarabiner M 38A.
Bei Verschlussvorlauf komprimierte Feder, bei dieser Form des Federladers wird die für die Entriegelung zuständige Feder nicht von einem vorher abgegebenen Schuss gespannt und dann von der Waffe gehalten. Stattdessen ist dieser Typ als zuschießende Waffe mit offener Verschlussstellung ausgeführt und es wird lediglich die Verschlussfeder gespannt und gehalten. Wird der Abzug durchgekrümmt, so schnellt der Verschluss nach vorne, entnimmt dem Magazin eine Patrone und führt diese in das Patronenlager ein. Bei diesem Vorlauf wird eine zweite Feder, die Entriegelungsfeder, komprimiert. Beim weiteren Vorlauf verriegelt der Verschluss und zündet die Patrone im Patronenlager. Die Waffe ist für den Bruchteil einer Sekunde formschlüssig-statisch verriegelt, bis die komprimierte zweite Feder die Oberhand gegenüber der, nun entspannten, Schließfeder sowie der Massenträgheit des Verschlusses gewinnt und den Verschluss nach hinten treibt. Der Verschluss wurde entriegelt und wird ab diesem Zeitpunkt von dem Gasdruck im Lauf nach hinten getrieben, wobei die Verschlussfeder erneut gespannt wird. Die einzige Waffe, welche dieses System verwendet, war der Vollmer Maschinenkarabiner M 38A, ausdrücklich die A Version.
Gasdrucklader, diese Waffen ziehen die Energie für den Antrieb ihres Verschlusses aus dem Druck der Pulvergase. Da Druck allseitig ist und alle Flächen beaufschlagt, mit denen er in Kontakt kommt, kann die Kraft des Gasdrucks an vielen Stellen für den Verschlussantrieb genutzt werden. Die jeweilige Stelle bezeichnet man als Zapfort. Die einfachste Form des Gasdruckladers ist der direkte Gasdrucklader, dieses System schiebt einfach die Patronenhülse, wie einen Hohlkolben nach hinten aus dem Patronenlager heraus gegen den Verschluss, welche nach hinten getrieben wird. Ausgefallenere Systeme arbeiten als indirekte Gasdrucklader und verfügen unter anderem über Laufbohrungen und Kolbensysteme. Bekannte Gasdrucklader sind unter anderem AK-47 und das Gewehr G3 der Bundeswehr.
Direkter Gasdruck bedeutet, dass der Gasdruck direkt auf den Patronenboden wirkt, ohne vorher abgezapft oder umgespult zu werden.
Zündhütchenhub, bei einer Waffe mit Zündhütchenhub ist das Zündhütchen der Patrone beweglich gelagert. Sobald die Treibladung in der Patrone zündet und sich im Inneren der Brennkammer Druck aufbaut, ist dieser in der Lage, dieses bewegliche Zündhütchen nach hinten zu schieben. Dabei kann das Zündhütchen entweder aus dem Patronenboden heraustreten oder aber es ist in einen, in den Patronenboden eingelassenen, Kanal gebettet, in welchen der Zündstift vorher eingetreten ist in beiden Fällen wird nun der Zündstift nach hinten geschoben, was die Entriegelung der Waffe einleitet. Der Zündstift fungiert hier also als eine Art Gaskolben. Aufgrund der aufwändig zu fertigen Munition sind Waffen mit Zündhütchenhub äußerst selten, ein Prototyp von 1924 das US-amerikanischen M1 Garand arbeitete nach diesem System.
Teleskoppatrone, ist eine Form der Einheitspatrone, dessen Hülse zweiteilig ist. Diese beiden Teile sind meist entweder schwach miteinander verkrimpt, leicht verklebt oder haften durch Zweimetalladhäsion aneinander. Wird eine solche Patrone im Patronenlager gezündet, entsteht in der Brennkammer der Hülse ein Druck, der versucht, den hinteren Teil der Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager heraus zu schieben. Der Verschluss entsprechender Waffen ist meist nicht formschlüssig verriegelt und so wird dieser nach hinten getrieben. Der Vorteil gegenüber direkten Gasdruckladern mit herkömmlichen Patronen ist, dass Teleskoppatronen deutlich länger sein und auch eine Flaschenhalsform haben können, ohne dass Gasentlastungsrillen in das Patronenlager der Waffe geschnitten werden müssen.
Hülsen-Streckung, hier wird die natürliche Tendenz von langen Hülsen ausgenutzt, sich zu strecken. Ursache ist hier ebenfalls der den Hülseninnenboden beaufschlagende Gasdruck. Dieser versucht die Hülse aus dem Patronenlager heraustreiben, kämpft dabei jedoch gegen den radial wirkenden Liderungsdruck an, welcher die Hülsenwände gegen die Patronenlagerinnenwände presst. Die Folge ist kein einheitlicher Aushub der Hülse, sondern eine Streckung der Hülse. Diese Bewegung wird von einigen Waffen dazu verwendet, den Verschluss geringfügig nach hinten zu treiben. Beispiel ist ein Prototyp des Springfield Gewehr aus den USA, wo das System als "head space operated" bezeichnet wird.
Hülsen-Aushub, bei diesem System wird die komplette Hülse am Stück nach hinten aus dem Patronenlager der Waffe herausgedrückt und verhält sich damit ähnlich einem Hohlkolben. Diese Bewegung wird ausgenutzt, um den Verschluss anzutreiben, welcher die Patronenhülse nach hinten abstützt. Beim Heraustreiben der Hülse aus dem Patronenlager kommt es zum einen zu Volumengewinn und zum anderen zu einer teilweisen Entspannung der Pulvergase. Der Hülsenaushub folgt damit den Gesetzen der Gasdynamik. Die Behauptung, dass Hülsen-Aushub durch den Rückstoß des beschleunigten Geschosses verursacht wird, muss als unwissenschaftlich zurückgewiesen werden. Bekannte Waffen mit Hülsenaushub reichen von der Maschinenpistole Uzi bis zur deutschen Pistole Walther PPK.
Vordrucklader, zählen genau genommen nicht zu den Verschlussladern, sondern zu den Rohrladern sind hier aber der Vollständigkeit halber aufgeführt. Auch bei einem Vordrucklader wird die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager heraus geschoben. Da jedoch der Stoßboden Teil des Waffengehäuses oder des Griffstücks ist, während das Rohr noch vorne beweglich gelagert ist, verursacht das rückwärtige Austreten der Patronenhülse ein nach vorne gleiten des Rohres, welches sich wie ein pneumatischer Selbstzylinder verhält, während die Patronenhülse als Selbstkolben fungiert. Die Behauptung, dass die Reibung zwischen Geschossmantel und Innenlauf den Lauf von Vordruckladern nach vorne ziehen würde, muss als unwissenschaftlich zurückgewiesen werden. Die bekanntesten Vordrucklader sind die österreichische Pistole Steyr-Mannlicher M1894 und die deutsche Schwarzlose M1909 und M1908.
Rückdrucklader, sind das genaue Gegenteil von Vordruckladern. Bei ihnen wird zwar die Patronenhülse ebenfalls vom Gasdruck nach hinten aus dem Patronenlager herausgeschoben, jedoch sind bei Rückdruckladern die Rohre gehäusefest, der Stoßboden allerdings beweglich. Dieser Stoßboden ist Teil des Verschlusses, welcher durch den Hülsenaushub nach hinten getrieben wird. Da es bei Rückdruckladern durch den Hülsenaushub zu einem pneumatischen Volumengewinn in gleichzeitigem Verlust von Spannenergie kommt, arbeitet dieses System auf gasdynamischen Grundlagen. Die Behauptung, dass Rückdrucklader vom Geschossrückstoß angetrieben werden, muss als unwissenschaftlich zurückgewiesen werden. Häufig werden Rückdrucklader pauschal nach ihrer häufigsten Verriegelungsart als Masseverschlüsse bezeichnet. Dies trifft zwar in vielen Fällen zu, es existieren jedoch auch verriegelte Rückdrucklader wie die Maschinenpistole SIG MKMO. Die bekanntesten Rückdrucklader sind die Maschinenpistole Uzi, bei der Bundeswehr als MP2 geführt und die russische Selbstladepistole PM Makarov.
Frei (Rückdrucklader), die Verschlüsse dieser Systeme können frei nach hinten laufen, ohne dabei einer Belastung oder mechanischen Verzögerung ausgesetzt zu sein. Um die Sicherheitsstrecke, kurz S-Strecke, der in ihnen verwendeten Hülsen nicht zu überschreiten, setzen freie Verschlüsse lediglich die Massenträgheit ihrer Verschlüsse ein, weswegen man ihr Verschlusssystem Masseverschluss nennt. Nach der allgemeinen Formel der Mechanik “a = f / m” wird jede wirkende Kraft “f” durch die Masse “m” des von der Kraft betroffenen Körpers geteilt, um dessen Beschleunigung “a” zu ermitteln. Will man nicht, dass der Verschluss einer Waffe nach einer bestimmten Zeit bereits eine bestimmte Strecke zurückgelegt hat, also sich bei zu hohem Druck im Lauf schon zu weit geöffnet hat, so muss man die Masse des Verschlusses entsprechend erhöhen. Die Behauptung, dass sich Masseverschlüsse zunächst gar nicht bewegt, ist jedoch falsch. Die Verschlussbewegung beginnt zeitgleich mit der Geschossbewegung, sie ist nur deutlich langsamer, da der Verschluss eine größere Masse aufweist als das Geschoss. Ebenfalls falsch ist, dass lediglich freie Rückdrucklader zu den Masseverschlüssen gehören, auch übersetzte Rückdrucklader wie MP5 oder das G3 der Bundeswehr sind per Definition Masseverschlüsse.
Delinear (Rückdrucklader), die Verschlüsse dieser Waffen laufen nach dem Antrieb durch die Pulvergase nicht linear nach hinten, sondern meist schräg nach unten. Das Ziel einer nichtlinearen Verschlussbewegung ist, den Gehäuseanschlag des Verschlusses zu nutzen, um dem Hochschlag der Waffe entgegenzuwirken. Prallt der Verschluss am Ende seines Rücklaufes unten gegen das Waffengehäuse so versetzt er diesem einen Stoß und zwingt so die gesamte Waffe nach unten. Die Behauptung, dass alleine das nach-unten-Gleiten des Verschlusses dem Rückstoß entgegenwirkt, ist aus Sicht der Thermodynamik falsch, da delineare Masseverschlüsse weniger Impulsgleichheit aufweisen als lineare Verschlüsse. Der Effekt kommt alleine durch den Gehäuseanschlag. Die bekanntesten Vertreter sind die US-amerikanische Maschinenpistole Kriss Vector sowie die französische MAS 38.
Linear (Rückdrucklader), bei diesen Systemen läuft der Verschluss in einer geraden Linie nach hinten, nachdem dieser vom Gasdruck in der Patronenhülse nach hinten getrieben wurde. Dass der Verschluss dabei genau in entgegengesetzter Richtung zum Geschoss beschleunigt wird verringert den Rückschlag betreffender Waffen erheblich. Ursache dafür ist annähernde Impulsgleichheit. Nicht nur das beschleunigte Geschoss erzeugt eine Rückstoßwirkung, sondern auch der Gleichzeitig beschleunigte Verschluss erzeugt nach dem dritten Axiom von Isaac Newton eine Gegenreaktion, welche genau entgegengesetzt der des Geschosses. Der Schütze spürt so lediglich die Differenz der beiden Gegenreaktionen, anstelle des vollen Rückstoßes, wie bei einer Waffe mit unbeweglichem Verschluss.
Teleskopmasse, bei dieser Form des Masseverschlusses wurde die Hauptmasse teleskopartig um den Lauf gelegt. Da reine Masseverschlüsse schon bei der Verwendung mit starken Pistolenpatronen eine recht hohe Masse benötigen, muss diese irgendwo im Gehäuse der Waffe untergebracht werden, was zur Zeit der Weltkriege oft zu sehr großen Waffengehäusen geführt hat. Um Masseverschlusswaffen kompakter bauen zu können, hat man angefangen, die Verschlussmasse vor den Stoßboden und um den Lauf herum zu verlegen. Bekannte Waffen mit Teleskopverschlüssen sind die tschechische vz.24 “Samopal”, die Uzi, bei der Bundeswehr als MP2 im Dienst und die US-amerikanische Ingram Model 10 “MAC-10”. Zu einem Missverständnis kommt es immer wieder in Bezug auf die deutsche MP40, diese besitzt keine Teleskopmasse, sondern einen Teleskoprückhohlfeder.
L-Förmige Masse, bei diesem Typ des Masseverschlusses wurde ein Teil der Verschlussmasse L-förmig über den Lauf verlegt. Durch diese Anordnung können Masseverschlüsse auch bei der Verwendung von starken Pistolenpatronen eine kompakte Bauform aufweisen. Die bekanntesten Waffen mit L-förmiger Masse sind die deutsche Maschinenpistole Walther MPL und MPK sowie die russische Kleinstmaschinenpistole PP-2000.
Rückwärtige Masse, diese alte Form der Masseverschlüsse hält ihre gesamte Masse hinter dem Stoßboden angeordnet. Der große Vorteil ist dabei die einfache Konstruktion, der Nachteil jedoch die Größe der Waffen, da der Verschluss zum einen eine gewisse Größe braucht, um die nötige Masse für die jeweilige Patrone aufbieten zu können, zum anderen benötigt er noch Platz um nach hinten laufen zu können. Ist zudem gewünscht, dass sich der Verschluss tot läuft und nicht hinten an das Waffengehäuse stößt, dann werden betroffene Waffen nochmal deutlich größer. Meist wird in solchen Fällen, wie dem der US Maschinenpistole M3 “Grease Gun” hergegangen und der Verschluss verbreitert, was zu einem bulligeren aber kürzeren Waffengehäuse führt.
Belastet, diese Verschlüsse werden durch ein Element oder eine physikalische Gegebenheit zusätzlich belastet. Die Geschwindigkeit mit welcher sich der Verschluss der Waffe öffnet, wird demnach nicht nur durch dessen Masse bestimmt. Bei einigen Waffen wird diese Belastung zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgehoben, bei anderen bleibt sie über den gesamten Verschlussweg nach Rückwärts bestehen. Die bekannteste belastete Waffe ist die deutsche Selbstladepistole P7, welche durch Gas belastet wird.
Verschlussvorlauf, bei Waffen mit Vorlaufzündung, wird die Patrone nicht erst dann gezündet, wenn der Verschluss in seiner vordersten Stellung zur Ruhe gekommen ist. Bei durch Verschlussvorlauf belasteten Waffen erfolgt die Zündung der Patrone, noch während der Verschluss dabei ist, nach vorne zu laufen. Durch diese frühe Zündung muss der Rückdruck der Patrone nicht nur die Massenträgheit des Verschlusses überwinden, sondern vorher zudem noch dessen, nach vorne gerichteten, Bewegungsimpuls. Derart konstruierte Waffen können weitaus leichtere Verschlüsse einsetzen als unbelastete Masseverschlüsse, müssen dafür aber präzise konstruiert und gut auf ihre Munition abgestimmt sein. Bekannte Beispiele sind die Maschinenkanonen Becker und Oerlikon, sowie sie US Schnellfeuerflinte AA-12.
Per Feder (belastet), diese Form setzt der Verschlussbewegung zusätzlich eine separate Feder entgegen, welche entweder nicht mit der üblichen Rückholfeder identisch ist oder deutlich stärker ausgeführt ist als üblich. Das große Problem solcher Konstruktionen ist, dass sie ohne weitere konstruktive Details extrem schwer durchzulesen sind, da auch der Schütze die Kraft dieser verriegelungrelevanten Feder überwinden können muss. Deswegen kommt oft ein Element zum Einsatz, welches von einer Feder in eine Aussparung im Waffengehäuse gedrückt wird, welche beim Verschlussrücklauf in den Verschluss zurückgedrückt wird. Betätigt der Schütze jedoch den Spanngriff, so wird dieses Element entkoppelt, was dem Schützen ein leichtes Repetieren des Verschlusses ermöglicht. Das System wurde in keiner serienreifen Waffe eingesetzt, jedoch vielen Modellen unterstellt. So sollen die Selbstladepistolen Glisenti M1910 sowie FN 57 auf eine solche Art funktionieren, beide sind jedoch Rückstoßlader mit minimaler Unterstellstrecke. Auch die deutsche Pistole VP70 soll nur aufgrund ihrer stärkeren Schließfeder in der Lage sein 9x19mm Parabellum Patronen zu verdauen, diese Waffe arbeitet jedoch mit Gasentlastung anstelle der unterstellten Federbelastung.
Per Reibung (belastet), diese Form der Belastung für Verschlüsse setzt auf Reibung, um zu verhindern, dass eine Patronenhülse zu schnell und zu weit aus dem Patronenlager herausgedrückt wird. Da Reibung per Definition immer einer Bewegung entgegenwirkt, kann sie eingesetzt werden, um die Verschlussbewegung zu hemmen. Bei einigen sehr frühen Selbstladewaffen wurde versucht die Reibung direkt an den Verschlusskörper anzubringen, meist in Form einer rauen Platte, welche von unten oder den Seiten her gegen den Verschlusskörper gepresst wurde. Der Nachteil war, dass sich diese Platten und die geriebene Stelle des Verschlusses nach und nach regelrecht blankreiben, worauf der Belastungswert fiel. Spätere Modelle nutzten direkt die Reibung der Patronenhülse im Patronenlager.
Per Gasdruck (belastet), diese Waffen funktionieren indem sie denselben Gasdruck, welcher die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager hinausschiebt, entweder direkt als hemmendes Element oder indirekt, indem sie Gasdruck auf einen Belastungskolben wirken lassen. Beides hat den großen Vorteil, dass bei steigendem Gasdruck in der Waffe auch sie Hemmwirkung linear ansteigt, da beide dieselbe Kraftquelle anzapfen.
Per Gaskolben (per Gasdruck belastet), dieses System zapft einen Teil des Gasdrucks aus dem Lauf oder direkt aus der Patronenkammer der Waffe ab, um diese in einen Belastungszylinder einzuleiten, wo diese die Stirn eines Belastungskolbens beaufschlagen. Dabei müssen die Größenverhältnisse, von den vom Gasdruck beaufschlagten Oberflächen, sprich von Patroneninnenboden und Belastungskolbenstirn so beschaffen sein, dass der Patroneninnenboden einen leicht größeren Durchmesser hat. Der Hintergrund ist, dass es beim Schuss zu einem regelrechten Seilziehen zwischen beiden kommt, wobei der Hülseninnenboden gewinnen muss, damit die Waffe repetierfähig bleibt. In diesem Fall wird sich der Verschluss bereits dann in Bewegung setzen, wenn das Geschoss anfängt sich zu bewegen, dabei wird der Verschluss jedoch deutlich verlangsamt. Durch die Gasbelastung kann eine solche Waffe mit einem deutlich leichteren Verschluss gebaut werden. Die Behauptung, dass das Gas im Belastungskolben in der Lage wäre, den Verschluss komplett geschlossen zu halten, wurde durch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen widerlegt. Die bekannteste Waffe mit diesem System ist die Selbstladepistole P7 von Heckler & Koch. Nicht dazu gehört das Volkssturmgewehr Gustloff, oft fälschlicherweise VG 1-5 genannt, dieses benutzt Gasbelastung lediglich zur Verschlussentschleunigung und nicht als durchgehende Belastung.
Per Liderung (per Gasdruck belastet), diese Waffen verwenden die bei Einheitspatronen vorkommenden Liderungskräfte, welche die Patronenwände gegen die Innenwände des Patronenlagers pressen, um den Verschlussrücklauf zu belasten. Um diese Kräfte auf relevantes Maß zu steigern, werden oft zusätzliche Elemente eingesetzt, welche oft Teil der Patronenlagergeometrie sind.
Revelli-Rille oder Lugerische Kröpfungsrille sind eigentlich nichts weiter als Ringnuten, welche in das Patronenlager geschnitten wurden. Zündet die Ladung der Patrone, so wird das weiche Hülsenmaterial in diese Rillen eingepresst. Dadurch entsteht zum einen eine größere Reibungsoberfläche und zum anderen eine zusätzliche Bedingung für den Aushub der Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager heraus. Diese besteht darin, dass das Hülsenmaterial aus den Nuten wieder auf das Kaliber des Patronenlagers zurück gepresst werden muss, bevor ein Aushub der Hülse möglich ist. Es kommt zu einem regelrechten Tauziehen zwischen dem Liderungsgasdruck, welcher das Hülsenmaterial in die Nut presst und dem Rückdruck, welcher versucht den Hülsenboden aus dem Patronenlager herauszudrücken. Dabei muss die Geometrie der Nut gut auf die Elastizität des Hülsenmaterials abgestimmt sein, damit die Waffe funktionssicher arbeitet. Eine häufige Fehleinschätzung lautet, dass die Liderungskraft in der Lage wäre, die Hülse für kurze Zeit an ihrem Platz zu halten, bis der Druck absinkt. Da jedoch mit dem hemmenden Liderungsdruck auch der antreibende Rückdruck absinkt, wäre eine derart austarierte Waffe repetierunfähig. Ein Beispiel für dieses System wäre die US Kimball Pistole.
Übersetzt (Rückdrucklader) bei diesen Systemen wird eine mechanische Übersetzung eingesetzt. Übersetzungen in der physikalischen Mechanik bezeichnen Systeme, welche Bewegungen entweder in ihrer Richtung ändern und oder Kraft gegen Weg oder Weg gegen Kraft tauschen. Dabei verhalten sie sich der Französischen Formel nach für die Patrone wie ganz normale Masseverschlüsse, nur dass ihre Masse nicht real existiert, sondern durch einen mechanischen Nachteil künstlich erzeugt wird. Trotzdem zählen übersetzte Verschlüsse zu den Masseverschlüssen, nur nicht zu den einfachen Masseverschlüssen. Beispiele sind unter anderem das Gewehr G3 der Bundeswehr sowie das französische FA MAS Sturmgewehr.
Verschlusskopf ins Schnellere übersetzt, hier wird der Verschlusskopf neben seiner Bewegung nach hinten zu einer zusätzlichen Bewegung gezwungen. Für die Ermittlung seiner Beschleunigung muss demnach nicht nur eine lineare Bewegung seiner Masse berechnet werden, sondern zudem eine radiale, wenn der Verschlusskopf dazu gezwungen wird sich zu drehen oder eine weitere axiale, wenn der Verschlusskopf sich zudem senken muss. Bekannte Beispiele sind unter anderem das italienische Kleinstmaschinengewehr Villar-Perosa, welches seinen Verschlusskopf, durch das Auflegen vom Spanngriff an einer gehäusefesten Steuerkurve, zu einer Drehung zwingt oder die US-amerikansiche Maschinenpistole M50 Reising, hier zwingt eine Schulter im Waffengehäuse den Verschlusskopf zu einer absinkenden Bewegung.
Element ins Schnellere, bei diesen Waffen ist ein Element so im oder am Verschlusskopf gelagert, dass dieses sich nicht nur mit dem Verschlusskopf eins zu eins mitbewegt, sondern so ausgeführt, dass es für jeden Millimeter, welchen der Verschlusskopf zurücklegt, eine größere Strecke zurücklegen muss. Nach der Französischen Formel entsteht hierdurch eine virtuelle Masse, welche deutlich größer ist als die Summe der Massen von Verschlusskopf und dem ins Schnellere übersetzen Element. Die US-amerikanische Maschinenpistolen Thompson M1921 und M1928 arbeiten in der Realität nach diesem Prinzip, obwohl sie laut Entwickler angeblich durch Zweimetalladhäsion verriegeln sollen. Was jedoch nicht der Realität entsprach. Da die gewonnene virtuelle Masse sehr gering war, wurden die Waffen später als Thompson M1 und M1A1 als einfache Masseverschlüsse ausgeführt.
Verschlussträger ins Schnellere übersetzt. Bei den meisten Waffen mit übersetzten Verschlusssystemen wird mechanisch Kraft gegen Weg getauscht, was man in der wissenschaftlichen Mechanik als mechanischen Nachteil bezeichnet. Diesen Kraft-Nachteil erleidet hier der Verschlusskopf, welcher den Stoßboden beherbergt, wohingegen der Verschlussträger den Weg-Vorteil erhält, er wird regelrecht abgeschleudert. Auf diese Weise entstehen Verschlusssysteme, welche mit einer viel geringeren realen Masse auskommen können als Systeme mit einfachen Masseverschlüssen. Ein Nachteil sind jedoch die hohen Geschwindigkeiten welche die Verschlussträger dieser Waffen erreichen, weswegen entsprechende Waffen so gut wie immer einen Puffer im Gehäuseheck benötigen. Beispiele sind das französische Sturmgewehr Famas, welches einen Hebel für die Übersetzung einsetzt. Der Verschlusskopf sitzt dabei wortwörtlich am kürzeren Hebel. Die reale Verschlussmasse des Famas steigt dabei von realen 380 Gramm auf virtuelle 2,3 Kilo. Das deutsche Gewehr G3 der Bundeswehr setzt hingegen auf Rollen für seine Übersetzung, welche den enormen Kräften länger standhalten als der Hebel des Famas. Das G3 übersetzt mit einem Verhältnis von 1 zu 3,4 und erzeugt aus 754 Gramm eine virtuelle Masse von 7,5 Kilogramm, das Verschlussgewicht wird verzehnfacht.
Verzögert (Rückdrucklader), mit dem Wort Verzögerung beschreibt die wissenschaftliche Mechanik schlicht und einfach eine negative Beschleunigung, ergo das Verlangsamen oder das komplette Stoppen eines sich in Bewegung befindlichen Körpers. Bei Waffen mit verzögertem oder genauer verzögerndem Verschlusssystem wird demnach ein bereits in seiner Öffnungsbewegung befindlicher Verschluss entweder stark verlangsamt oder in dieser Bewegung sogar komplett gestoppt, noch bevor er hinten an das Waffengehäuse anschlägt. Aufgrund der deutschen Umgangssprache werden oft auch belastete oder sogar übersetzte Verschlüsse als verzögert bezeichnet. Was jedoch physikalisch falsch ist, da hier keine nachträgliche Verlangsamung stattfindet. Bekannte, verzögerte Waffen sind die SIG MKMO und die Glock 25 Selbstladepistole.
Nachträglich verriegelt (verzögert), bei diesen Waffen ist der Verschluss zunächst in der Lage, sich frei nach hinten zu bewegen. Kurz vor der Überschreitung der S-Strecke, ergo kurz bevor die Patronenhülse durch zu weites auswandern aus dem Patronenlager heraus Gefahr läuft beschädigt zu werden, wird der Verschlusskopf gestoppt wodurch die Patronenhülse nicht weiter ausgehoben werden kann. Der Verschlussträger läuft jedoch weiter zurück und entriegelt den Verschlusskopf später bei seinem einsamen Rücklauf. Der Gasdruck konnte in dieser Zeit weiter absinken, weswegen nun die Hülse gefahrlos ausgezogen werden kann. Das bekannteste Beispiel ist der SIG Maschinenkarabiner Militär (Hülsenauswurf) Oben, kurz MKMO, wo das System aber nur in der Version für die Patrone 9x25mm Mauser Export voll zum Tragen kommt.
Nachträglich abgebremst (verzögert), bei diesen Systemen wird der Verschluss nicht komplett angehalten, sondern lediglich abgebremst. Die Geschwindigkeit wird nicht auf Null gebracht, sondern lediglich erheblich reduziert. Dies kann zum einen geschehen, um eine Überschreitung der S-Strecke zu verhindern aber auch um eine sichere Verschlussgeschwindigkeit einhalten zu können, denn Verschlüsse mit zu hohen Endgeschwindigkeiten können Waffen ohne entsprechende Puffereinrichtung beschädigen. Bekannte Modelle sind die Selbstladepistole Glock 17 und das Volkssturmgewehr Gustloff Spezial.
Durch zusätzlich angehängte Masse (verzögert), hier wird einfach an den bereits zurückliegenden Verschluss mehr Masse angehängt. Nach der Hauptformel der Mechanik “a = f / m” Beschleunigung (a) ist gleich Kraft (f) geteilt durch die Masse (m) des Körpers wird sich, bei einer Erhöhung der Masse zwangsläufig die Beschleunigung reduzieren. Ein derart entschleunigter Verschluss wird die Patronenhülse nun deutlich langsamer aus dem Patronenlager herauslassen und so, je nach Berechnung, die S-Strecke einhalten. Ein bekannter Vertreter ist die Glock 25, welche dieses System jedoch eher aus dem Grund einsetzt, die Funktion der 9x19mm Para Glock 17 unter Verwendung der schwachen 9x17mm Patrone zu imitieren.
Durch abgezapften Gasdruck (verzögert), bei diesen Systemen wird Gasdruck aus dem Lauf abgezapft, welcher den Verschluss nachträglich belastet. Im Gegensatz zu den gasdruckbelasteten Systemen der Familie der belasteten Verschlüsse geschieht dies, bei verzögerten Systemen, jedoch nicht beinahe sofort nach dem Brechen des Schusses, sondern mit deutlichem Zeitabstand. Meist befindet sich die nötige Gasbohrung demnach nicht direkt an der Patronenkammer, sondern erst ab dem ersten Drittel des Laufes. Passiert der Geschossboden die Bohrung, so wird Gas in einen Belastungskolben geleitet, wo dieses der Verschlussbewegung entgegenwirken kann, um diese zu verlangsamen. Die bekannteste Waffe dieses Systems ist das Volkssturmgewehr Spezial oder Volkssturmgewehr Gustloff, leider auch fälschlicherweise VG 1-5 genannt. Dieses verwendet die Verzögerung seines Verschlusses nicht, um die S-Strecke einzuhalten, dies tut der fast 8 Kilogramm schwere Verschluss durch seine Masseträgheit. Das Ziel ist es, diesen 8 Kilo Verschluss soweit zu entschleunigen, damit er bei seinem Anschlag an das hintere innere Waffengehäuse dieses durch seine kinetische Energie nicht beschädigt. Die Behauptung, dass das System des Gustloff seinen Verschluss zunächst geschlossen hält, ist durch die Tatsache widerlegbar, dass sich dessen Gasbohrung sogar im letzten Drittel seines Laufes befindet.
Indirekter Gasdruck, hiermit werden Systeme bezeichnet, bei welchen der Gasdruck nicht direkt auf den Stoßboden wirkt, sondern auf ein anderes Element oder einen anderen Teil des Verschlusses. Indirekte Gasdrucklader kann man von direkten Gasdruckladern dadurch unterscheiden, dass indirekte Gasdrucklader nicht vollständig repetierunwillig werden, wenn man den Aushub der Patronenhülse oder Teile selbiger verhindert. Indirekte Gasdrucklader umfassen ein großes Spektrum an Systemen und beinhalten unter anderem die sowjetische AK-47, das deutsche G36 und das US-amerikanische M16. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass in anderen Waffensprachen, die Begriffe direkter und indirekter Gasdrucklader anders verwendet werden. So benennt man in der amerikanisierten Waffensprache mit direkten Gasdruckladern das, was sonst als Gaseinleitung bezeichnet wird, ergo das System des M16 wohingegen indirekter Gasdruck zur Benennung von Kolbenhubsystemen verwendet wird und G36 sowie AK-47 einschließt.
Über Patronenlager, bei diesem Systeme ist das Patronenlager beweglich gelagert. Zudem existiert ein kleiner Spalt zwischen diesem Lager und dem Lauf. Bricht der Schuss, so gelangen Pulvergase in diesen Spalt und sind in der Lage, das bewegliche Patronenlager nach hinten zu treiben. Dabei existieren diese Systeme in zwei Formen. In der ersten ist der Verschluss am Patronenlager verriegelt und wird mit diesem zusammen vom Gasdruck nach hinten getrieben. Nach einer kurzen oder langen Rücklaufstrecke, wird der Verschluss vom Patronenlager entriegelt, diese Form wird bei starken Patronen eingesetzt. Die zweite Form kommt bei relativ schwachen Patronen zum Einsatz, hier ist der Verschluss frei, jedoch ist die Patrone zu schwach, um den Verschluss durch bloßen Rückdruck anzutreiben. Durch das bewegliche Patronenlager wird dem Gasdruck zusätzliche Angriffsfläche geboten, das durch Gasdruck angetriebene Patronenlager hilft hier dem Verschluss die nötige Beschleunigung zu erreichen.
Über Staudüse, hier wird der Gasdruck am Ende des Laufes in einer Staudüse gestaut. Dies ist möglich, da das Geschoss nach dem Verlassen des Laufes und dem Passieren einer Expansionskammer für den Bruchteil einer Sekunde die Geschossaustrittsöffnung verstopft. In dieser kurzen Zeit expandieren die Pulvergase in die der Staudüse und beaufschlagen deren Innenwände. Dabei ist es oft so, dass es sich entweder bei der vorderen oder der hinteren Wand der Staudüse um die Stirnfläche eines Ringkolbens handelt. Alternativ kann jedoch auch ein Glasröhrchen aus der Expansionskammer hinaus geleitet werden. Bekannte Vertreter sind das deutsche Selbstladegewehr G41(w) Walther und das Bang-Gewehr von 1922.
Über Gasbohrung, bei diesem Typ wird der Lauf angebohrt, um Gas aus diesem abzapfen. Dabei kann sich die Gasbohrung beinahe direkt an der Patronenkammer befinden, aber auch nahe der Mündung angebracht sein. Dabei verschmutzen Waffen mit sehr patronenlagernahmen Bohrung schneller, wobei Waffen mit Mündungsnaher Bohrung oft Probleme haben noch genug Gasdruck zapfen zu können. Aus diesem Grund befindet sich als Kompromiss die Gasbohrung der meisten modernen Waffen etwa im letzten Drittel des Laufes. Die radiale Ausrichtung der Bohrung hängt vom Waffendesign ab, die meisten Sturmgewehre besitzen ein Bohrung auf 12 Uhr, wohingegen viele Maschinengewehre eine Bohrung auf 6 Uhr besitzen, um ihre Gaskolben unter dem Lauf unterbringen zu können. Als Besonderheit besitzt das österreichische AUG beziehungsweise Stg.77 eine Gasbohrung auf 4 Uhr.
90° Gasumspuhlung, das Gasdruck allseitig ist und im Fall von Feuerwaffen auch noch extrem expandier freudig kann man es in beliebige Winkel umleiten, in der Strömungsdynamik als Umspulung bezeichnet. Bei einer 90° Umspulung wird einfach ein Loch seitlich in den Lauf einer Waffe gebohrt und der dort austretende Gasdruck für den Antrieb eines verriegelten Verschlusses verwendet. Eine Bekanntes Modell mit einer einfachen 90° Umspulung ist das US-Maschinengewehr Colt Model 1895, bekannt also “Potato Digger”.
Ausschlagarm (90° Umspuhlung), um einen Gasdrucklader mit einer einfachen 90° Bohrung ohne weiteres Umleiten des Gasdruck zu betreiben gibt es eigentlich nur die Möglichkeit einen Ausschlagarm einzusetzen. Dabei verschießt dieser Arm mit einem kleinen Stößel, ein zylinderloser Auflagekolben aus Sicht der Pneumatik, die Gasbohrung. Passiert das Geschoss diese Gasbohrung, so wirkt der Druck auf den Stößel und versucht den Ausschlagarm waagerecht nach unten zu treiben. Da dieser jedoch an einem Gelenk befestigt ist, schlägt er bogenförmig nach unten aus. Eine am ersten Drittel das Ausschlagarmes befestigte Pleuelstange wird durch die Abwärtsbewegung des Armes nach hinten betrieben und treibt so den Verschluss der Waffe an. Der Vorteil dieser Konstruktion ist ihre Einfachheit, der Nachteil ist, dass unter der Waffe immer ausreichend Platz sein muss, damit der Ausschlagarm seine funktionswichtige Bewegung auch ausführen kann. Die bekannteste Waffe mit einem solchen Arm ist das US-amerikanische Maschinengewehr Colt M1895, welches wegen seines Armes auch “Potato Digger” zu Deutsch Kartoffel Gräber genannt wurde, das der Ausschlagarm dazu neigte Erde aufschlagen, wenn die Waffe zu niedrig aufgestellt worden war.
180° Umspuhlung, hier wird eine Umspuhlung des Gasdrucks um 180° vorgenommen. Bedeutet, dass obwohl Geschoss und Gasschwaden sich eigentlich vom Patronenlager aus Richtung Mündung bewegen, der Gasdruck aber in der genau umgekehrten Richtung, vom Lauf aus in Richtung des Patronenlagers, wirkt. Möglich wird diese eigentlich paradoxe Funktionsweise dadurch, dass die Pulvergase unter einem so hohen Druck stehen, dass ihr Expansionsdrang stärker ist, als ihr Bewegungsimpuls als fluidmechanischer Körper. Durch diese Eigenschaft können zum Beispiel Hubkolben, welche direkt unter der Gasbohrung sitzen nach hinten getrieben werden, welche ihrerseits den Verschluss der Waffe antreiben.
Schusswärtskolben, diese Form der Kolben in Gasdruckladern, werden durch abgezapften aus Bohrungen oder in Staudüsen dazu bewegt, sich nach vorne in Schussrichtung zu bewegen. Diese Methode ist erstmal etwas einfacher als die Umspuhlung von Gasen. Die Vorwärtsbewegung eines Antriebskolbens für den Verschluss Antrieb nutzbar zu machen erfordert jedoch weitaus mehr technisches Geschick. Zudem erhöht der nach vorne gerichtete Bewegungsimpuls des Antriebskolbens zusätzlich den Rückschlag der Waffe.
Schleuderhebel, um die nach vorne gerichtete Bewegung des Vorwärtskolbens für den Verschlussantrieb nutzen zu können, welcher in der Regel nach Rückwärts Erfolg, verwenden die meisten betroffenen Waffensysteme einen zweiarmigen Umlenkhebel, welcher die Bewegung des Kolbens einfach umkehrt. Ist dabei der Hebelarm, welcher den Verschluss antreibt länger als der mit dem Kolben verbundene Arm, so spricht man von einem Schleuderhebel, da der Verschluss mechanisch abgeschleudert wird. Für jeden Zentimeter, um welchen der Kolben vom Gasdruck nach vorne bewegt wird, wird der Verschluss um eine längere Strecke nach vorne bewegt, er wird nach der Definition der Mechanik abgeschleudert. Der Vorteil ist eine schnelle Verschlussöffnung, welche jedoch weniger gewalttätig erfolgt, da hier Weg gewonnen, aber Kraft verloren wird.
Über Gasröhrchen (indirekte Gasdrucklader), bei diesem Typ des indirekten Gasdruckladers, wird das Gas meist aus einer Gasentnahmebohrung im Lauf abgenommen. Es wäre jedoch auch möglich, das Gas aus einer Gasstaudüse zu entnehmen. Das Gas wird dabei in das namensgebende Gasröhrchen geleitet und dabei gleichzeitig umgespult. Die Verwendung eines Gasröhrchens hat gegenüber einem Gaskolben den Vorteil, dass beim Ladevorgang weniger Masse in der Waffe bewegt wird. Die Waffe bleibt während der Schussfolge deutlich ruhiger, was unter anderem die Dauerfeuerstabilität verbessert. Der Nachteil ist jedoch, dass ein Gasröhrchen deutlich heißer wird. Auch können sich, je nach Position der Gasbohrung, über die Zeit Verbrennungsrückstände in einem Gasröhrchen sammeln. Da das System im englischen Sprachraum als “direct gas impingement” bezeichnet wird, findet man im Deutschen oft die Übersetzung “direkter Gasdrucklader”, ein Begriff, welcher in der wissenschaftlichen deutschen Waffensprache jedoch bereits für unverriegelte Masseverschlüsse verwendet wird. Die wohl bekanntesten Waffen mit einem Gasröhrchen sind das AR-15-System mit seinen militärischen Ablegern M16 und M4A1. Dazu kommt das französische Selbstladegewehr MAS-49.
Gasaufleitung auf Verschlussträger, nachdem das Gas in ein Gasröhrchen geleitet wurde, kann es auf vielfältige Weise in oder an der Waffe zum Einsatz kommen. Eine der einfachsten Methoden ist das Aufleiten von Gas auf den Verschlussträger. Dabei endet das Gasröhrchen einfach vor dem Verschlussträger, so dass eine vertikale Fläche am Verschlussträger das Ende des Gasröhrches verschließt. Wird nun Treibgas in das Gasröhrchen geleitet, so trifft dieses Gas auf den Verschlussträger und treibt diesen, ähnlich einem Auflagekolben, zurück. Meist wird jedoch dieser Effekt noch verstärkt, indem das Gasröhrchen ein wenig in den Verschlussträger hineinragt, um die Hubdistanz zu verlängern. Damit ist die Strecke gemeint, um welche der Verschlussträger zurückgetrieben werden muss, bis sich zwischen diesem und dem Gasröhrchen ein Spalt bildet, aus dem Gas zu den Seiten hin entweichen kann. Einmal von den Pulvergase angetrieben, ist der Verschlussträger in der Lage, den Verschlusskopf zu entriegeln und die Patronenhülse auszuziehen. Der Vorteil des Systems ist das relativ wenig Masse im System bewegt wird, der Nachteil ist, dass die Gasentlüftung im sensiblen Bereich der vorderen Verschlusslaufbahn geschieht und dort zu Verschmauchung führen kann. Bekannte Waffen mit diesem System sind die Selbstladegewehre Ljungman Ag m/42 aus Schweden sowie das MAS 49 aus Frankreich.
Gaseinleutung in Verschlussgruppe, eine andere Form der Gaseinleitung ist die in die Verschlussgruppe. Hier wird demnach nicht Gas auf die Stirnseite des Verschlussträgers alleine aufgeleitet, sondern Gas in die Verschlussgruppe eingeleitet. Dabei befindet sich zwischen Verschlusskopf und Verschlussträger eine Gasexpansionskammer, in welche das Gas eingeleitet wird. Dabei stellt der Verschlusskopf die Vorderseite dieser Expansionskammer, wobei der Verschlussträger die hintere Seite dieser Kammer bildet. Strömt Gas in diese Kammer, so werden alle Innenseiten diese beaufschlagt. Da der Verschlussträger das einzige Element mit einer Bewegungsmöglichkeit darstellt, bewegt sich nach hinten. Oft wird argumentiert, dass der Verschlusskopf dabei als Kolben sowie der Verschlussträger als Zylinder fungiert. Betrachtet man das System als Selbstkolben ist diese Sichtweise durchaus schlüssig. Bei seinem Weg nach hinten betätigt der Verschlussträger über eine Steuerkurve den Verschlussträger so, dass dieser zur Entriegelung gezwungen wird. Nach der Entriegelung des Verschlusskopfes wird dieser vom Verschlussträger nach hinten mitgezogen. Der große Vorteil des Systems besteht darin, dass die Verschlussteile exakt symmetrisch nach hinten angetrieben werden, dadurch entfällt die bei anderen Systemen auftretende Bestrebung der Verschlussgruppe im Waffengehäuse zu kippen. Der Nachteil hingegen besteht darin, dass sich Verbrennungsrückstände direkt zwischen den beweglichen Teilen der Verschlussgruppe ablagern können. Zudem werden bei diesen Systemen die Teile der Verschlussgruppe sehr heiß, da diese direkten Kontakt mit den Pulvergase haben. Das bekannteste System dieser Bauart ist das US-amerikanische AR-15 mit seine militärischen Versionen M16, M4A1 und Mk.18.
Über Gaskolben (indirekte Gasdrucklader), bei diesem System wird Gasdruck aus einer Gasbohrung im Lauf entnommen oder in einer Gasstaudüse gestaut und wirkt dann auf die Stirn eines Antriebskolbens. Durch die Beaufschlagung seiner Stirn wird dieser Kolben nach hinten in Richtung des Verschlusses getrieben. In den meisten Fällen überträgt der Verschlusskolben dabei seine Bewegung auf den Verschlussträger, welcher dadurch ebenfalls zu einer Rückwärtsbewegung gezwungen wird. Dabei entriegelt er den Verschluss und leitet so die Waffenfunktion ein. Der große Vorteil eines Kolbensystem liegt darin, dass die heißen Pulvergase mit ihrer Tendenz zur Verschmauchung und Erhitzung von Kontaktoberflächen vom Verschluss ferngehalten werden. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass bei der Schussfolge deutlich mehr Masse in der Waffe bewegt wird, was zu einer schlechteren Stabilität der Waffe, unter anderem bei Dauerfeuer, führen kann. Zudem sind die meisten Waffen mit Gaskolben gezwungen sehr weit vorne an der Waffe ihre Gasentlüftung durchzuführen. Die wohl bekannteste Waffe mit einem Gaskolben ist die russische sowjetische AK-47 sowie in Deutschland das G36 von Heckler & Koch.
Frei gelagerter Gaskolben "Kurzhub", diese Art das Gasdruckladers mit Kolbenhub verfügt über einen Gaskolben welcher frei gelagert ist, in der Bedeutung, dass keine dauerhafte feste Verbindung zum Verschlussträger besteht. Wird der Kolben an seiner Stirn von Pulvergase beaufschlagt, so wird dieser nach hinten getrieben. Dabei liegt das Ende des Kolben meist auf dem Verschlussträger auf und überträgt Kraft auf diesen. Dadurch wird der Verschlussträger nach hinten getrieben. Bei den meisten Modellen ist der Rückweg des Kolbens begrenzt und so wird dieser nach einigen Zentimetern angehalten, während der angetriebene Verschlussträger alleine weiter zurückfährt, um die Waffenfunktion auszuführen. Der Vorteil dieses Systems ist, dass sich dadurch deutlich weniger Masse in der Waffe bewegt, was die Stabilität vor allem bei Dauerfeuer verbessert. Zudem können Waffen, mit nicht verschlussträgerfestem Gaskolben über dem Lauf, so konstruiert werden, dass diese von oben mit Ladestreifen beladen werden können, da der Kolben beim Zurückziehen des Verschlusses nicht die Verschlussbahn verdeckt. Der Nachteil des Systems ist der asymmetrische Antrieb des Verschlussträgers, welcher in der Regel vom Kolben an seiner obersten Kante angestoßen wird, dadurch versucht der Verschluss im Gehäuse der Waffe eine Kippbewegung durchzuführen, diese muss mit einer speziellen Führung unter anderem durch Schienen verhindert werden, aber auch hier treten Reibungskräfte an den Verschlusskasten auf. Um dieses Problem zu reduzieren, entriegeln die meisten Waffen dieses Typs sehr früh oder, wie man es ebenfalls ausdrückt, sehr heiß. Der Verschluss geht dabei von einer formschlüssig statischen Verbindung in eine kraftschlüssig dynamische über, während der Druck im Lauf noch hoch genug ist, um die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager zu drücken. Diese zusätzliche Antriebshilfe erfolgt dann symmetrisch. Die Probleme des britischen L85 aus der SA-80 Familie hörten in eben jenem Moment auf, als Heckler & Koch die Waffe, durch eine Änderung der Steuerkurve, dazu brachen, früher zu entriegeln. Weitere bekannte Modelle mit frei gelagerten Gaskolben sind das belgische FN FAL, der sowjetische Karabiner SKS und das deutsche G36 der Bundeswehr, welches seinen Verschluss dem US-amerikanischen AR-18 entlehnt.
Trägerfester Gaskolben "Langhub", hier ist der Gaskolben fest mit dem Verschlussträger verbunden. Dabei können beide Elemente, ganz oder teilweise, aus einem Stück gefertigt oder einfach mechanisch miteinander verzahnt sein. Beginnen Pulvergase damit, auf die Stirn des Kolbens einzuwirken, so wird der Kolben und damit der damit verbundene Verschlussträger nach hinten getrieben. Dabei muss zu den meisten Waffen mit “Langhub” gesagt werden, dass hier nicht der Kolben über eine längere Strecke angetrieben wird, wie das Wort eventuell vermuten lässt. Die meisten modernen Systeme mit Langhub führen bereits nach einigen Zentimetern eine Gasentlüftung durch, wodurch ihre aktive Hubstrecke in etwa gleich lang ist wie bei Systemen mit “Kurzhub”. Meist liegt der Unterschied zwischen Kurz- und Langhub eher darin, wie viel Masse beim Schuss innerhalb der Waffe über welche Strecke verschoben wird und wie stark dadurch die Stabilität der Waffe, vor allem bei Dauerfeuer, beeinträchtigt wird. Obwohl auch das in Frage gestellt werden kann, da es Systeme wie jenes des US-amerikanischen M14 Gewehrs gibt, welches ein vergleichsweise langes und schweres gaskolbenähnliches Gestänge verwenden, welches jedoch von einem kleinen, in seiner Bewegung begrenzten, Stößel angestoßen wird, welcher seinerseits reich technisch als “der Gaskolben” angesehen werden muss. Durch diese und ähnliche Konstruktionen können die Begriffe “Lang- und Kurzhub” nur als ein Spektrum verstanden werden. Auch die technisch eindeutigen Begriffe “frei gelagerter-” und “Trägerfester Gaskolben” lassen nur bedingt sichere Rückschlüsse auf die Eigenschaften einer Waffe zu. Die meisten Waffen mit trägerfestem Gaskolben gelten jedoch als zuverlässiger und weniger verschmutzungsanfällig. Bekannte Vertreter sind die Sowjetische AK-47 und das schweizerische SG550.
Teilgasröhrchen, bei diesen Waffen wird, ähnlich wie bei Waffen mit Gaseinleitung oder Gasaufleitung, Pulvergas in ein kleines Röhrchen geführt, jedoch nicht ganz bis zum Verschlussträger geleitet, sondern auf einem, mit dem Verschlussträger verbundenen, Kolben. Auf diese Weise kann der Kolben kürzer und somit leichter gehalten werden, was der Stabilität der Waffe zugute kommt. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass das hohle Gasröhrchen öfter gereinigt werden muss als ein solider Kolben. Wie viel Weg von der Gasbohrung zum Verschluss von Gasröhrchen und wie viel vom Kolben abgedeckt wird, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Eine Besonderheit stellen einige russische Waffen wie die OTs-12 Tiss dar, bei diesen verläuft das Gasröhrchen nicht von einer vorne am Lauf befindlichen Gasbohrung nach hinten zu einem Kolben. Die OTs-12 besitzt eine Gasbohrung unmittelbar an der Patronenkammer, von dort leitet sie Pulvergase in ein Gasröhrchen jedoch nach vorne zu einem Gaskolben in einem Gasblock in etwa über der Hälfte des Laufes. Auf diese Weise wird der Gaskolben mit Pulvergase versorgt, welche unter einem deutlich höheren Druck stehen, als dies der Fall wäre, würde Gas aus einer Gasbohrung weiter vorne im Lauf entnommen werden. Neben der OTs-12 verwendet auch die israelische TAR-21 “Tavor” ein Teilgasröhrchen, um einen Kompromiss aus Gaseinleitung der AR-15 / M16 und dem Langhub der AK-47 / IMI Galil zu erschaffen.
Per Rohrhub (Gasdrucklader), diese Waffen funktionieren ähnlich den Modellen mit Gaskolben, nur dass hier kein externer Kolben verwendet wird, um den Verschluss der Waffe nach hinten zu treiben, sondern dessen Rohr beziehungsweise Lauf. Dazu befindet sich meist am Laufende eine gehäusefeste Expansionskammer, in der die Mündungsgase aufgefangen werden und welche für einige Millisekunden vorne vom Geschoss annähernd verschlossen wird. Dabei drücken die Mündungsgase in dieser Kammer auf die Laufkrone oder ein auf den Lauf gelegtes Übertragungsstück und drücken den Lauf nach hinten, der mit dem Lauf verriegelte Verschluss wird ebenfalls nach hinten betreiben und dabei durch gehäusefeste Elemente zwangsentriegelt. Dadurch ergibt sich der bei Feuerwaffen bevorzugte symmetrische Antrieb, wodurch der Verschluss keine Tendenz aufweist, sich im Gehäuse der Waffe zu verkanten. Das bekannteste Modell mit Rohrhub ist das deutsche Maschinengewehr MG42 und das darauf zurückentwickelte MG3 der Bundeswehr. Wobei beide Waffen den Rohrhub lediglich als unterstützenden Antrieb verwenden.
Gesperrt gegen Rückstoßwirkung (Rohrhub), bei diesen Waffen ist entweder der Lauf oder der Verschluss zunächst gesperrt, um zu verhindern, dass die Rückstoßwirkung des abgefeuerten Geschosses beide Teile nach hinten bewegt und es zu einer vorzeitigen Entriegelung kommt. Diese Sperre wird erst aufgehoben, wenn Gasdruck in der Expansionskammer auf die Laufkrone einwirken kann.
Zusammenarbeit mit Rückstoß (Rohrhub), diese Waffen sind eine Mischung aus Rückstoßlader und Gasdrucklader. Wird das Geschoss beschleunigt, so wirkt nach dem dritten Axiom nach Isaac Newton eine Gegenreaktion auf den Stoßboden des Verschlusses, welche man als Rückstoß bezeichnet, da in Form des Geschosses ein leichter Körper von einem schwereren Körper abgeschleudert wird, der “schwerere Körper” ist, im Falle einer Waffe mit beweglichem Lauf und am Rohr verriegelten Verschluss genau diese Koppelgruppe aus Verschluss und Rohr. Ohne weitere Zusätze würde es sich bei einer solchen Waffe einfach um einen Rückstoßlader mit kurz- oder langzurückgleitenden Lauf handeln. Bei Waffen mit Rohrhub kommt jedoch die bereits beschriebene Expansionskammer am Laufende zum Einsatz, in welcher der Mündungsdruck auf die Laufkrone wirkt. Demnach wirkt, mit Beginn der Geschossebeschleunigung, zunächst der Rückstoß auf den Verschluss, welcher den Lauf mit nach hinten zieht, bis Gas in die Expansionskammer des Laufes eintritt, wo dieser in der Lage ist den Lauf nach hinten zu schieben, welcher den dahinterliegenden Verschluss mit anschiebt. Da der Rückstoß als erstes damit beginnt, den Verschluss anzutreiben, werden Waffen mit Rohrhub in Zusammenarbeit mit dem Rückstoß zu den Rückstoßladern und nicht zu den Gasdrucklader gezählt. Die bekanntesten Waffen dieses Systems sind die deutschen Maschinengewehre MG08/15 und MG42, dabei verwendet das MG08/15 dieses System lediglich zur Steigerung der Feuergeschwindigkeit, das MG42 dagegen ist zwingen auf seine Staudüse angewiesen und ist ohne diese repetierunfähig.
Rückstoßlader, diese Waffen nutzen für ihre Funktion die, durch die Geschossebeschleunigung entstehende, Gegenreaktion nach dem dritten Axiom nach Isaac Newton. Sobald sich das Geschoss in Bewegung setzt, entsteht eine Gegenreaktion, welche auf den Verschluss der Waffe übertragen wird. Im Gegensatz zur lokal begrenzten Kraft des Gasdrucks, ist der Rückstoß dazu in der Lage, die gesamte Waffe oder eine Verschluss-Koppel-Gruppe nach hinten zu treiben, wobei der Verschluss meist zunächst formschlüssig-statisch verriegelt ist. Allen Rückstoßladern ist per Definition gemein, dass sie ohne die Geschossbewegung repetierunfähig werden. Von den direkten Gasdruckladern bzw. Rückdruckladern unterscheiden sich Rückstoßlader dadurch, dass in der frühen Phase zwar eine Verschlussbewegung stattfindet, jedoch ohne dass die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager herausgeschoben wird. Bekannte Rückstoßlader sind die US-amerikanische Pistole Colt M1911 sowie die österreichische Pistole Glock 17, sowie die Hecker & Koch USP, welche als P8 bei der Bundeswehr dient.
Wirkung auf Lauf-Verschluss-Koppelgruppe (Rückstoßlader), bei diesem Typ des Rückstoßladers ist der Verschluss mit dem Lauf formschlüssig statisch gekoppelt und innerhalb des Waffengehäuses beweglich gelagert. Brist nun der Schuss, so ist der lokal wirkende Gasdruck weder in der Lage, den Verschluss nach hinten- noch den Lauf nach vorne zu treiben. Wird das Geschoss beschleunigt, so entsteht die für die Waffenfunktion essentielle Gegenreaktion, welche in der Lage ist die Koppelgruppe, aus Verschluss und Lauf, nach hinten zu treiben. Bei ihrem gemeinsamen Rücklauf im Waffengehäuse stößt die Koppelgruppe gegen waffengehäusefeste Entriegelungselemente, welche die Verriegelung von Verschluss und Lauf lösen. Lauf und Verschluss trennen sich und machen Platz für das Zuführen einer frischen Patrone. Rückstoßlader mit Wirkung auf eine Lauf-Verschluss-Koppelgruppe machen heute das Gros der Rückstoßlader aus. Bekannte Waffen sind unter anderem die Pistolen Glock 17, Beretta 92 und Colt M1911.
Langer Rücklauf (Rückstoßlader), bei diesen Waffen laufen Verschluss und Lauf zusammen solange zurück, bis der Verschluss in seiner hintersten Stellung angekommen ist. Erst dann wird die Koppelgruppe aus Lauf und Verschluss aufgehoben, was es dem Lauf erlaubt wieder nach vorne zu laufen. Dabei entsteht zwischen Stoßboden und Patronenkammer eine Lücke, in welche eine frische Patrone präsentiert werden kann. Kommt der Lauf in seiner vordersten Position an, so beträgt dieser dort eine Verschlusssperre, welche den Verschluss freigibt, worauf dieser wieder nach vorne gleitet. Auf seinem Weg entnimmt der Verschluss dabei dem Magazin eine Patrone und führt diese ins Patronenlager ein, bevor er selbst wieder mit dem Lauf verriegelt und die Koppel-Gruppe für den nächsten Schuss wiederherstellt. Es wird diskutiert, ob dieses System nach der Entriegelung der Funktion eines Vordruckladers ähnelt und hier die Pulvergase ihren Anteil an der Rückstellung des Laufes haben. Da die meisten Rückstoßlader mit langem Rücklauf jedoch eher kalt entriegeln, wird die Rückstellfeder des Laufes bei den meisten Modellen den größten Anteil an der Laufbewegung haben. Der Vorteil des Systems ist eine sehr saubere Funktion, da der Verschluss erst sehr spät öffnet, Experimente haben gezeigt, dass entsprechende Waffen selbst mit Schwarzpulver funktionieren. Der Nachteil ist die große Masse, welche beim Schuss über eine weite Strecke bewegt wird. Zudem kommen Probleme mit der Präzision, da der Lauf immer ein paar μ versetzt vorne zum stehen kommt. Bekannte Modelle sind die Büchse Remington Model 7 und die Flinte Browning Auto-5.
Kurzer Rücklauf (Rückstoßlader), hier wird die Lauf-Verschluss Koppelgruppe bereit nach einem kurzen gemeinsamen Rücklauf entriegelt und damit aufgehoben. Brist der Schuss, ist der Gasdruck zunächst nicht in der Lage, den Verschluss nach hinten oder den Lauf nach vorne zu treiben. Sobald sich das Geschoss in Bewegung setzt entsteht nach Isaac Newton eine Gegenreaktion, welche als über lokale Kraft dazu in der Lage ist, die Lauf-Verschluss-Koppelgruppe nach hinten zu bewegen. Diese werden jedoch bereits nach einigen Millimetern, durch das Anstoßen an ein Entriegelungselement, zwangsentriegelt. Dabei wird der Lauf in seiner Bewegung gestoppt, wobei der Verschluss weiter frei nach hinten gleiten kann. Selbst während dieser kurzen Zeit konnte der Gasdruck im Lauf bereits deutlich sinken. In vielen Fällen geschieht diese Entriegelung jedoch immer noch vergleichsweise heiß, bedeutet, dass sich ein noch ausreichend hoher Gasdruck im Lauf befindet, um den nun freien Verschluss nach hinten zu treiben. Der Verschluss ist so nicht alleine auf den Bewegungsimpuls angewiesen, den er während der Rückstoßphase aufbauen konnte. Dabei endet die Rückstoßphase in dem Moment, wenn das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen hat. Die Gasdruckphase endet erst, wenn am Stoßboden der Waffe und an der Verschlussrückseite wieder der gleiche Gasdruck herrschen, was erst deutlich später eintritt. Der Vorteil gegenüber Rückdruckladern ist, dass man Verschlüsse von deutlich kleinerem Gewicht verwenden kann, da man nicht auf dessen Massenträgheit angewiesen ist. Der Nachteil ist, dass die Präzision wegen des beweglichen Laufes sinkt, da dieser niemals zu einhundert Prozent gleich wieder vorne zum Stehen kommt. Zudem sind Fertigung und Wartung aufwändiger, da man die Elemente, mit denen Verschluss und Lauf verriegelt, herstellen und reinigen muss. Heutzutage verwenden die meisten Rückstoßlader einen kurzen Rücklauf wie Glock 17, Beretta 92 und Colt M1911. Alle drei sind auf die Hilfe des Resteigengasdrucks angewiesen und neigen zu hemmungverursachender Unterfunktion, wenn durch technische Eingriffe die Bewegung der Patronenhülse gehemmt wird.
Mit Schleuderhebel (kurzer Rücklauf), bei diesen Waffen wird ein Schleuderhebel eingesetzt, um den Verschlussrücklauf zu beschleunigen. Bei diesem Hebel handelt es sich zumeist um einen einarmigen Hebel, welcher an seinem Drehpunkt am Gehäuse befestigt ist. Dabei ist er, von seinem Drehpunkt aus gesehen, erst gegen den Lauf und dann, weiter vom Drehpunkt entfernt, an den Lauf gerichtet. Brist nun der Schuss und wird ein Geschoss beschleunigt, so wird die Lauf-Verschluss-Koppelgruppe nach hinten beschleunigt. Nach einem meist sehr kurzen gemeinsamen Rücklauf, wird die Koppelung der Gruppe aufgehoben, Millisekunden bevor beide gegen ihre Teile des Beschleunigungshebels treffen. Dabei trifft der Lauf auf die kurze Flanke und zwingt so den Hebel zur Rotation, das angenehme dabei ist, dass der Lauf dadurch entschleunigt wird und später mit weniger Kraft gegen das Waffengehäuse schlägt. Die lange Flanke des Hebels ist gegen den Verschluss gestützt und so wird der Verschluss, entsprechend den physikalischen Hebelgesetzen, beschleunigt. Dadurch ergibt sich eine deutlich erhöhte Verschlussrücklaufgeschwindigkeit, welche ihrerseits in einer höheren Feuerrate resultiert. Damit bildet der Schleuderhebel eine Alternative zur Gasstaudüse welche Hilfe durch Rohrhub leistet. Der Vorteil des Schleuderhebel besteht darin, dass er nicht gesondert gereinigt werden muss, dagegen steht er beim Schuss unter einer hohen mechanischen Belastung und muss sehr präzise gefertigt werden. Die bekannteste Waffe mit einem Schleuderhebel bei kurz zurückgleitendem Lauf ist das US-Maschinengewehr Browning M1919.
Mit minimaler Unterstellstrecke (kurzer Rücklauf), bei diesen Rückstoßlader ist die Unterstellstrecke extrem kurz, meist sogar unter einem Millimeter. Da die Unterstellstrecke bestimmt, ab welcher Distanz des gemeinsamen Rücklaufes die Lauf-Verschluss-Koppelgruppe entriegelt wird, bedeutet dies, dass betroffene Waffen beinahe sofort mit Beginn der Geschossbewegung entriegeln. Da die beiden Ereignisse Beginn des Druckaufbaus und Beginn der Geschossbewegung jedoch auch nochmal Bruchteile von Sekunden auseinander liegen, bewirkt selbst diese kurzzeitige Verriegelung ihriges. Die häufigste Form von Waffen mit minimaler Unterstelltstrecke verwendet einen Schwenkriegel, welche, im Gegensatz zu Walther P.38, Beretta 92 oder vz.58 jedoch nicht mit der Koppel-Gruppe mitfährt. Dieser ist drehbar im Gehäuse gelagert und verhält sich, nach der Entriegelung, wie eine Art Beschleunigungshebel, welcher die Rückwärtsbewegung des Verschlusses auf den Lauf samt Patronenkammer überträgt. Diese Übersetzung geschieht mit einem Verhältnis kleiner eins, für jeden Millimeter welchen der Verschluss zurücklegt, wird der Lauf für eine geringere Strecke nachgezogen. Auf diese Weise bewegt sich zwar der Verschluss um eine Strecke X nach hinten, es findet aber, im Gegensatz zu einem direkten Gasdrucklader des Typs Rückdrucklader, kein Patronenaushub um die gleiche Strecke X statt, da der Lauf gezwungen wird, dem Verschluss zu folgen. Auf diese Weise kann die S-Strecke leichter eingehalten werden. Es ist natürlich klar, dass ein so früh entriegelndes System auch entsprechend heiß entriegelndes darstellt und der Gasdruck im Lauf einen entsprechend großen Anteil am Verschlussantrieb hat. Weswegen diese Systeme oft zu den Rückdruckladern gezählt werden, auch weil Einzelexemplare existieren, welche durch entsprechenden Verschleiß tatsächlich gar nicht mehr formschlüssig-statisch verriegeln. Beispiele sind die italienische Pistole Glisenti 1900 und das Maschinengewehr Fiat-Revelli M14 sowie die belgische Pistole FN Five-Seven.
Unterstellstrecke größer 4mm, bei diesem Waffen ist die Unterstellstrecke deutlich länger und gibt den Pulvergasen nochmal deutlich mehr Zeit sich zu entspannen, bevor die Waffen, durch Entriegelung, von formschlüssig-statisch zu kraftschlüssig dynamisch überführt wird. Dabei können die Verriegelungen sehr vielfältig ausfallen. Frühe Exemplare verwendeten oft einen Schwenkriegel, welcher Lauf und Verschluss an jeweils entsprechenden Zapfen oder Kanten zusammenhielt. Nach der gewünschten Strecke wurde dann dieser Schwenkriegel namensecht geschwenkt und verlor so die Kontrolle über eines der Koppelgruppenglieder. Bei Pistolen setzt man oft einen abkippenden Lauf ein. Dazu ist die Patronenkammer oft so groß ausgeführt, dass sie in eine Aussparung im Schlitten passt, so dass sich die vordere Kante des so vergrößerten Patronenlagerblocks gegen die vordere Kante des Schlittenausschnittes abstützen kann, wenn der Gasdruck versucht die Patrone nach hinten aus der Patronenkammer hinauszuschieben. Erst wenn die Geschossbewegung einsetzt, bewegen sich beide, aneinander abgestützte, Bauteile zusammen nach hinten. Dabei trifft eine kleine schiefe Ebene unten an der Patronenkammer gegen eine andere schiefe Ebene unten im Griffstück der Waffe. Dies sorgt dafür, dass der Lauf mit dem Patronenlager soweit nach unten gekippt wird, dass dieses sich nicht mehr im Schlittenausschnitt abstützen kann, die Waffe entriegelt. Zudem sorgt das Ankippen des Laufes dafür, dass das Zuführen der Patronen einfacher ist, da das Patronenlager, bei geöffnetem Verschluss dem Magazin entgegenkommt. Bei geöffnetem Verschluss fungiert der Schlittenausschnitt als Patronenauswurfsfenster. Bekannte Modelle mit abkippendem Lauf sind unter anderem die Selbstladepistolen Glock 17, Heckler&Koch USP und SIG P226. Modelle mit Schwenkriegel sind Walther P.38 , Beretta 92 sowie das Proto-Sturmgewehr Federov Avtomat 1916.
Restantrieb durch direkten Gasdruck, mit Ausnahme von Rückstoßladern mit lang zurückgleitendem Lauf, sind die meisten Rückstoßlader mit Lauf-Verschluss-Koppelgruppe auf Resteigengasnachwirkung angewiesen, um funktionssicher zu funktionieren. Dies lässt sich durch den Einsatz einer sogenannten Madenkammer nachweisen. Hierbei werden mehrere Löcher radial verteilt in eine Patronenkammer gebohrt, in welche zunächst Gewinde geschnitten und anschließend Madenschrauben, daher der Begriff der Madenkammer, eingedreht, welche das Material der Hülse leicht eindrücken. Zudem wird die Auszieherkralle der Waffe entweder komplett entfernt oder durch eine blinde Auszieherkralle ersetzt. Bei einer blinden Auszieherkralle wurde die eigentliche Kralle abgefeilt, so dass diese nicht mehr in der Lage ist, eine Patrone auszuziehen. Brist nun ein Schuss in einem derart manipulierten Rückstoßlader, drückt sich das Hülsenmaterial so gegen die Madenschraubenansätze, was einen Aushub der Patronenhülse erschwert bis unmöglich macht. Was zunächst aber komplett relevant ist, das die Verriegelung zwischen Lauf und Verschluss ebenfalls keinen Hülsenaushub zulassen würden. Setzt sich nun das Geschoss in Bewegung, so treibt der Rückstoß die Lauf-Verschluss-Koppelgruppe zurück und gegen entsprechende Entriegelungselemente im Griffstück oder Waffengehäuse. Bei einer nicht manipulierten Waffe würde nun der Gasdruck im Lauf die Patrone nach hinten aus dem Patronenlager herausdrücken und damit zusätzlich den Verschluss der Waffe nach hinten beschleunigen. Da dies bei einer Waffe mit Madenkammer und blindem oder entfernten Auszieher nicht möglich ist, bleibt dem Verschluss nur sein Beharrungsvermögen oder anders ausgedrückt der Rest seines Bewegungsimpulses. Dabei stellt sich heraus, das die meisten gängigen Waffen dabei Unterfunktion ausweisen, weswegen empirisch adäquat davon ausgegangen werden muss, dass der Resteigengasdruck, zwar nicht die Entriegelung von Rückstoßlader bewerkstelligen kann, jedoch für den nachentriegelten Verschlussantrieb mitverantwortlich sind. Ähnliches gilt ebenfalls für viele indirekte Gasdrucklader.
Hilfsantrieb durch Mündungsaufsatz, bei diesen Waffen wurde ein Mündungsaufsatz am Laufende befestigt, welcher entweder die Pulvergase so umlenkt, dass ein stärkerer Raketeneffekt auftritt oder es den Mündungsgasen erlaubt deutlich stärker auf die Laufkrone zu wirken. Neben dem Geschossrückstoß existiert der, auch als Raketeneffekt bekannte, Gasrückstoß als weitere wichtige Größe. Dieser entsteht, wenn die Pulvergase den Lauf der Waffe mit hoher Geschwindigkeit verlassen, dabei haben diese die Eigenschaft, sich nach dem Verlassen des Laufes in alle Richtungen auszudehnen. Dabei sind jedoch nur die Gasschwaden für den Raketeneffekt relevant, welche sich in Schussrichtung bewegen. Die zu den Seiten hin austretenden Gase heben sich gegenseitig auf. Um den Rückstoß zu verstärken, kann man hergehen und einen trichterförmigen Mündungsaufsatz am Lauf der Waffe befestigen, welcher die austretenden Pulvergase stärker nach vorne ausrichtet. Dieser, auch als reaktiver Rückstoßverstärker bezeichnete, Mündungsaufsatz kann die Funktion eines Rückstoßladers mit zurückgleitendem Lauf deutlich erhöhen. Dabei wirkt diese zusätzliche Kraft auf den Lauf der Waffe und nicht, wie der Geschossrückstoß auf den Stoßboden. Eine bekannte Waffe mit Hilfsantrieb durch einen Mündungsaufsatz ist das sowjetische überschwere Flugabwehrmaschinengewehr KPV.
Hilfsantrieb durch Staudüse, wie bereits im Zusammenhang mit indirekten Gasdruckladern mit Rohrhub erklärt, lässt sich die Funktion von Rückstoßladern mit kurz zurückgleitendem Lauf durch den Einsatz einer Gasstaudüse erhöhen. Dabei ist diese Gasstaudüse am Gehäuse der Waffe befestigt und dient dort als Hohlraum, in welchem sich Pulvergase sammeln und dort auf die Laufkrone, oder ein an dieser abgestütztes Element, drücken können. Bricht der Schuss so bleibt der Versuch des Gasdrucks, die Patronenhülse nach hinten aus dem Lauf zu drücken erfolglos, erst mit Einsetzen der Geschossbewegung, wird die Koppelgruppe aus Lauf und Verschluss nach hinten getrieben. Dabei kommt es jedoch, bei den meisten Modellen, noch nicht zur Entriegelung. Nachdem das Geschoss die Laufmündung verlassen hat, tritt es in die Expansionskammer an der Laufmündung ein. Die dem Geschoss folgenden Pulvergase strömen in die Expansionskammer und werden dort festgehalten, da das Geschoss die Mündung der Expansionskammer, nicht zu verwechseln mit der Laufmündung, teilweise verschießt. Aufgrund der Allseitigkeit des Gasdrucks drücken die Pulvergase in der Expansionskammer auf die Laufkrone, dabei wird der Lauf nach hinten getrieben. Die Lauf-Verschluss-Koppelgruppe enthält hierdurch nicht nur Antrieb durch den Rückstoß, welcher auf den Stoßboden des Verschlusses wirkt, sondern auch Antrieb, welcher auf den Lauf wirkt. Die Rücklaufgeschwindigkeit der Koppelgruppe steigt deutlich. Beim deutschen MG08/15 sowie dem britischen Vickers MG wurden Gasstaudüsen zur Erhöhung der Feuergeschwindigkeit eingesetzt. Die Gasstaudüse des deutschen MG3 hingegen ist essentiell, ohne diese kann dessen Lauf-Verschluss-Koppelgruppe nicht weit genug nach hinten getrieben werden, um zu entriegeln, der Rückstoß alleine ist zu schwach.
Wirkung auf das Waffengehäuse (Rückstoßlader), diese Waffen nutzen die Wirkung des Rückstoßes auf das gesamte Waffengehäuse, um automatisch nachzuladen. Birst der Schuss, so versucht der Gasdruck, die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager hinauszuschieben, dies wird jedoch durch eine Verriegelung des Verschlusses verhindert. Sobald das Geschoss im Lauf der Waffe beschleunigt wird, entsteht nach dem dritten Axiom nach Isaac Newton eine Gegenreaktion. Da bei Rückstoßladern mit Wirkung auf das Waffengehäuse, auch Totalschlaglader genannt, der Verschluss mit dem Waffengehäuse verriegelt ist, wird das ganze Waffengehäuse durch den Rückstoß nach hinten getrieben. Diese Bewegung des Gehäuses nutzen Totalschlaglader aus, um den Verschluss der Waffe zu entriegeln. Wie Ihre Verwandten die Rückstoßlader mit zurückgleitenden Läufen, zur Abgrenzung manchmal Rohrschlaglader genannt, werden Totalschlaglader, ohne eine Geschossbewegung funktionsunfähig. Zudem erleiden einige von ihnen Unterfunktion und neigen zu Ladehemmungen, wenn man sie entweder zu fest oder zu locker anschlägt. Bekannte Modelle sind die italienische Flinte Benelli M3 sowie die schwedische Flinte Sjögren und die deutsche Büchse Mauser 1916, welche als Fliegerkarabiner im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde.
Bewegliche Kolbenplatte (Rückstoßlader), bei diesen Waffen wird das gesamte Waffengehäuse durch den Rückstoß zurückgeworfen, bis auf eine bewegliche Kolbenplatte, welche in die Schulter des Schützen eingeschlagen wurde. Das Zusammenpressen von Waffengehäuse und Kolbenplatte betätigt dabei einen Stollen, welcher so mit dem Verschlusssystem der Waffe verbunden ist, dass diese repetiert wird. Diese Form des Rückstoßladers wird als reinste Form dieses Antriebssystems betrachtet, da der Gasdruck hier keine Rolle spielt. Deutlich wird dies, wenn man versucht eine betreffende Waffe aus der Hüfte abzufeuern, ohne die bewegliche Kolbenplatte gegen einen Teil des Körpers oder einen anderen Gegenstand abzustützen. In einem solchen Fall entsteht zwar Gasdruck in der Waffe, jedoch ist der Rückstoß nicht in der Lage, die Kolbenplatte gegen das Waffengehäuse einzudrücken. Die Waffe bleibt bei klassischen Hüftschüssen repetierunfähig. Der große Vorteil betreffender Waffen ist das, für eine automatische Waffe, kalte Repetieren, weswegen entsprechende Modelle selbst mit Schwarzpulvermunition funktionieren. Der Nachteil ist Unterfunktion, bei zu lockerem Anschlag und die Gefahr, dass der Schütze die Waffe bei zu festem Anschlag versehentlich teilrepetiert und damit den Verschluss vor der Schussabgabe versehentlich teilweise öffnet. Eine Schussabgabe würde in diesem Fall jedoch von der Schützensicherung verhindert werden, welche bei teilentriegeltem Verschluss eine Zündung verhindert. Bekanntestes Modell ist ein 1884 von Hiram Maxim umgebauter Unterhebelrepetierer.
Nachlaufender Verschlussträger (Rückstoßlader), bei diesen Waffen wird das gesamte Waffengehäuse mit allen Teilen im Inneren, durch die Rückstoßwirkung des beschleunigten Geschosses, nach hinten geworfen. Wird die Waffe Millisekunden nach dem Schuss, durch die Gegenkraft des Schützen entschleunigt und später komplett gestoppt, ist es dem Verschlussträger, durch die Bauweise der Waffe möglich, sich weiter nach hinten zu bewegen, während der Verschlusskopf zusammen mit dem Rest der Waffe angehalten wurde. Der Verschlussträger bewegt sich dabei über den Verschlusskopf hinweg und leitet so die Entriegelung des Verschlusses ein. Es passiert in der Verschlussgruppe beinahe das Gleiche wie bei einem indirekten Gasdrucklader, nur dass der Verschlussträger vom Rückstoß angetrieben wurde und nicht vom Gasdruck. Da der Rückstoß jedoch deutlich schwächer ist als der Gasdruck, entriegeln Rückstoßlader mit nachlaufenden Verschlussträgern sehr heiß, um den Resteigengasdruck im Lauf für den Verschlussantrieb zur Hilfe zu holen. Der Vorteil des Systems liegt in einem symmetrischen Verschlussantrieb, der Nachteil besteht darin, dass die Waffe auf der einen Seite nicht zu fest, aber auch nicht zu locker angeschlagen werden darf. Ein zu fester Anschlag, im Extremfall das Abstützen des Waffenkolbens gegen eine Mauer, verhindert dass die Waffe nach hinten beschleunigt und der Verschlussträger ein ausreichendes Bewegungsmoment aufbauen kann. Ein zu leichter Anschlag, im Extremfall das abfeuern der Waffe aus der Hüfte, verhindert, dass die anderen Waffenteil zusammen mit dem Verschlusskopf angehalten werden, was die Relativbewegung des Verschlusskopfes verhindert. Die Sjögren Flinte wurde lange diesem Typus zugeordnet, wobei neueste Zeitlupenaufnahmen sie eher zu den Rückstoßladern mit beharrendem Verschlussträger zählen.
Nachlaufende Entriegelung (Rückstoßlader), bei diesen Waffen wird ebenfalls das gesamte Waffengehäuse mit allen darin befindlichen Teilen, durch den Rückstoß zunächst nach hinten geworfen und dann am Schulterknochen des Schützen gestoppt. Dieses entschleunigen und später stoppen der Waffe nimmt jedoch ein Element aus, dieses wird meist als Entriegelungselement bezeichnet und existiert zumeist in Form einer Steuerplatte, welche entsprechende Steuerkurven oder Bolzen enthält. Die Waffe kommt bei entsprechenden Waffen zum stehen, während sich das Entriegelungselement, durch sein Beharrungsvermögen, weiter bewegt. Bei dieser Bewegung stößt es den Verschluss im Optimalfall so an, dass es eine Zwangsentriegelung des Verschlusses verursacht. In der Realität hat das Entriegelungselement jedoch meist eine recht geringe Masse und damit eine vergleichsweise geringe kinetische Energie. Um dies auszugleichen, stößt das Element meist ein zweites Element an, welches unter Federspannung steht, dies kann bei Aktivierung stellvertretend mit seiner Federkraft den Verschluss der Waffe zwangsentriegeln. Nach der Entriegelung sind auch Rückstoßlader mit nachlaufendem Element auf den Resteigengasdruck im Lauf der Waffe angewiesen, um den Verschluss anzutreiben. Die Zeitspanne vom Beginn der Geschossbewegung, über das Beschleunigen und wieder Anhalten des Waffengehäuses sowie das Inkrafttreten des nachlaufenden Elementes ist lang genug, dass der Druck im Lauf auf ein sicheres Niveau abgesunken ist aber noch für den Verschlussantrieb zur Hilfe genommen werden kann. Der große Nachteil des Systems ist, wie bei allen Totalschlagladern, dass die Waffe weder zu fest noch zu leicht angeschlagen werden darf. Zudem besteht bei Systemen mit federgespanntem Hilfselement immer die Gefahr, dass sie sich, zum Beispiel bei einem Sturz der Waffe, selbständig lösen und diese zu einem unpassenden Zeitpunkt entriegeln.
Beharrender Verschlussträger (Rückstoßlader), bei diesen Waffen wird das gesamte Waffengehäuse nach hinten geworfen mit Ausnahme eines schweren Verschlussträgers, welchem konstruktiv erlaubt wurde, sich der Bewegung der anderen Teile zunächst nicht anzuschließen. Durch sein Beharrungsvermögen bleibt dieser zunächst stationär. Da sich der Rest der Waffe nach hinten bewegt, bewegt sich der Verschlusskopf auf den Verschlussträger zu. Dabei wird eine starke Feder zwischen Verschlusskopf und Verschlussträger komprimiert. Kommt die Waffe an der Schulter des Schützen zum Stehen, so hält der Verschlusskopf an. Verschlusskopf und Verschlussträger befinden sich nun in unmittelbarer Nähe zueinander, mit einer komprimierten starken Feder zwischen beiden. Sobald das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen hat, endet die Rückstoßwirkung auf die Waffe und die Feder entspannt sich mit ziemlicher Kraft. Dabei schleudert sie den Verschlussträger mit gewaltiger Kraft nach hinten, dieser entriegelt auf seinem Rückweg zunächst den Verschlusskopf. Nach der Entriegelung, ist der Verschlusskopf durch den gewaltigen Kraftstoß der Feder zudem in der Lage, den Verschlusskopf nach hinten zu ziehen, wodurch sie die gesamte Verschlussgruppe nach hinten bewegt. In dieser Funktion ähneln Waffen mit beharrendem Verschlussträger Systemen mit Gaseinleitung, wie dem AR-15/M16, welche ebenfalls eine Kraft einsetzen, die zwischen Verschlusskopf und Verschlussträger wirkt, nur dass nicht eingeleiteter Gasdruck, sondern um eine komprimierte Feder eingesetzt wird. Wie beim AR-15 so ist der große Vorteil von Rückstoßladern mit beharrendem Verschlussträger, dass der Verschlussantrieb rotationssymmetrisch erfolgt und es zu keinem Abkippen des Verschlusses im Waffengehäuse kommt. Der Nachteil des Systems liegt darin, dass entsprechende Waffen nicht zuverlässig funktionieren, wenn sie aus der Hüfte abgefeuert werden. Das bekannteste Beispiel ist die italienische Selbstladeflinte Benelli M3.
Beharrende Entriegelung (Rückstoßlader), auch hier wird beinahe die gesamte Waffe vom Rückstoß nach hinten geworfen, bis auf ein einziges Element, welchem es konstruktiv erlaubt wird, an seinem Platz zu beharren, während sich der Rest der Waffe, relativ zu diesem Element nach hinten bewegt. Beim Zurückschlagen der Waffe stößt der Verschluss meist so gegen das beharrende Element, dass es zu einer Zwangsentriegelung kommt. Alternativ kann auch hier ein unter Federspannung stehendes Hilfselement zum Einsatz kommen, wenn das beharrende Element besonders leicht ausgeführt werden soll und so deren alleiniges Beharrungsvermögen nicht ausreicht, um einen Verschluss funktionssicher zwangszuentriegeln. Dabei stößt das beharrende Element so gegen das Hilfselement, dass dessen Federspannung freigegeben wird, damit es anschließend den Verschluss funktionssicher zwangsentriegelt. Dabei haben beide Methoden, mit und ohne Federspannung, meist gerade einmal genug Kraft für die Entriegelung, jedoch nicht, um den Verschluss vollständig nach hinten zu bewegen. Aus diesem Grund, entriegeln auch Waffen mit beharrendem Entriegelungselement sehr heiß, ergo zu einem Zeitpunkt zu welchem sich noch starker Druck im Lauf befindet. Dieser Resteigengasdruck übernimmt nach der Entriegelung des Verschlusses, durch den Rückstoß, den Verschlussantrieb nach hinten, ähnlich wie bei einem direkten Gasdrucklader vom Typ Rückdrucklader. Der Vorteil des Systems ist, dass es trotz des formschlüssig-statischen Verschlusses ohne Gaskolben oder Gasröhrchen auskommt und gleichzeitig ohne einen beweglichen Lauf auskommt. Der Nachteil ist die mangelnde Funktionssicherheit bei zu fest oder zu locker angeschlagener Waffe. Sowie die Gefahr, dass bei Modellen mit federgespanntem Hilfselemet, dieses losschlagen könnte, wenn die Waffe stürzt oder von außen stark geprellt wird. Das bekannteste Modell mit diesem System ist das Mauser Selbstladegewehr M1916, welches als Fliegerkarabiner 16 im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde.
Von Triebsiegel zurückgehaltener Gasdruck (Rückstoßlader), konstruiert man einen unverriegelten Verschluss und zündet eine reguläre Patrone in diesem, so wird der Gasdruck sofort versuchen, die Patronenhülse wie einen Hohlkolben nach hinten aus dem Patronenlager der Waffe heraus zu schieben. Es existieren jedoch Patronen mit einem Triebsiegel, auch als Schubkolben bezeichnet. Bei diesem wird das Geschoss nicht direkt vom Gasdruck angetrieben, stattdessen wirkt der Gasdruck auf eine kleine Scheibe, welche ihrerseits das Geschoss antreibt. Eine Besonderheit dieser Scheibe ist es, dass sie im Patronenhals stecken bleibt, während sich das Geschoss weiter durch den Lauf bewegt. Dieses Steckenbleiben verhindert, dass Gasdruck die Patronenhülse verlässt. Waffen für Triebsiegelmunition werden eigentlich konstruiert, um schallgedämpfte Waffen zu bauen, welche ohne den typischen langen Schalldämpferkörper an der Waffenmündung auskommen. Die Munition hat jedoch den Nebeneffekt, dass Waffen mit unverriegelten Verschlüssen nun nicht mehr ohne weiteres als direkte Gasdrucklader vom Typ Rückdrucklader betrachtet werden können, da der Gasdruck im Inneren der Patronenhülse zurückgehalten wird, wirkt hier nur noch der Rückstoß, jedoch auch nur, bis das Geschoss den Patronenmund verlassen hat und der physische Kontakt zum Triebsiegel abreißt. Eine betroffene Waffe ist die sowjetisch-russische Selbstladepistole PSS, auch wenn bei dieser weitere Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.
Ohne Verriegelung (Triebsiegel Munition), Munition, welche den Gasdruck in ihrem Inneren zurückhält, erlaubt es Waffen mit unverriegelten Verschlüssen zu konstruieren, welche von ihrer Antriebsart her zu den Rückstoßlader zählen. Der Vorteil einer solchen Konzeption besteht darin, dass man so zu Rückstoßladern umerzogene Masseverschlüsse mit deutlich geringerem Verschlussgewicht konstruieren kann als direkte Gasdrucklader, in welcher die gleiche Pulvermenge zum Einsatz kommt. Die Ursache hierfür liegt in der notorisch schlechten Energiebilanz von Feuerwaffen. Die in der Treibladung gespeicherte Energie kann nur zu einem Bruchteil für die Geschossbeschleunigung genutzt werden. Große Teile der Energie gehen durch Wärme, Reibung und Verformung verloren. Für einen Rückstoßlader zählt jedoch lediglich die am Ende resultierende Geschossbeschleunigung. Die sowjetisch russische Selbstladepistole PSS verwendet einen unverriegelten Verschluss, jedoch mit zusätzlichen Konstruktionselementen.
Wirkung auf Bewegliches Patronenlager (Triebsiegel Munition), Munition, welche ihren Gasdruck in der Patronenhülse zurückhält, hat konstruktionsbedingt ein Problem mit der Liderung. Zum einen ist eine klassische Liderung eigentlich gar nicht notwendig, da das Gas bereits in der Hülse zurückgehalten wird und so keine Gefahr besteht, dass Treibgase an der Hülse vorbei ins Waffeninnere verlangen könnten. Zum anderen werden die Außenwände der Hülse trotz dessen gegen die Innenwände des Patronenlagers gepresst. Bei regulärer Munition kommt es innerhalb der Hülse zu einem rapiden Absinken des Gasdrucks, sobald das Geschoss den Lauf der Waffe verlässt. Somit sinkt auch die Liderungskraft der Hülse deutlich und Aushub- oder Ausziehen sind ohne Probleme möglich. Bei einer Triebsiegelpatrone steigt der Gasdruck zunächst durch die Verbrennung der Treibladung und sinkt dann ein wenig durch Volumengewinn, welche durch die Bewegung von Triebsiegel und Patrone verursacht wird. Jedoch findet in dem Augenblick, in welchem das Treibsiegel in der Patronenschulter stecken bleibt, kein weiterer Volumengewinn mehr statt. Der Gasdruck kann nur noch durch die Abkühlung der Pulvergase im Inneren der Patrone weiter absinken, was nur sehr langsam passiert. Ein einfacher unverriegelter Masseverschluss könnte sich nur gegen den Widerstand der dadurch deutlich länger wirkenden Liderungskräfte öffnen. Um dem entgegenzuwirken, kann man ein bewegliches Patronenlager einsetzen. Der Rückstoß wirkt auf die Patronenhülse, welche diese Kraft per Liderung auf das bewegliche Patronenlager übertragen. Das Patronenlager ist so in der Waffe gelagert, dass es sich nach hinten bewegen kann, dabei jedoch auch den Verschluss nach hinten bewegt. Der Verschluss wird dabei nicht, wie bei einem direkten Gasdrucklader, dadurch angetrieben, dass die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager herausgeschoben wird. Nach einer gewissen Strecke wird das bewegliche Patronenlager gestoppt, der davon angetriebene Verschluss läuft jedoch weiter zurück, wobei es ihm möglich ist, die Patronenhülse gegen die Liderungskraft aus dem Patronenlager der Waffe herauszuziehen und auszuwerfen. Soweit eine akzeptierte Theorie, für letzte Gewissheit müssen weitere Messungen an den betreffenden Modellen durchgeführt werden. Betroffen sind die sowjetisch russische schallgedämpfte Selbstladepistole PSS sowie deren Nachfolger PPS-2.
Rein kinetischer Resteigenantrieb (Triebsiegel Patrone), bei so gut wie allen automatischen Waffen vom Typ Verschlusslader kommt es nach der Entriegelung dazu, dass der Resteigengasdruck im Lauf der Waffe, über das Herausschieben der Patronenhülse aus dem Patronenlager nach hinten, dabei hilft, den Verschluss der Waffe zurück zu treiben. Je früher eine Waffe entriegelt, man spricht von einer heißen Entriegelung, umso größer ist der Anteil des Resteigengasdrucks an der Repetierfunktion der Waffe. Bei einigen Waffen ist der Anteil so groß, dass diese nur von indirektem Gasdruck respektive dem Rückstoß entriegelt werden, den anschließenden Verschlussantrieb übernimmt der direkte Gasdruck. Diese Hilfe steht bei Waffen mit Treibsiegeln beziehungsweise Schubkolben nicht zur Verfügung, weswegen sie zu den wenigen Waffen gehören, deren Verschlussantrieb nicht durch den Zusatz ‘...und Resteigengasdruck’ ergänzt werden kann.
Dieser Text erschien erstmal auf der Diskussionsseite der Grafik "Baumdiagramm automatischer Antriebssysteme von Feuerwaffen CC0 by Grasyl.svg" in den Wiki-Commons.
