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18. August 2023

Die Geschichte der US Mk.18

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag zum Thema Waffengeschichte.

Es gibt keine Waffe, die man heute so oft in den Händen von Spezialeinheiten sieht, wie die Mk.18, von denen die Meisten so wenig wissen. Denn leider wird sie ständig für einen M4 Karabiner gehalten, von welchem sie zwar abstammt aber nicht mit diesem identisch ist. So genug Einleitung, ab zur Geschichte:

SPR und CQBR

Ursprünglich war es geplant im Zuge des SOPMOD Programms zwei Wechselsysteme zu entwickeln. Diese Wechselsysteme sollten nur aus oberem Gehäuse, Lauf und Handschutz bestehen. Geplant war, dass man diese Systeme einfach gegen das obere Gehäuse eines vorhandenen M4A1 Karabiners hätte austauschen können. Der Vorteil wäre gewesen, dass man keine ganz neuen Waffen hätte einführen müssen, zudem hätten Soldaten das Wechselsystem auf eine Mission mitnehmen und bei Bedarf zur Anwendung bringen können.

Die geplanten Wechselsysteme waren der SPR (Special Purpose Receiver), mit einem 18 Inch Lauf für mehr Präzision auf mittlere Entfernungen, und der CQBR (Close Quarters Battle Receiver) mit einem kompakten 10 Inch Lauf für den Nahkampf beengte Umgebungen. Da jedoch bei Waffen mit AR-15 System die Schließeinrichtung Teil des unteren Gehäuses ist, welches vom M4A1 übernommen wurde, gab es Probleme. Da die Nachschlagmasse im Pufferrohr auf die Lauflänge abgestimmt sein muss, kam es bei aufgesetztem SPR und CQBR häufig zu Ladehemmungen. Ein einfacher schneller Wechsel war also nicht wie geplant möglich.

Da sich die beiden Systeme jedoch großer Beliebtheit erfreuten, wurden die Systeme zu eigenständigen Waffen weiterentwickelt.

  • Aus dem SPR wurde das Mk12 Mod 0
  • Aus dem CQBR wurde die Mk18 Mod 0

Mk18 Mod 0

Der Lauf der Mk18 Mod 0 wurde von 10 Inch auf 10,3 Inch verlängert, damit Schalldämpfer beim anschrauben nicht mehr an der Bajonettaufnahme am Kornträger blockieren. Die Mk18 Mod 0 wurde, wie der CQBR auch, im Naval Surface Warfare Center in der Stadt Crane gebaut. Als Basis dienten M4A1 Karabiner von Colt, dessen Läufe gekürzt und dessen Gasentnahmebohrungen vergrößert wurden. Zudem wurde eine schwere Nachschlagmasse (Typ H oder H1) eingesetzt und der Handschutz gegen einen der Knight’s Armament Company mit vier Mil-STD 1913 Railschienen ersetzt. Mk18 Mod 0 tragen auf der linken Gehäuseseite die originale Gravierung des M4A1 Karabiner und auf der rechten Gehäuseseite die Gravierung MK18 MOD0 Carbine - Crane, Indiana.

Es gibt zwei Untertypen der Mk18 Mod 0:

  • Mk 18 Mod 0 Typ I, in Crane durch Kürzung von M1A4 hergestellt. 10,3 Inch Läufe
  • Mk 18 Mod 0 Typ II, von Colt von Werk aus mit kurzen Läufen produziert. 10,5 Inch Läufe

Aufgrund ihrer Längen zählen sowohl der CQBR als auch die Mk18 zu den AR-15 Commandos einer Reihe von sehr kurzen Sturmgewehren, welche vor allem im Vietnamkrieg häufig von Spezialeinheiten wie der MAC-V-SoG verwendet wurden, die aber nach dem Krieg vorerst in Vergessenheit gerieten. Erst in den frühen 1990er Jahren wurden ähnlich kurze Modelle wie das Colt Model 733 Mogadishu Commando in geringer Stückzahl von der Delta Force und US-Rangern eingesetzt. CQBR und Mk18 können als moderne Wiederbelebung des Konzeptes dieser Waffen angesehen werden.

Mk18 Mod 1

Die Mk18 Mod 1 ist quasi eine Mk18 auf dem Stand eines M4A1 mit SOPMOD Block II Packet. Der Handschutz von KAC wurde gegen den freischwebenden RIS II von der Firma Daniel Defence ausgetauscht. Dieser Handschutz vor vor allem den Vorteil, dass er nur am Gehäuse befestigt ist und nicht den Lauf berührt. Der Lauf kann beim Schuss nun fast frei schwingen, was die Präzision erhöht. Zudem wurde die Kornträger-Gasblock Kombination durch einen reinen Gasblock ersetzt, dies hat den Vorteil, dass kein Kornträger mehr die Visierlinie stört. Die Mk18 Mod 1 übernimmt die 10,5 Inch Lauflänge der bei Colt gefertigten Mk18 Mod 0 Typ 2.

Mk18 Mod 2

Die Mk18 Mod 2 ist eine modernisierte Version der Mk18 von 2019. Anstelle des RIS II von Daniel Defence mit Mil-STD 1913 Railschienen wird ein Handschutz mit M-Lok System der Firma Geissele Automatic's verbaut. Das flache Adaptersystem hat unter anderem den Vorteil, dass es bei nicht Benutzung im Gegensatz zu Railschienen nicht abgedeckt werden muss. Zudem wurde der Lauf der Mk18 Mod 2 auf 11,5 Inch verlängert, um die Ballistische Leistung in Verbindung mit M855A1 Munition zu verbessern. Aufgrund dieser Lauflänge wird die Mk18 Mod 2 inoffiziell zu den CarMANDO Modellen gezählt.

Ähnliche Waffen

Wegen der großen Popularität der Mk18 werden häufig alle Waffen mit AR-15 System,einer Lauflänge um 10 Inch als Mk18 bezeichnet. Was jedoch nicht immer zutrifft. So handelt es sich zum Beispiel beim Colt Modell 933 um eine eigenständige Waffe, die unabhängig von Colt entwickelt wurde. Auch die israelischen Makutzrars sind eine eigene Entwicklung und basieren meist auf gekürzten Colt M653. Gleiches gilt für den kanadischen C8CQB.

Kritik

Allgemein gilt die Mk18 als unzuverlässiger als der M4A1 Karabiner oder das M16A4 Gewehr, dies liegt vor allem an der kurzen Zapfzeit. Durch die sehr nah an der Mündung gelegene Gasentnahmebohrung, kann das Gas im Gassystem nur für eine sehr kurze Zeit wirken, bevor das Geschoss den Lauf verlässt, es damit zum Druckabfall im Lauf kommt und das Gas nicht mehr wirken kann. Um diesen Nachteil auszugleichen, wurde die Gasentnhamebohrung bei der Mk18 vergrößert. Dadurch ist der Verschluss einem kurzen aber starken Druck ausgesetzt. Dieser führt zu einer höheren Verschlussrücklaufgeschwindigkeit und damit zu einem erhöhten Verschleiß und einer auf von 850 (M4A1) auf 950 Schuss die Minute gestiegenen Feuergeschwindgkeit. Zudem hat die Mk18, wie die XM177 vor ihr, wegen ihres kurzen Laufes mit einem enormen Mündungsfeuer und Knall zu kämpfen.

Zivile Versionen

Aufgrund der ab den 2010er Jahren gestiegenen Popularität und der starken Medienpräsenz der Mk18 Modelle, fertigen einige zivile Hersteller Nachahmungen der verschiedenen Mk18 Modelle. So bietet auch Daniel Defence, der Hersteller des Handschutzes der Mk18 Mod 1, mit der DD MK18 eine zivile Nachahmung als Selbstlader an.

Der Text erschien erstmals am 28. Dezember 2020 als Artikel Mk18 im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.

17. August 2023

Die Geschichte des M4 Karabiners - Teil 1

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neunen Beitrag. Dieses mal geht es um die Gesichte der US-Karabiner namentlich XM4, M4 und M4A1. Der Grund, warum wir diese Gesichte schreiben ist vor allem, dass diese sehr oft falsch dargestellt wird. Meist ploppt der M4 in den 90er Jahren einfach auf und ist dann einfach da. Das seine Wurzeln eigentlich in den 80ern liegen wird dabei meist vergessen.

CAR-15 Carbine

Bereits kurz nachdem die Firma Colt die Lizenz für die Produktion des AR-15 von ArmaLite erhalten hatte, versuchte man eine ganze Reihe von Waffen auf der Basis des AR-15 zu schaffen. Diese als CAR-15 bezeichnete Reihe umfasste auch einen Karabiner mit der Bezeichnung Model 605. Dieser wurde jedoch nicht von den US-Streitkräften angenommen, da Waffen der Karabiner-Kategorie während des Koreakrieges in Verruf geraten waren.

XM177

Lediglich das Model 607 wurde in geringen Stückzahlen als GX-5857 beschafft. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen Karabiner, sondern um eine Waffe mit den Abmessungen einer Maschinenpistole welche jedoch die Mittelpatrone 5,56x45mm M193 verschoss. Eine verbesserte Version der GX-5857 war das XM177 welches von der Luftwaffe als GAU-5A beschafft wurde. Die Armee testete einer Version der Waffe mit Schließhilfe als XM177E1. Diese extrem kurzen Formen von M16/XM16E1 waren zwar ursprünglich für Piloten und hintergelagerte Truppen gedacht, erfreuten sich jedoch auch bei Spezialeinheiten großer Beliebtheit. Dem starken Mündungsfeuer der kurzen Waffen, war man mit einem als Moderator bezeichneten Halbschalldämpfer Herr geworden. Probleme boten jedoch die Tatsachen, dass sich weder Seitengewehre noch Granatgeräte anbringen ließen.

Colt Commandos

Die nächste Generation wurde, in Anlehnung an die Verwendung bei Spezialeinheiten, Colt Commando genannt. Namentlich erhielten XM177E2 und GAU-5A/A nun einen leicht verlängerten Lauf und die Möglichkeit das XM148 Granatgerät anbringen zu können. Jedoch fehlte nach wie vor eine Aufpflanzvorrichtung für ein Seitengewehr. Die kompakten Waffen erfreuten sich zwar großer Beliebtheit aber ihre Reichweite und Stoppwirkung ließen zu wünschen übrig. Grund dafür war, dass das Geschoss der M193 Patrone seine Zielwirkung zum Großteil aus seiner Geschwindigkeit zieht. Es konnte jedoch in den kurzen Läufen der Commandos nur unzureichend beschleunigt werden. Unter anderem aus diesem Grund wurden, nach dem Ende des Vietnamkrieges, alle XM177E1 und XM177E2 von US-Armee und US-Marines an die US-Luftwaffe abgegeben.

GAU-5/P & M653

Die Luftwaffe setzt das Konglomerat aus Commandos weiter ein, jedoch setzten sich die Moderatoren der Waffen über die Zeit mit Geschossmantelrückständen zu, welche dessen Wirkung zunichte machte. So tauschte die Luftwaffe die Moderatoren gegen reguläre Mündungsfeuerdämpfer. Diese verursachten jedoch einen enormen Mündungsknall vor allem in geschlossenen Räumen. Um dies zu verhindern, experimentierte man mit verschiedenen längeren Läufen. Die Entscheidung für die beste Länge wurde am Ende so getroffen, dass man als erfreulichen Nebeneffekt das Seitengewehr M7 wieder befestigen konnte. Läufe mit der so auf 14,5 Inch festgelegten Länge, wurde bei Colt bestellt und in vorhandene Waffen eingebaut. Als Nachteil konnte man jedoch keine Granatgeräte vom Typ M203 mehr anbringen. Die durch längere Läuft modifizierten Waffen tauchen in Listen der Luftwaffe als GAU-5/P auf, auf den Gehäusen befindet sich jedoch weiterhin die ursprünglichen Stempel wie zb. XM177E2. Als keine Modelle mehr vorhanden waren, die man umbauen konnte oder wollte, kaufte man fertige Waffen mit dieser Lauflänge bei Colt, welche intern als Colt Model 653 bezeichnet wurden. Erst bei diesen Waffen handelt es sich wieder um Karabiner im eigentlichen Sinn, aus diesem Grund gelten M607, M653 und GAU-5/P eher als Vorgänger des M4 Carbine als zb. das XM177E2 Commando.

GUU-5/P

Als 1980 die Entscheidung auf die belgische SS-109 Patrone als NATO-Standard viel und mit der M855 eine US-Version zur Verfügung stand, sah sich die US-Luftwaffe gezwungen ihre GAU-5/P auf die neue Patrone umzurüsten, da das schwerere Geschoss der M855 eine andere Drallsteigung benötigte, als die US M193 Patrone. Die mit neune Läufen ausgestatteten Waffen erhielten die Bezeichnung GUU-5/P, welche dieses mal auch eingestempelt wurde, damit nicht versehentlich die falsche Munition verwendet wurde. Das schwerere Geschoss der M855 erhöhte die Leistung der Waffen extrem. Das Geschoss bliebt aufgrund seines höheren Gewichtes länger im Lauf und konnte von den Pulvergasen stärker beschleunigt werden, welche ebenfalls mehr Zeit hatten sich im Lauf umzusetzen. Ergebnis war eine höhere Reichweite bei leiserem Mündungsknall und schwächerem Mündungsfeuer. Auch war das Geschoss der M855 weniger auf eine bestimmte Geschwindigkeit angewiesen, um seine Stoppwirkung zu erzielen.

US-Marine Carbine

Die Kombination aus M16A1 und M203 war eine der feuerstärksten und vielseitigsten individuellen Waffen zur Zeit des Vietnamkrieges. Als die US-Marines jedoch das M16A2 einführten, welches im Vergleich zum M16A1 schwerer war, hatte man bedenken beim Gesamtgewicht der Kombination M16A2 und M203. Aus diesem Grund suchte man nach einer Lösung und plante erst eine Waffe nach Muster des M605 zu schaffen, dies wäre ein M16A2 gewesen, dessen Lauf man lediglich bis an den Kornträger heran gekürzt hätte. Diese als Dissipator bezeichneten Modelle galten jedoch als sehr unzuverlässig wegen der geringen Zapfzeit.

US-Army Carbine

Die US-Armee, welche zu diesem Zeitpunkt noch kein Interesse am M16A2 der US-Marines hatte, arbeitete zu diesem Zeitpunkt an einem neunen Einsatzkonzept betreffend einer neuen Generation von mechanisierter Infanterie. Dieses als High Technology Motorized Division bezeichnete Programm beinhaltet das schnelle aus- und einsteigen aus Schützenpanzern des neues Schützenpanzers Bradley. Das M16A1 wurde dabei als hinderlich empfunden und es wurde der Wunsch nach einer kompakteren Waffen laut.

XM4 Carbine, M720

Um zu verhindern, dass US-Armee und US-Marines zwei unterschiedliche aber sehr ähnliche Waffen entwickeln, wurde 1983 beschlossen ein gemeinsames Programm zur Schaffung eines einheitlichen Karabiners aufgelegt. Dies war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da die US-Armee zu diesem Zeitpunkt noch das M16A1 mit der M193 Patrone verwendete. Auf der anderen Seite waren die US-Marines jedoch bereits dabei auf das M16A2 und die M855 Patrone umzustellen. Dieses Problem verzögerte das Programm bis 1984 als die Armee einer Waffe auf M16A2 Basis zustimmte und das XM4-Programm offiziell gestartet werden konnte. Ein Jahr später stieg die US-Armee jedoch aus dem Programm aus. Die US-Marines arbeiteten weiter an dem Projekt bis 1985 die ersten XM4 getestet werden konnten. Die Tests liefen erfolgreich und die Waffen wurden 1987 offiziell als US, Carbine, 5.56mm, M4 eingeführt. Jedoch versagte der US-Kongress die Gelder für den Kauf größerer Mengen von M4 Karabinern.

XM4 Karabiner existieren, wegen der Laufenden Entwicklung, mit einer Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften. Die wichtigste Neuerung ist jedoch meist ein Laufprofil welches die Anbringung des M203 Granatgerätes erlaubt. Frühe XM4 besitzen Dauerfeuer als dritten Feuermodus, spätere einen mechanisierten Feuerstoß. Sollten XM4 eine Colt-Modellnummer haben, so lautet diese meist 720.

M4 früh, M777

Bereits 1987 wurde der XM4 zum US, Carbine, 5.56mm, M4, die US-Marines bestellten jedoch nur eine kleine Stückzahl zu weiteren Testzwecken. Die Bestellung einer größeren Stückzahl wurde zwar geplant konnten aber nicht realisiert werden, da der US-Kongress die nötigen Zahlungen nicht bewilligte.

Der M4 von 1987 wird meist entweder als M4 früh oder nach der internen Modellnummer von Colt als M4 M777 bezeichnet. Er befindet sich auf dem Stand des M16A2 mit festintegriertem Tragegriff und weißt einen mechanisierten Feuerstoß auf.

Diemaco C8, M725

Zeitgleich mit der Entwicklung des M16A2 entwickelte Colt zusammen mit dem kanadischen Hersteller Dieamco das C7. Diese Waffe bildete einen Zwischenschritt zwischen M16A1E1 und M16A2 und verzichtete zum Beispiel auf das komplexe Visier des M16A2. Zusammen mit dem C7 wurde auch eine Karabinerversion mit der Kennung C8 geschaffen, welcher im Gegensatz zum M4 früh vom kanadischen Militär in großen Stückzahlen angeschafft wurde.

Mogadishu Carbine, M727

Da mit der geplatzten Anschaffung des M4 durch die US-Streitkräfte, Colt eine Menge Geld zu verlieren drohte, bot man eine Reihe von sehr ähnlichen Modellen auf dem freien Markt an. Diese Möglichkeit nutzen einige US-Spezialeinheiten als Umweg, um doch noch M4 ähnliche Modelle zu bekommen, da es diesen Einheiten erlaubt war Waffen einzukaufen, welche nicht offiziell in die US-Streitkräfte eingeführt worden waren.

So beschaffte die US-Army-Ranger das Modell 727 welche weitgehend mit dem M4 früh identisch war. Die Delta-Force hingehen beschafften das Modell 723 welches über das einfachere Visier des M16A1 verfügte, da man es für die kurze Waffe als zweckmäßiger erachtete. Beide Waffen unterscheiden sich jedoch vom M4 früh durch Dauerfeuer anstelle des mechanisierten Feuerstoßes, welches dem Ausgabengebiert der Spezialeinheiten Zur Gute kam. Aufgrund der unübersichtlichen und schwer zu merkenden Modellnummern, welcher die Waffen meist einfach als CAR-15 bezeichnet. M727 und M723 kommen mit unterschiedlichen Laufprofilen vor, einige besitzen M4-Profile mit Auspaarung für das M203 Granatgerät andere besitzen Pencil Barrels wie das M653.

Diemaco C8A1

Lange vor Colt experimentierte Diemaco in Kanada mit Zubehörschienen auf den Gehäuserücken von C7 und C8. Das Ergebnis waren C7A1 und C8A1 welche ausgabemäßig mit einem ELCAN C79 Visier ausgerüstet wurden. Bei den Schienen handelte es sich jedoch noch um Waver-Schienen und noch nicht um MiL-STD-1913 Schienen.

Abu Dhabi Carbine, M727

Anfang der 90er Jahre kam Abu Dhabi auf Colt zu, der Teilstaat der Vereinigten Arabischen Emirate suchte nach einer Waffe, welche Feuerkraft des M16A2 mit M203 mit der Kompaktheit des Colt M653 verbinden sollte. Colt verbaute daraufhin Läufe mit M4-Profil in Mogadishu Carbine Waffen und lieferte diese, mit der unveränderten Modellnummer 727, an den Golfstaat aus. Das Buch Black Rifle zeigt eine solche Waffe auf der letzten Seite, da diese Waffe kurz vor Drucklegung 1992 noch den Autoren von der Firma Colt vorgestellt wurde. Der Abu Dhabi Carbine besitzt mit Dauerfeuer und 3-Schuss-Stoß beide Schnellfeuermodi.

Colt M4 für Behörden

Als Colt neben dem geplatzten Auftrag für den M4 Karabiner auch noch damit zu kämpfen hatte, das FN den Zuschlag für die Produktion der M16A2 erhielt, musste die Firma schnell neue Kunden gewinnen. Aus diesem Grund wurde der M4 in einer verbesserten Form als Colt M4 an Behörden und Spezialeinheiten angeboten. Da die Verbreitung von Schutzwesten unter Kriminellen sowie Terroristen ab den 1990er Jahren stetig zunahm traf Colt mit dem kommerziellen M4 einen Nerv. Vor allem behördliche Spezialeinheiten wie das S.W.A.T. beschafften den Colt M4, welcher dadurch und dank einer aggressiven Werbekampagne seitens Colt schnell enorm an Medienpräsens gewann.

US M4 spät, M920

Durch die Erfahrungen während der Schlacht von Mogadishu und der Operation Just Cause in Panama wurde den US-Streitkräften bewusst, dass man eine feuerstarke aber Kompakte Waffe für hintergelagerte Truppen benötigte. Aus diesem Grund, um wahrscheinlich auch wegen der gestiegenen Popularität des kommerziellen Colt M4, wurde 1994 das M4-Programm wieder aufgenommen. Zusammen mit Colt schuf man eine Waffe, welche zwar auf dem M4 früh M777 basiert, in welche jedoch die Erfahrungen der letzten Jahre eingeflossen waren. So erhielt der meist als M4 spät bezeichnete Karabiner einen Handschutz mit doppeltem Hitzeschild und die Modellnummer 920. Die ersten M4 der 90er haben wie die M4 Karabiner der 80er den nicht abnehmbaren Tragegriff des M16A2, ab 1995 weisen sie jedoch einen abnehmbaren Tragegriff auf unter welchem sich eine MiL-Std-1913 Schiebe befindet.

US M4A1, M921

Da die in Mogadishu eingesetzten Spezialeinheiten extra kommerzielle CAR-15 wegen des Dauerfeuers gekauft hatten, wurde 1994 mit dem M4E1 eine eine Version des M4 spät geschaffen, welche anstelle des mechanisierten Feuerstoßes Dauerfeuer als dritte Position des Feuerwahlhebels aufweist. Im selber Jahr wurde der M4E1 offiziell als US-Carbine 5.56mm, M4A1 eingeführt und vom SOCOM bestellt.

Der Text erschien erstmals am 15. März 2022 als Artikel M4 (Karabiner) im Waffen-Wiki und erscheint mit freundlicher Genehmigung vom Mitautoren Helmut Knittelfeld.