Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Post zum Thema Fotografie. Wir hatten bereits vor einigen Jahren mal mit der Trichromie experimentiert und auch ein ganz nettes Ergebnis produziert aber das Thema danach nicht weiter verfolgt. Nun wollte ich das Verfahren für die Uni präsentieren aber fast komplett vergessen, was wir damals genau gemacht haben. Als keine Gedächtnishilfe für die Zukunft gibt es nun hier diesen Post.
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| Beispielbild: Trichromie |
Dazu haben unsere Vorfahren einfach drei schwarz-weiße Bilder aufgenommen und zwar einmal mit einem Rotfilter, mit einem Grünfilter und einem Blaufilter. Diese drei Bilder, wurden dann in drei verschiedenen Dia-Projektoren eingeschoben, dessen Projektorlinsen ebenfalls mit einem Filter in je einer Farbe versehen waren. Schob man nun die Projizierten Bilder übereinander erschien an der Wand ein Farbbild. Dass muss auf die Zeitgenossen ziemlich beeindruckend gewirkt haben.
Warum sollte man das ganze nun Digital oder Semi-Analog nacharmen wollen? Hier könnte man nun anführen, dass man mit dieser Methode selbst den Kameras Farbbilder machen könnte, welche keinen Farbmodus anbieten oder dass man selbst mit einer mit Schwarz-Weiß-Film geladenen Analogkamera farbig Fotografieren kann. Diese Gründe halte ich jedoch für lediglich vorgeschoben. Es gibt meiner Meinung nach drei gute Gründe ein digitales Trichomieverfahren anzuwenden. Erstes ich mag den Look, zweitens lernt man dadurch eine Menge über Farben und Fotografie und drittens, einfach weil ichs kann.
Aber was brauchen wir nun alles? Als erstes brauchen wir eine Kamera, die am besten schon in sich einen Schwarzweiß-Modus anbietet oder eine analoge Kamera und einen Schwarzweißfilm, welcher Panchromatisch sein muss. Dazu eine möglichst stabiles Stativ und ein Motiv, welches sich möglich nicht bewegt. Denkt dabei an die Plätter vom Bäumen im Wind, auch wenn einige Menschen der Meinung sind, dass bunte Blatt und Astränder einfach zu einer Trichromie dazugehören. Was man aber nicht unterschätzen darf, sind wandernde Schatten. Bewegen sich Schattenspendende Wolken oder Äste zu schnell, sieht eure Trichromie hinterher aus wie ein LSD-Trip. Sich bewegende Menschen in einer Stadtlandschaft werden regelrecht zu bunten Geistern. Als nächstes brauchen wir drei Farbfilter, einen Roten einen Blauen und einen Grünen.
In unserem Fall sind das leider eher unpraktische 52mm Schraubfilter, praktischer wären Schiebefilter wie die von Cokin (unbezahlte Werbung), denn um so schneller man die Bilder nacheinander aufnehmen kann, umso geringer ist die Chance, dass sich später in der Trichromie große Unterschiede zeigen.
| Das muss das Grünfilter-Bild sein. |
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| Alles ordentlich vorbereitet |
Hier sehen wir nun, dass ich bei der Belichtung der einzelnen Bilder nicht ganz gleichmäßig ist, weil ich mich auf den Belichtungsmesser in der Kamera, einer Sony A6000, verlassen habe. Korrektes Belichten mit einem starken Farbfilter ist eine kleine Wissenschaft und muss gelernt sein aber wir können auch mit diesen Bilder weiterarbeiten. Was ich jedoch nicht empfehlen würde ist, die Belichtung für jeden Filter mit Belichtungsreihen zu erraten. Hier ist die Chance zu groß, dass man die Bilder später verwechselt.
Haben wir alle drei Bilder so angepasst, so nehmen wir uns das grüne Bild und kopieren es. Am besten Einmal Alt + A um alles auszuwählen, dann Strg + C um zu kopieren. Dann wählen wir Datei - Neu - Bild aus Zwischenablage und bekommen ein neues großes Bild, mit welchem wir weiter arbeiten können.
Ich weiß, dass man eigentlich das blaue Bild zuunterst legen soll aber ich mag den Look von Trichromien einfach lieber, bei denen das grüne Bild zu unters liegt.
Mit Hilfe dieser verwandeln wir nun unser monochromes Bild, dessen Töne von Schwarz bis Weiß übergehen in ein Bild, dessen Töne von Schwarz bis Grün übergehen. Dazu ändern wir die Farben unseres Verlaufes in Schwarz (Hex'000000) auf der rechtes Seite und in knalliges Grün (Hex'00FF00) auf der linken Seite.
Wenn wir mehrere Trochomien anfertigen wollen, können wir das ganze zudem noch benennen und mit einem Klick auf Neu speichern. Die Schaltflächen, Laden und Speichern lässt man als Anfänger am besten in Ruhe, da man damit ganze Sätze an Verläufen lädt und speichert.
Wie auch bei dem grünen Bild sollten wir jetzt das Sichtbare auf eine Ebene reduzieren, dabei müssen wir jedoch drauf achten, dass die grüne Ebene unter der neuen Blauen ausgeblendet wurde, indem wir vorher das kleine Auge vor der Ebene angeklickt haben. Wenn wir das nicht tuen, verschwindet die grüne Ebene einfach.
Herzlichen Glückwunsch, wir haben nun schonmal eine Bi-Chromie ein Zweifarbenbild und ein Bild in etwa so wie sie Hunde sehen. Aber wir brauchen noch eine Farbe um eine Tri-Chromie zu erhalten. Dazu blenden wir die blaue und grüne Ebene wieder aus, damit diese bei der Verarbeitung von Rot nicht kaputt gehen.
Haben wir nun unsere drei Farbebenen zusammen, überprüfen wir nochmal die Ebenen auf ihre richtige Reihenfolge. Rot oben, dann Blau und ganz zu unterst Grün. Stimmt alles, fangen wir an, der roten Ebene ganz langsam ihre Deckkraft zu nehmen.
In der Regel sollte man jedoch bei 50% Deckkraft aufhören. Wir sehen nun, dass aus unseren drei Schwarz-Weiß-Bildern ein Farbbild geworden ist auch wenn Helligkeit und Kontrast noch sehr zu wünschen übrig lassen. Dazu wählen wir erneut eine neue Füll- und Einstellungsebene dieses mal jedoch wieder vom Typ Tonwertkorrektur.
Wir sehen nun, dass unser Bild einen wirklich starken Rotstich hat, weil die rote Ebene dominiert. Um dies zu korrigieren gehen wir zur roten Ebene und reduzieren dessen Deckkraft, bis unser Bild anfängt einen Grünstich zu bekommen, dann gehen wir einen Prozentpunkt zurück. Magentastiche korrigieren wir mit der Deckkraft der blauen Ebene. Grünstiche hingegen müssen mit einer gemeinsamen Anhebung der Deckkraft von Rot und Blau behoben werden.
Ganz verschwinden werden die Kanten nie aber man kann sie durch exaktes Ausrichten deutlich reduzieren.
So, nun wisst hier wie man in Photoshop Elements aus drei mit verschiedenen Farbfilter aufgenommenen Schwarz-Weiß-Bildern ein Farbbild zusammen setzt. Ich werde demnächst wahrscheinlich noch ein paar Beispiele posten und mich auch mal damit auseinandersetzen, wie man das ganze in GIMP umsetzt.
Appednix:
Eine Sache, die mir zunächst gar nicht aufgefallen war, da ich die Uhr nur wegen ihres schönen bunten Bandes mit ins Bild gelegt habe, ist dessen Sekundenzeiger. Dieser hat sich während der Bildfolge natürlich weiterbewegt, weswegen er in Form von bunten Geistern im Bild erscheint.Zudem hat der Minutenzeiger eine leichte Geisterkontur.
Witzig oder?
- Kamera - Sony A6000
- Objektiv - Brightin Star 35mm f0.95 bei f5.6
















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