25. September 2022

Die echten Namen der Waffen aus Hunt: Showdown

 Halle alle zusammen, neben Modern Warfare gibt es noch ein weiteres Videospiel, welches seinen real existierenden Waffen aus irgend einem Grund Phantasienamen gibt. Aber keine Sorge, dafür gibt es ja mich. Hier also eine Liste der Waffen aus Showdown the Hunt mit den echten Namen der Waffen.


  • Caldwell Conversion Pistol ist eine Colt Open Top 1872
  • Caldwell Conversion Uppercut ist ein Colt Walker (umgebaut für Patronen
  • Caldwell Pax ist ein Colt Single Action Army
  • Caldwell 92 New Army ist ein Colt New Army & Navy 1892
  • Nagant M1895 ist richtig
  • Quad Derringer ist eine Sharps Pepperbox
  • Scottfield Model 3 ist ein S&W Schofield No.3
  • LeMat Mark 2 Revolver ist ein LeMat 1861

  • Dolch 96 ist eine Mauser C96
  • Bornheim No. 3 ist eine Bergmann 1896

  • Romero 77 ist eine Montgomery Ward Ranger
  • Caldwell Rival 78 ist eine Colt 1878
  • Specter 1882 ist eine Spencer 1882
  • Winfield 1887 Terminus ist eine Winchester 1887
  • Winfield 1893 Slate ist eine Winchester 1893
  • Crown & King Auto-5 ist eine Browning Auto-5
  • Nitro Express Rifle basiert lose auf Holland&Holland Doppelbüchsen

  • Winfield M1873 ist eine Winchester 1873
  • Winfield M1876 Centennial ist eine Winchester 1876
  • Sparks LRR ist eine Sharps 1874
  • Vetterli 71 Karabiner ist ein Vetterli 1969/71 Karabiner
  • Mosin-Nagant M1891 ist richtig
  • Mosin-Nagant M1891 Avtomat ist ausgedacht*
  • Lebel 1886 ist richtig
  • Berthier1892 Carbine ist richtig
  • Martini-Henry IC1 ist richtig
  • Springfield 1866 ist richtig 

  • Flare Pistol ist eine Webley & Scott No. 1

*Der Mosin-Nagant M1891 Avtomat ist eine Abwandlung der Huot Automatic Rifle.#

Bemerkenswert ist, dass viele der später hinzugekommenen Waffen echte Namen tragen.

18. September 2022

Die echten Namen der Waffen aus Modern Warfare II 2022

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag zum Thema: Feuerwaffen in Videospielen. Da mein Post zu den echten Namen der Waffen aus dem Vorgänger Modern Warfare 2019 so gut ankommen ist, mache ich das Ganze auch dieses Jahr für euch:

  • Bruen .45 ist eine SIG P220 Elite
  • X13 ist eine Glock 17 Generation 5
  • X13 Auto ist eine Glock 18

  • Lachmann MP ist eine MP5 A5
  • Fennec 45 ist eine Kriss Vector
  • K-Bloc ist eine PP-19 Bison
  • Zyklov 9 ist eine PP-19-01 Vityaz
  • Kastov-74u ist eine AKS-74U

  • Lockwood 725 ist eine Citori 725
  • Bryson 800 ist eine Mossberg 590
  • Expedite 12 ist eine Benelli M4 Super 90

  • M4 ist eine Mk.18 Mod 1
  • FSS Hurricane ist eine AR-57
  • M16 ist eine M16A4
  • FTac Recon ist eine M458 Monster
  • TAQ-56 ist eine Mk.16 / SCAR-L
  • Kastov 545 ist eine AK-104
  • Kastov 762 ist eine AK-103
  • Lachmann-556 ist ein HK33 KA2
  • Lachmann-762 ist ein G3 A3

  • EBR-14 ist ein M14 in einem Sage Schaft
  • Lockwood Mk2 ist eine Marlin 336
  • LM-S ist ein PSG-1
  • Signal 50 ist eine Gepard GM6 Lynx

  • 556 Icarus ist ein Fightlite MCR
  • Sakin MG38 ist ein Negev NG7
  • RAPP H ist ein HK21

  • JOKR ist die FGM-148 Javelin
  • PILA ist die SA-25 / 9K333 Verba
Alles Stand 18.09.2022
Aktualisiert am 25.09.2033

9. August 2022

Schweres Sturmgewehr, die Bundeswehr führt Begriffe aus Videospielen ein, Teil 3

Hallo und herzlich Willkommen zum nunmehr dritten Teil meiner Reihe, in welcher die deutsche Bundeswehr Begriffe einführt, welche ursprünglich aus Video-Spielen stammen.

Heute sehen wir uns mal das G27 an eine Version des HK417 oder die 7,62 x 51mm Version des HK416. Eben dieses Gewehr für eine moderne Gewehrpatrone, hat die Bundeswehr eingeführt und zwar unter der Bezeichnung schweres Sturmgewehr. Kaum gelesen haben bei mir auch schon die Glocken geklingelt und ich meine mich zu erinnern, dass ich das so oder so ähnlich schon mal irgendwo gehört hatte.

Mein erster Verdacht viel auf Jagged Alliance 2 aber leider gibt es dort nur die schwere Maschinenpistole, um den verschobenen Definitionsramen zwischen dem deutschen Reihenfeuerpistole/Maschinenpistole zum englischen machinepistol/sub machine-gun zu überbrücken.

Das schwere Sturmgewehr aus Fortnite 
 eine Mischung aus AK-74 und M70B1
Aber eine kurze Googlesuche später hatte ich es auch schon, denn gibt man den Begriff  "schweres Sturmgewehr" dort ein, so kommt man sofort ausgerechnet zu Fortnite, also genau dem Spiel welches gerade bei sehr jungen Spielen aktuell äußert populär ist und über welches sich von Seiten ernsterer Spieler immer wieder lustig gemacht wird.

Warum die Bundeswehr nun nach Battlefield V und Call of Duty (eigentlich Amazon) auch ausgerechnet aus Fortine Begriffe entlehnt ist mir nach wie vor schleierhaft.

6. Juli 2022

Holografisches Reflexvisier, die Bundeswehr führt Begriffe aus Videospielen ein, Teil 2

 Und damit herzlich Willkommen zum zweiten Teil von die Bundeswehr führt Begriffe aus Videospielen ein. In der letzten Folge ging es um den Begriff des mittleren Maschinengewehrs.

Dieses mal jedoch geht es um ein angebliches holografisches Reflexvisier und zwar von der Firma EoTech aber Eines nach dem Anderen. Was ist denn ein holografisches Reflexvisier, ganz einfach es ist ein Oxymoron ein Verbindung von zwei Worten, die sich gegenseitig ausschließen.

Holografie und Reflex sind zwei gegensätzliche - sogar konkurrierende Technologien für vergrößerungslose elektronische Visiere. Bei einem Reflexvisier befindet sich das Absehen nicht im Strahlengang der Optik, sondern wird über einen halbdurchsichtigen Spiegel ein reflektiert. Bei einem holografischen Visier befindet sich das Absehen im Strahlengang und wird von einer Laserdiode beleuchtet*.

Aber wie kommt die Bundeswehr nun auf diese komische Bezeichnung? Ich hab mich ein wenig umgesehen und konnte zwei Quellen finden. Zum einen ein Wiki zum Videospiel Call of Duty Modern Warfare III dabei scheint es sich jedoch nicht um einen Text zu handeln, welcher so im Videospiel zu lesen ist, sondern um den Text eines der Wiki-Autoren, den ich dafür allerdings nicht übermäßig kritisieren würde.

Die zweite Stelle ist dann noch kurioser, denn es handelt sich um ein Angebot beim Onlineversandthändler Amazone. Wahrscheinlich war eher das Zitat:

VERY100 Taktisches Zielfernrohr/holografisches Reflexvisier, beleuchtetes Fadenkreuz mit Grün- und Rotpunktvisier, 4 Modi einstellbar, Montage: 20-mm-Schiene

 verantwortlich für die merkwürdige Bezeichnung des EoTechs EXPS2 bei der Bundeswehr. Das ist natürlich ordentlich peinlich und es bliebt spannend ob der Fehler früher oder später korrigiert werden wird. Denn im Unterschied zum mittleren Maschinengewehr, wo das Wort mittel ja Auslegungssache ist, ist das Wort holografisch, leider physikalisch fest definiert. 

Ich hab die Firma EoTech mal per E-Mail angeschrieben und auch eine Antwort erhalten. EoTech sieht seine holografischen Visiere ganz eindeutig nicht als Reflexvisiere an und betont deutlich die Vorteile ihrer holografischen Visiere, gegenüber Reflexvisieren.


*Zumindest bei einem echten holografischen Visier, bei gefälschten Holovisieren für den Airsoft-Bereich handelt es sich technisch um Reflexvisiere welche nur die äußere Form eines holografischen Visieres aufweisen. Ich ergänze das hier, weil in der Vergangenheit immer wieder Leute auf mich zu gekommen sind, die meinten sie könnten meine Ausführungen über holografische Visiere mit ihren Airsoftrepliken widerlegen. Diese Leute kann man dann einfach fragen, was passiert, wenn man den NV Knopf an einem EoTech drückt. Lautet die Antwort: "Es wird grün", handelt es sich um eine Fälschung, echte EoTechs werden nämlich sehr sehr blass, wenn man diese Taste drückt. EoTech bestätigen dies auf ihrer Webseite.

5. Juli 2022

Mittleres Maschinengewehr, die Bundeswehr führt Begriffe aus Videospielen ein, Teil 1

 Hallo alle zusammen und Willkommen zu einem neuen Beitrag zum Thema Waffensprache.

Für das heutige Thema muss ich ein wenig in meine Vergangenheit reisen, und zwar in eine Zeit als ich mich altersbedingt sehr viel mehr mit Airsoft als mich rechten Waffen beschäftigt habe. Damals habe ich mich vor allem für die Wechselwirkung interessiert, welche zwischen Airsoft, Videospielen und Realsteal (so nennt man scharfe Waffen in der Airsoftsprache).

Dazu hatte ich auch damals ein schönes Dreieck angefertigt und in der Originalversion auch ausgefüllt mit den Aspekten, in denen sich die drei Bereiche beeinflussen. Nur leider blieb im Original ein Pfeil immer lehr und zwar der, welcher angegeben hätte, wie Videospiele denn den Realsteel-Bereich beeinflussen.

Aber nun kann ich diesen Pfeil endlich ausfüllen, denn die Bundeswehr hat nun mit dem MG5 ein mittleres Maschinengewehr eingeführt. Und nicht nur dass, das alte MG3 wurde  im Nachhinein auch zu einem erklärt. Aber was ist das denn eigentlich, den Begriff bekommt man im Deutschen recht selten zu hören. Nun, da gäbe es zwei Definitionen:

  • Vollautomatische Waffe
  • Gurtzuführung
  • Auf einer Lafette
  • Verwendung der Infanteriepatrone
  • Keine Wasserkühlung
  • Nicht als Handfeuerwaffe vorgesehen
Diese Definition stammt vor allem aus englischen Büchern, welche ins Deutsche übersetzt wurde und meist bezieht sich diese Beschreibung entweder auf das Colt MG M1895 bekannter als Potato Digger oder sowjetischen MGs DS-39 und SG-43 als die beiden Stankowy auf Deutsch Standmaschinengewehre.

Jetzt fällt aber auch, dass diese Definition nicht auf die Waffen der Bundeswehr passt und damit kommen wir zur zweiten Definition.
  • Vollautomatische Waffe
  • Gurtzuführung
  • Überhitzt
  • Das Visier darf nur bei aufgestelltem Zweibein benutzt werden 
Ok, diese Definition passt aber woher stellt diese und was soll dieser alberne letzte Punkt mit dem Visierverbot? Diese Definition stammt aus dem Videospiel Battlefield V und in einem Videospiel kann man es mit ein paar Zeilen Programmiercode auch verbieten, das Visier zu benutzen, wenn die Waffe nicht richtig aufgestellt wurde.

Das kuriose ist jetzt natürlich, warum die Bundeswehr Begriffe aus Videospielen einführt. Eine Notwendigkeit hätte es dazu nicht gegeben, der Begriff des Universalmaschinengewehrs gibt es schon lange und würde hier auch passen.

Natürlich arbeiten bei der Bundeswehr mittlerweile auch Gamer und einer von denen hat sich da einen kleinen Spaß erlaubt aber kurios ist es schon. Besonders da es bei weitem kein Einzelfall mehr ist, so wurde auch der Begriff Schweres Sturmgewehr neulich eingeführt, welcher vermutlich aus dem Videospiel Fortnite stammt, sowie der Begriff Holografisches Reflexvisiser, welcher auf Call of Duty zurück geht.

30. Juni 2022

Warum das G3 einen geringeren Rückstoß hat, als das FN FAL

 Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Post.

Dass das G3 einen komplett anderes Rückschlag verhalten an den Tag legt als das FN-Gewehr, weiß jeder, der die beiden guten Stück schon mal geschossen hat aber warum das so ist dazu gibt es bislang keine zufriedenstellende technische Erklärung.

Pendelkanone
mit festen Stoßboden
Nun bin ich aber während einer Recherche, welche eigentlich den Fokus Messmethoden hatte, auf eine Antwort gekommen, welche mehr als nur zufriedenstellend ist.

Die Messmethode um die es geht ist der Pendellauf, eine Methode zur Ermittlung des Rückstoßes, die eigentlich jeder kennen sollte. Was man übrigens auch kennen sollte, um diesen Text hier zu verstehen ist der Unterschied zwischen Rückstoß, dem physikalischen Prinzip der Gegenreaktion auf einen schwereren Körper und Rückschlag, den Schlag welcher ab Ende seinen Weg in die Schulter des Schützen findet. 

Aber wieder zurück zur Methode, man hängt einfach einen Waffenlauf an zwei Seilen an ein Gestell, feuert das ganze ab und guckt, dass wie weil der Lauf, welcher gleichzeitig als Pendel fungiert, ausgeschwungen ist. Weiter Ausschwung viel Rückstoß, wenig Ausschwung wenig Rückstoß. Solange der Lauf über eine stoff- oder formschlüssige Verriegelung verfügt, sind hier Rückstoß und Rückschlag identisch.

Nun kommen wir aber zu einem modifizierten Aufbau unsere Pendelkanone. Jetzt ist das Rohr zu beiden Seiten offen und es befindet sich in der Mitte zwei Geschosse und dazwischen eine Pulverladung. Der Aufbau ähnelt also in etwa einem Gegenkolbenmotor. Welcher Bewegung des Pendels wäre nun in einem idealisierten Aufbau zu erwarten? Recht einfach, das Pendel bewegt sich nicht, da zwei Massen sich in zwei unterschiedliche Richtigen bewegen aber warum ist das so?

Pendelkanone mit
gleichen Massen
Dazu sehen wir uns das an, was eigentlich Jeder wissen sollte, der sich mit Feuerwaffentechnik beschäftigt: Die Übertragung der Gegenreaktion einer beschleunigten Masse über einen fluidmechanischen Körper.

Aber eines nach dem anderen, schließlich habe ich auch Leser, welche nicht so tief in der Materie stecken. Sobald das Triebmittel zwischen den beiden Geschossen zündet, entsteht ein Druck. Dieser beaufschlag alle ihn begrenzenden Flächen. Darunter sind auch die Böden der beiden Geschosse, welche hier wie die Stirnseiten von zwei Kolben fungieren. Das Druck auf diese Kolben bewirkt, dass sie sich im Lauf, welcher als Zylinder fungiert, bewegen. Die Geschossen werden beschleunigt.

Sobald die Geschosse beschleunigen entsteht nach dem dritten Gesetzt nach Isaac Newton eine Gegenreaktion, die wir aber erstmal noch nicht zu einem Rückstoß erklären, was man auch generell nicht tun sollte. Aber was macht diese Gegenreaktion? Recht einfach, die wirkt am gleichen Ort und mit gleicher Kraft aber in die entgegengesetzte Richtung.

Während das Gas auf das Geschoss drückt, drückt das Geschoss gleichzeitig in das Gas. Was passiert, wenn man auf einen Fluidkörper einwirkt, müsste eigentlich jeder wissen, der als Kind viel Zeit im Schwimmbad verbracht hat - es entsteht eine Welle. 

Diese Welle hat sogar einen Namen es ist die Lagrange-Welle, benannt nach einem Franzosen, welcher diese das erste mal, während der französischen Revolution, annähert berechnete. Wer sich für die genaue Berechnung samt Tabelle interessiert, kann dies bei Dr. Carl Cranz im zweiten Band des Lehrbuchs der Ballistik auf den Seiten 147 bis 150 nachlesen.

Es entsteht also eine Welle. Diese Wellt unterscheidet sich nicht großartig von den Wellen in anderen Fluiden und bewegt sich vom Geschossboden ausgehend vom Geschoss weg. Bei einer Waffe mit einem stoffschlüssigen Ende oder einem formschlüssigen Verschluss würde diese Welle irgendwann das hintere Ende der Waffe erreichen und dort quasi anbranden. Dabei würde sie einen Teil ihrer Bewegungsenergie auf den Stoßboden übertragen und es käme zu dem was wir als Rückstoß bezeichnen.

Pendelkanone mit
 ungleichen Massen
Bei unserem modifizierten Versuchsaufbau jedoch haben wir zwei Wellen. Denn auch das andere Geschoss verursacht eine solche Welle. Wir haben also zwei Wellen, die sich früher oder später treffen werden. Ich werde auch jetzt besser mit Konzepten wie Wellen-Interferenz oder dem Superpositionsprinzip verschonen und es einfach dabei belassen, dass auf beiden Seiten des Rohes das gleiche passiert. Das Resultat ist, dass sich das Pendel, wie erwartet, nicht bewegt.

Nun modifizieren wir den Aufbau erneut, ändern aber nur ein kleines Detail und zwar für wir dem linken Geschoss ein ganz klein wenig Masse hinzu. Es ist nun also schwerer und verfügt deswegen über eine größere Masseträgheit. Zünden wir die Treibladung, so beaufschlagt der Druck wieder alle ihn begrenzenden Flächen. Beide Geschosse werden also weiterhin mit der gleichen Kraft angetrieben.

Der Unterschied ist nun jedoch, dass sich das rechte Geschoss schneller bewegt, da es wegen seiner leicht geringeren Masse eine stärkere Beschleunigung erfährt. Wie auch im vorherigen Aufbau erzeugen beide beschleunigte Massen jeweils eine Gegenreaktion. Der Unterschied ist jedoch, das die stärkere Actio der leichteren Masse auch einen stärkere Reaktio zur Folge hat. Die Welle welche vom leichten Geschoss aus geht ist also stärker.

Nach der Berücksichtigung der oben genannten Konzepte wird diese Welle irgendwann bei linken Geschoss ankommen und einen Teil ihrer Energie auf dieses Übertragen. Dieses wiederum wird einen Teil der von der Welle erhaltenen Energie auf den Lauf übertragen. Zu beobachten ist nun, dass das Pendel ein wenig ausschwenkt aber nicht so stark, wie bei einem festen Stoßboden.

Der Grund ist, dass zwei, in entgegengesetzte Richtungen, bewegliche Massen auch immer jeweils eine eigene Gegenreaktion besitzen, welche sich in Wellen innerhalb der Pulvergase als fluidmechanischen Körper bewegen. Erst der Unterschied der Stärke dieser Wellen bestimmt die Stärke des Ausschwenkens des Pendels. Ist die Stärke der Wellen identisch so findet kein Ausschlagen statt.


Was das G3 angeht, so sieht unter Aufbau nun so aus, dass es zwar eine ganze Menge an Faktoren der Ungleichheit gibt aber das Prinzip das gleiche bliebt. Wir gaben ein Rohr, dabei handelt es sich zum Teil um den gezogenen Teil des Laufes und zum anderen um die Patronenkammer und das Waffengehäuse und zwei Geschosse. Das erste Geschoss ist das Geschoss an sich, das andere Geschoss ist die Patronenhülse mit dahinter liegendem Verschluss. Das Geschoss wird vom Gasdruck nach vorne Geschossen und erzeugt eine Welle - die Patronenhülse mit dem Verschluss dahinter wird nach hinten geschossen und erzeugt dabei eine Welle.

Jetzt ist das Geschoss zwar leicht aber dabei auch extrem schnell und so verursacht es eine nun deutlich stärkere Welle als der Verschluss. Aus diesem Grund ist der Rückstoß nun deutlich mess- und spürbar, liebt aber immer noch deutlich unter dem Wert, einer Waffe mit festem Stoßboden.

Aber wie eingangs erwähnt ist Rückstoß noch lange nicht Rückschlag und damit kommen wir zu einem kleinen Abriss zu diesem Thema. Das Problem des G3 liegt hier in der enormen Verschlussträgergeschwindigkeit, diese wird durch die Übersetzung verursacht, welche beim G3 für die sichere Waffenfunktion notwendig ist. Schlägt dieser beschleunigte Verschluss hinten am Waffengehäuse an, so überträgt er fast seine gesamte kinetische Energie auf das Waffengehäuse und damit auf den Schützen. Das G3 hat also erst einen recht milden Rückstoß aber dann einen recht heftigen Verschlussträgeranschlag. Es wirken demnach zwei mittlere Kräfte kurz hinter einander, welcher sich jedoch wie ein langgezogenen Rückschlag anfühlen.

Das FN FAL hingegen übergibt, als Waffe mit beim Schuss feststehendem Stoßboden, den vollen Rückstoß an das Gehäuse. Es gibt keine Gegenwelle. Dafür ist der Verschlussträgerrücklauf langsamer, da dieser von aus dem Lauf abgezapften Gasdruck angetrieben wird.

Oft wird bedeutet, das FN FAL hatte einen geringeren Rückschlag, da Gas aus dem System gezapft wird. Darauf kann man nur entgegnen, dass man doch bitte mal Gebrauch vom einstellbaren Gassystem der Waffe machen soll. Wählt man beim FN FAL immer größere Öffnungen so wird es für den Schützen immer unangenehmer. Es geht zwar tatsächlich mehr und mehr Gas verloren, jedoch erhöht sich auch immer und immer mehr die Verschlussträger Geschwindigkeit und letztere ist für den Rückschlag sehr viel wichtiger als das bisschen Gas.

Im übrigen hingt der Vergleich von G3 und FAL ohnehin ein wenig, da bei de Waffe unterschiedliche Lauflängen ausweisen und zudem die meisten FAL Versionen mit Mündungsfeuerdämpfern ausgestattet sind, welche man zumindest als Expansionsröhren ansehen kann.

Anmerkung:

Hier noch kurz ein Nachtrag zur Welle. Natürlich bildet sich nicht ab einer bestimmten Geschwindigkeit, der jeweils beschleunigten Masse, plötzlich eine große Welle. Viel mehr müsste man mit vielen kleinen Wellen rechnen, die mit zunehmender Beschleunigung der betreffenden Masse immer stärker werden. Die Reduktion auf eine Welle ist eine Vereinfachung, welche sich Lagrange, Vielli, Hugoniot, Charbonnier, Gossot-Lioville und Love-Pidduck aber ebenfalls erlaubt haben.

Kurioses:

Ich habe eine Nachricht bekommen, nachdem sich nur die leichtere Masse bewegen soll, weil Druck immer den Weg des geringsten Widerstandes nähme. Nein, das mit dem geringsten Widerstand ist Strom, also elektrischer Strom - Gas in geschlossenen Systemen funktioniert anders. Eingeschlossenes Gas beaufschlagt alle umgebenden Flächen mit der gleichen Kraft pro Fläche (Fn=a*p). Bekommt der Druck also zwei Flächen geboten, an denen er Arbeit verrichten kann, so verrichtet er Arbeit entsprechend der ihm zur Verfügung stehenden Fläche (a). 

Beispiel: Wenn ein Schotte auf einem Dudelsack spielt und dessen Sack zwischen seinen Rippen und seinem Arm einklemmt, welche Pfeife wird dann einen Ton von sich geben, nur diejenige mit dem größten Loch, da diese ja den geringsten Widerstand bietet oder würde man einfach alle Pfeifen hören?

Noch ein Beispiel, ein Druckbehälter hat zwei Sicherheitsventile, eines mit Grenze von 100, das andere mit einer Grenze von 200 Bar. In dem Behälter befindet sich aber ein Druck von 1000 Bar. Welches Ventil würde sich öffnen, nur das mit der 100 Bar Grenze, da es den geringeren Widerstand bietet oder würden einfach beide Ventile sich öffnen? 

Ich weiß natürlich das solche Behauptungen absoluter Unsinn sind und von Leuten kommen, die wahrscheinlich keinen richtigen Schulabschuss haben aber ich finde sie recht kurios.

21. Juni 2022

Hat "Moderne Handfeuerwaffen" von "Infanteriewaffen Heute" abgeschrieben?

Hallo alle zusammen und damit herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag.

Na da bin ich ja mal  wieder über eine schöne Kuriosität in der deutschen Waffenliteratur gestolpert aber eines nach dem anderen, denn die Geschichte ist echt lustig. Alles hat damit angefangen, dass ich mir vor einigen Monaten ein Video der Waffenlords angesehen habe. Ihr wisst schon diese deutschen Jungs, die mit Pappys Waffen spielen dürfen und darüber unfassbar schlechte YouTube drehen.

Ich frage mich ja schon länger, woher die Junge den Unsinn haben, den sie so über Pappas Waffen erzählen. Sie sagen zwar in ihren Videos immer, dass ihr Wissen aus Fachliteratur stammt aber selbst auf mehrmalige Anfrage können sie weder einen Autoren noch einen Titel nennen. Aber im besagten Video wurde etwas so unfassbar krudes behauptet, dass ich da einfach mal nachsehen musste. Dazu sollte ich eventuell kurz erwähnen, dass man nicht jede Falschaussage unbedingt gut in die Fachliteratur zurück verfolgen kann aber wenn der Fehler extrem komisch ist, wird es in der Regel recht einfach, weil besonders krude Fehler nicht so oft abgeschrieben werden.

Der Fehler um den es geht ist folgende Behauptung:

"Der IMI Galil* hat Bohrungen, durch welche die Pulvergase strömen, dabei säubern diese Pulvergase den Verschluss der Waffe."

Dass das völliger Unsinn ist, sollte jedem klar sein. Aber meine Frage war jetzt, wo die Waffenlords diese Behauptung aufgeschnappt haben könnten. Und wie immer, wenn es darum geht Unsinn in der deutschen Waffenliteratur ausfindig zu machen, gibt es grundsätzlich immer zwei Verdächtige. Und zwar genau die beiden Bücher, welche auch für das Groß des Unfugs in der deutschen Wikipedia verantwortlich sind.

Einmal das Buch Schützenwaffen Heute ein Buch aus der ehemaligen DDR, das früher Anfängern oft empfohlen wurde aber heute als hoffnungslos veraltet gilt und Moderne Handfeuerwaffen aus der Reihe Waffen und Gerät - ihr wisst schon, diese rechteckigen Kladden, die an der kürzeren Seite Gebunden sind. 

Da ich zum Glück nur erstes Buch habe, hab ich da auch gleich mal nachgesehen aber meinen Mitautoren mal gebeten, im zweiten nachzusehen, da mein geschätzter Helfer ja ein Herz für schlechte Waffenbücher hat, besitzt Danny natürlich ein Exemplar von Moderne Handfeuerwaffen.

Ich bin dann in Schützenwaffen Heute auch sehr schnell fündig geworden und so finden sich im ersten Band ganz hinten bei Israel auf Seite. 261-262 die folgenden Worte:

"Durch die secht Bohrungen des Gaskolbenführungsringes entweicht eine geringe Menge des Gases nach hinten, reinigt dabei Verriegelungszapfen, Stoßboden und Zubringer. Verschmutzung durch Sand, Wasser oder Schlamm werden somit vermieden."

Nun dachte ich mir schon, dass wir nun die Quellen des Wissens der Waffenlords kennen aber kaum hatte ich das gedacht, meldet sich mein Mitautor bei mir, um mir zu erklären, dass in Moderne Handfeuerwaffen auf Seite 112-113 folgendes zu lesen ist:

"Durch sechs Bohrungen im Führungsring des Gasklobens strömt eine geringe Menge der Pulvergase nach hinten und reinigt dabei Verriegelungswarzen, Stoßboden und Gleitbahn des Verschlusses, wodurch Verschmutzungen und Funktionsstörungen durch Sand, Wasser oder Schlamm vermieden werden."

Der Übeltäter, Moderne Handfeuerwaffen, Ian Hogg
Das ist ja ziemlich offensichtlich Beiname der gleiche Text. Wie gelangt denn der Text eines Buches aus der ehemaligen DDR in ein Buch, welches angeblich aus dem Englischen übersetzt wurde? Moderne Handfeuerwaffen stammt übrigens von Ian V. Hogg und heißt im Original Small Arms: Pistols and Rifles und ist bei Greenhill Military Manuals erschienen.

Das naheliegendste ist natürlich, dass Willi Kaiser, der Übersetzer von Moderne Handfeuerwaffen, bei den Autoren von Infanteriewaffen Heute abgeschrieben hat, was ja eigentlich nicht seine Aufgabe war, er sollte lediglich übersetzten. Um hier Klarheit zu schaffen, müsste man sich nun das englische Original ansehen aber das scheint ,stand 21.06.2022, keiner zu besitzen, den ich kenne und auch in keiner deutschen Bibliothek zur Einsicht verfügbar zu sein.

Fazit: Modere Handfeuerwaffen sollte man nach wie vor nicht als seriöse Quelle ansehen.

P.S.

Interessant sind zudem die keinen Änderungen wie von Gaskolbenführungsringes zu Führungsring des Gasklobens oder von Zubringer zu Gleitbahn des Verschlusses. Was übrigens zwei verschiedene Sachen sind, das eine bezieht sich auf die Platte im Magazine, welche die Patronen nach und nach nach Oben befördert und das anderen kennen wir einfach als Verschlussbahn. Warum hier getauscht wurde bliebt unklar.

Das beiweitem interessantestes sind aber die technisch korrekten Verriegelungszapfen welche aber zu genau den Verriegelungswarzen wurden, welche einige Waffentechniker versuchen sprachlich auszurotten, da es sich um einen untechnischen Begriff handelt.

Nachtrag vom 21.04.2023

Da man sich das englischsprachige Original mit dem Titel Small Arms: Pistols and Rifles mittlerweile bei Archive.org digital ausleihen lässt, habe ich natürlich sofort doch nachgesehen und konnte feststellen, dass sich im Kapitel über Galil und Galatz auf den Seiten 120 bis 123 (Link) der Unsinn mit der Selbstreinigung nicht auffinden lässt. Auch eine Auskopplung mit dem Titel Modern Military Rifles von John Walter, mit beinahe identischem Text, lässt im Kapitel über den Galil auf den Seiten 85 bis 86 (Link) die Selbstreinigung vermissen. Dafür wird dort jedoch angegeben, dass der Galil AR keinen Spanngriff (cocking handle) mehr besitzen würde, wahrscheinlich war hier Tragegriff (carrying handle) gemeint. 

*Galil (heb. גליל) bedeutet Galiläar, also eine männliche Person die in der Gegend von Galiläa wohnt. Es ist folglich der Galiläa, wie es dann der Galil ist.

15. Juni 2022

Vertikale und horizontale Verriegelung oder Verschlusskopf- und Verschlussträger-Verriegelung

 Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Post,

ich bin mit einem neuen Begriff aus der Waffenkunde konfrontiert worden und zwar der vertikalen Verriegelung und der horizontalen Verriegelung. 

Und da ich mich für absolut allen anderen Menschen überlegen halte, habe ich demjenigen natürlich sofort ein a nescire ad non esse um die Ohren gehauen gefolgt vom guten alten Feld D8. Auf gut Deutsch hab ich ihm also gesagt, dass wenn ich was nicht kenne es das auch nicht gibt, weil ich eben alles weiß.

Nein, das habe ich natürlich nicht gemacht, sondern mich gefreut, dass es endlich mal wieder was neues gibt, dass ich auf dem Gebiet der Waffenkunde noch nicht kenne. Also hab ich ganz schnall nach mehr Kontext und der genauen Definition gefragt und hab dann auch prompt Antwort bekommen.

Und zwar geht es verkürzt darum, dass nicht alle Waffen mit ihrem Verschlusskopf direkt eine 90°-Verbindung mit dem Waffengehäuse eingehen und dass es auch Modelle gibt, wo Verschlusskopf und Schildzapfen andere Kontaktwinkel haben. Wer jetzt bei Dannecker (2016, Seite 21) gut aufgepasst hat der weiß, dass es dann keinem Formschluss, sondern einen Kraftschluss gibt.

Verschlussträger-Verriegelung (oben)
Verschlusskopf-Verriegelung (unten)
So einfach scheint das Ganze aber gar nicht zu sein, denn nur weil eine Verbindung kraftschlüssig ist,  muss dies ja nicht auf alle Kanten zutreffen. So kann ich mich noch gut daran erinnern, dass mir die Abstützfläche des FN FAL immer schon sehr flach vorkam. Aber da wird ja auch der Verschlusskopf von Träger unten gehalten und genau das ist es, was man mit horizontaler Verriegelung zu meinen scheint.

Hier eine kleine Grafik eines  Kippblockverschlusses. Die Stoßbodenkräfte F mit ihrem grünem Pfeil drücken auf den roten Verschlusskopf. Dieser ist mit einer 45°-Kante im grauen Waffengehäuse abgestützt. Nun kommt es zu einer Kräftezerlegung welche in den beiden cyanfarbenen Pfeilen sichtbar wird. Ein Teil der Kraft wird auf das Gehäuse übertragen und ein anderer möchte den roten Verschlussträger gerne nach unten drücken. Dies resultiert an den Kontaktstellen vom roten Verschlusskopf und lilafarbenem Verschlussträger in den gelben Kraftpfeilen. Da diese Kontaktstellen aber, aus Sich des roten Verschlussträgers, 90° Flächen sind, kommt es hier zu einer formschlüssigen Verrieglung. Die Stoßbodenkraft F kann den Verschluss nicht öffnen, da Verschlusskopf und Verschlussträger mit einander verriegeln und das mit den namensgebenden horizontalen Flächen.

Bei Bild unten wirken die gleichen Stoßbodenkräfte F mit ihrem grünen Kraftpfeil auf den roten Verschlusskopf. Dieser ist jedoch mit einer 90° Fläche mit dem grauen Waffengehäuse in Kontakt. Der Verschluss ist bereits hier formschlüssig verriegelt und zwar durch einer vertikalen Kontaktfläche.

Der Unterschied besteht also im Ort des Formschlusses, dieser ist ein einer Waffe an mehreren Orten und vor allem zwischen mehreren Elementen möglich. Der früheste Schluss ist einfach der zwischen Verschlusskopf und Lauf, wie ihn AK und M16 ausweisen. Dann kann es zu einem Formschluss zwischen Übertragungsglied und Waffengehäuse kommen wie bei Stützkappen* oder Schwenkriegelverschlüssen* und wie hier zu sehen erst zwischen Verschlussträger und Gehäuse wie scheinbar bei FN FAL und Stg.44.

Aber wo liegt jetzt der praktische Unterschied? Das wird nicht in vollem Umfang so einfach zu beantworten sein aber denken wir uns mal in ein idealisiertes Modell hinein, in dem es keine Schwerkraft gäbe. Würde man im ersten Bild den lilafarbenen Verschlussträger einfach verschwinden lassen, würde sich der Verschlusskopf, unter dem Einfluss der Stoßbodenkräfte, nach unten bewegen und sich öffnen. Dabei müsste er nur zusätzliche Masseträgheit für die Vertikalbewegung überwinden.

Der unter Verschluss würde sich auch nach einem Verschwinden des Verschlussträgers nicht öffnen, da er sich selbst formschlüssig abstützt. Der Verschlussträger ist hier auf die Aufgabe reduziert, den Kopf in Position zu drücken und hat danach nicht mehr zu tun. Dadurch kann er natürlich aus weicherem Material gebaut werden.

Ein weitere Schlüsselpunkt ist die Reibung, wird der Verschluss oben durch ein indirektes Gassystem zwangsgeöffnet, so entsteht an den gelben Pfeilen eine Reibung. Diese entsteht, wenn die Stoßbodenkräfte noch bei voller Kraft sind. Der Verschlussträger muss also gegen diese Reibung nach hinten gezogen werden. Möchte man dies verhindern, so darf das Gassystem erst sehr spät in Aktion treten, was die theoretisch mögliche Feuergeschwindigkeit der Waffen reduziert.

Das untere System ist noch weit anfälliger, hier pressen die Stoßbodenkräfte den Verschlusskopf hinten ans Gehäuse, diese Verbindung muss vom Verschlussträger zwangs gelöst werden, in dem dieser den Kopf nach unten zieht. Dabei muss dieser die Reibungskräfte zwischen überwinden, was zu Abrieb führen kann. Dieser langsame Verlust an Material kann auf lange sich zu einem falschen Verschlussabstand führen.

Fazit: Vertikalen und horizontale Verriegelung gibt es und eine Unterscheidung kann, je nach Anwendungsbereich sehr wichtig sein.

P.S.

Noch mal vielen Dank für die Anregung, ich bin immer froh, wenn es mal neue Anstöße im sonst eher drögen Bereich der Waffenkunde gibt.

*bevor ich hier jetzt RPD für den Stützklappenverschluss und das vz.58 für den Schwenkriegelverschluss nennen, würde ich doch gerne erstmal gucken, ob die beiden denn wirklich mit ihren Übertragungsliedern verriegeln und nicht auch mit ihren Verschlussträgern. Denn da bis jetzt nur selten sauber unterschieden wurde, sollte man besser keine alten Kamellen ungeprüft abschreiben. Das dazugehörige Experiment ist übrigens denkbar einfach: 

Man nimmt sich die Waffe, entfernt den Verschlussträger und baut sich aus Klingeldraht oder Schaumstoff einen Ersatzkörper, der einfach nur das jeweilige Übertragungsglied davon abhält, unter der Schwerkraft aus einer Position heraus zu fallen. Alternativ kann man auch einfach die Waffe so hinlegen, dass die Schwerkraft für einen arbeitet. Anschließend führt man den Stifttest aus, den ja jeder kennen sollte. Öffnet sich der Verschluss ist der fehlende Verschlussträger wohl maßgeblich an der formschlüssigen Verriegelung beteiligt.