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16. Oktober 2022

Die zehn besten Bücher zum Thema Funktion von Handfeuerwaffen

Hallo alle zusammen und damit herzlich Willkommen zu einem neuen kurzen Beitrag. Selbiger dreht sich heute um die Frage, für welche 10 Bücher ich am ehesten denn eine Leseempfehlung rausgeben würde, wenn es um das Thema Waffentechnik von Feuerwaffen geht.

Der Übersicht halber habe ich mir die fünf besten deutschen und die fünf besten englischsprachigen Fachbücher rausgesucht und zwar in jeweils der Reihenfolge in welcher ich diese Bücher zu lesen empfehlen würde. Dabei muss ich allerdings deutlich sagen, dass der Einstieg in jedem Fall ein Sprung ins kalte Wasser darstellt.

  • 1. Handfeuerwaffen ein systematischer Überblick
  • 2. Vom Pulverhorn zum Raketengeschoss
  • 3. Maschinenwaffen 1 und 2
  • 4. Waffenlehre Grundlage der Systemlehre
  • 5. Verschlusssysteme von Feuerwaffen

  • 6. Hatcher's Notebook
  • 7. Tactical Small Arms of the 21st Century
  • 8. The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism
  • 9. Handbook On Weaponry
  • 10. Engineering Design Handbook Automatic Weapons

1. Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick über die Handfeuerwaffen und ihre Geschichte Band I & II von Jaroslav Lugs ist zwar schon etwas älter aber faktisch immer noch großartig und bei weitem am einfachsten zu verstehen. Das Buch kann man als Doppelband antiquarisch für einen klein erwerben. Dabei enthält der erste Band den Text und der zweite die dazu passenden Bilder. Gemütlich im Bett lesen, kann man diese Bücher also leider nicht.

2. Vom Pulverhorn zum Raketengeschoss: Die Geschichte der Handfeuerwaffen-Munition von Manfred R Rosenberger und Katrin Hanné behandelt zwar nicht direkt die Technik von Handfeuerwaffen, sondern die Munition Selbiger. Mit der Lektüre dieses Bucher verhindert ihr, dass euch später nötiges Basiswissen fehlt, denn Munition stellt die Grundlage der Waffenfunktion. Das Buch ist antiquarisch für einen mittleren Preis erhältlich.

3. Maschinenwaffen 1 Als die Technik laufen lernte & 2 Die technische Revolution erscheinen als DJW Extras sind eigentlich keine Fachbücher sondern zwei Periodika Sonderausgaben mit einer Reihe von Fachartikeln. Die vergleichsweise einfach geschriebenen Artikel bieten einen guten Einstieg ins Thema; haben aber das Problem, dass die verschiedenen Artikel in verschiedenen Waffensprachen verfasst wurden. Die Hefte können gebraucht erworben werden.

4. Arbeiten zu Studium und Praxis im Bundesgrenzschutz: Waffenlehre Grundlage der Systemlehre von Wolfgang Pietzner ist nie offiziell für den öffentlichen Markt erschienen oder von offizieller Stelle freigegeben worden. Trotzdem fördert eine kurze Internetsuche schnell ein Dokument im PDF-Format zutage. Das Buch ist gut geschrieben aber leider in der sogenannten amerikanisierten Waffensprache verfasst, welche bei einigen Begriffen von den anderen Werken abweicht.

5. Verschlusssysteme von Feuerwaffen und der Ergänzungsband 1 von Peter Dannecker stellen im deutschen Raum dem Goldstandard dar. Das einzige Problem an dem Buch ist, dass man ein wenig technisch physikalische Vorbildung benötigt, um alles zu verstehen. Das Buch und der Ergänzungsband sind noch neu beim DWJ-Verlag zu erwerben.


6. Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book for, Shooters, Gunsmiths, Ballistics, Historians, Hunter and Collectors von Julian S. Hatcher ist genau das und zwar ein Notizbuch. Diese Form kann einige Leser verwirren, denn Hatcher behaltet einfach alles mit dem er in seiner Zeit zu tun hatte. Man muss sich also die Themen raupicken welche für einen selber interessant sind. Aufgrund der us-amerikanischen Rechtslage ist das Buch im Internetarchiv verfügbar. Alternativ findet man auch günstige Nachdrucke.


7. Tactical Small Arms of the 21st Century von Charls Cutshaw behandelt zwar Waffen-Technik nicht in erster Linie dafür aber knapp, bündig und gut verständlich mit großen Abbildungen. Das Buch ist antiquarisch zu erwerben oder kann über das Internetarchiv digital ausgeliehen werden.

8. The Machine Gun Vol. IV Design Analysis of Automatic Firing Mechanism von Georg M. Chinn ist zwar eines der besten Bücher zum Thema aber leider nicht das verständlichste. Nach einer in der Regel noch lesbaren schriftlichen Erklärung zu den einzelnen Systeme; folgen oft Graphen und Formalen welche ein gewisses Maß an technischer Vorbindung erfordern und zwar nach US-Standard, was leider nicht jeder Leser mitbringen kann aber auch so kann man einiges aus dem Werk mitnehmen. Dank der US-Gesetze ist das Werk im Internetarchiv frei verfügbar.

9. Handbook On Weaponry oder in der deutschen Fassung Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch von eben der Rheinmetall GmbH bzw. Dr. R. Germershausen ist ein Handbuch für die Mitarbeiter des großen deutschen Rüstungsunternehmens. Aber genau da liegt das Problem, das Buch verlangt noch ein wenig mehr technisches Vorwissen und orientiert sich eher an den Nomenklaturen der Geschütztechnik. Zudem erklärt der knappe Text wenig und so muss man sich viel aus den Grafiken erschließen. Das Buch wurde von Rheinmetall freigegeben und ist auf englisch und deutsch im Internetarchiv abrufbar.

10. Engineering Design Handbook, Gun Series, Automatic Weapons vom United States Army Materiel Command ist ein Handbuch welches dem Personal der US-Armee bei der Entwicklung von Feuerwaffen unter die Arme greifen soll und auch kann, denn das Werk gleicht eher einer Formalsammlung als einer schriftlichen Erklärung. Vorwissen in physikalischer Mechanik sowie in Algebra sind also fast zwingend notwendig. Aufgrund der US-Gesetze ist das Buch im Internetarchiv verfügbar.

Zum guten Schluss noch ein  Sonderfall, welcher nicht unerwähnt bleiben darf und zwar das deutsche Werk Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr und ihre Begleiterscheinungen von C. Cranz es stellt nichts weniger als die Grundladen der Waffentechnik dar, weil hier auf gut 450 Seiten alleine das beschrieben wird, was ein Geschoss so im Rohr macht. Allerdings kann diese extrem ausführliche Beschreibung Anfänger oft abschrecken. Das Buch ist nach wie vor beim Springerverlag erhältlich, auch wenn antiquarische Exemplare oft günstiger zu bekommen sind.

So, das war es dann mit meinen Empfehlungen. Wie gesagt gibt es leider nur diese Fachbücher und diese zwei Zeitschriften und kein einfaches Sachbuch, welches das Thema fehlerfrei auf einfache weise darzustellen vermag. Waffentechnik zu verstehen ist eben Arbeit und nichts, was man sich mal eben, beim überfliegen eines schlecht übersetzten Sachbuches, aneignen kann.

Hübschere Version nun auch mit Bildern. Danke an Shnuffy dafür.

3. Mai 2022

Die Suche nach dem Buch in dem Masseverschlüsse durch Rückstoß angetrieben werden

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einem neuen Post zum Thema Waffenkunde, welcher wohl in die Kategorie der Waffengeschichte fällt oder auch der Waffensemantik (Waffensprache).

Und zwar ist mir folgendes Kuriosum aufgefallen, in einigen Büchern werden ja Masseverschlüsse zu den Rückstoßladern gezählt, weswegen Einige denken, dass Masseverschlüsse wirklich durch den Rückstoß angetrieben werden. Aber dann ist mir neulich beim Durchlesen eines dieser Bücher aufgefallen, dass dort zwar Rückstoßlader steht aber im Fließtext ganz eindeutig beschrieben wird, dass der Gasdruck den gemeinten Masseverschluss antreibt. Ich fand das natürlich kurios, hab mich aber erinnert, dass mir das vor Jahren schon mal in einem anderen Buch aufgefallen war. 

Ich hab das Ganze dann auch mal in einer kleinen Runde angesprochen, hab aber nur zu hören bekommen, dass das dieses Kuriosum normal sein und dass man es so in fast jedem Buch finden wird. Sprich: Auch wenn ein Fachbuch Masseverschlüsse Rückstoßlader nennt, dass es dann im Fließtext so gut wie immer heißt, dass der Gasdruck den Masseverschluss antreibt. Beziehungsweise die vom Gasdruck nach hinten rausgeschobene Hülse.

Natürlich hab ich mich dann gefragt, ob es nicht wenigstens ein einziges deutsches Fachbuch zum Thema Waffentechnik gibt, in dem als Rückstoßlader bezeichnete Masseverschlüsse denn auch vom Rückstoß angetrieben werden. Das dürfte ja nicht so schwer sein.

Also hab ich mich auf die Suche gemacht aber vorher folgende Kriterien aufgestellt:

  • A: Es muss sich wirklich um ein Fachbuch handeln, also ein wirkliches Buch und kein Heft. Zudem muss es in einem richtigen Verlag erschienen sein.
  • B: Es muss sich sich um ein Buch handeln, welches die Technik von Handfeuerwaffen entweder zum Kernthema hat oder es muss einen großen Technikteil von mindestens 10% der Gesamtseitenanzahl haben.
  • C: Wenn es eine englische Version des Buches gibt, darf in dieser nicht Blow-Back stehen.
  • D: Es muss deutlich aus dem Fließtext hervorgehen, dass Masseverschlüsse vom Rückstoß angetrieben werden.
  • E: Das Buch muss die jeweils aktuellste Ausgabe sein und es darf kein anderen Wert des Autoren geben in welchem er den Fehler nicht gemacht hat.
Mich  beschleicht nämlich langsam das Gefühl, dass es ein solches Buch gar nicht gibt. Ich werde also ab jetzt mal die Augen offen halten und aus diesem Grund auch immer wieder diesen Beitrag hier aktualisieren.

Damit es nicht ganz umsonst ist, wenn ich mal nichts finde, werde ich auch die negativen Ergebnisse dokumentieren. Der Übersicht halber werde ich alle Bücher in folgende Kategorien einteilen:
  • Klasse 1, Masseverschlüsse werden als Gasdrucklader oder Rückdrucklader benannt.
  • Klasse 2, Masseverschlüsse werden nicht in eine Richtung gehend bezeichnet aber als Gasdrucklader beschrieben.
  • Klasse 3, Masseverschlüsse werden als Rückstoßlader benannt aber als Gasdrucklader beschreiben
  • Klasse 3b, Masseverschlüsse werden als Rückstoßlader benannt aber in der englischen Version heißen sie Blow-Back.
  • Klasse 4, Masseverschlüsse werden als Rückstoßlader benannt und auch so beschrieben.
  • Klasse 5, Masseverschlüsse werden als Gasdrucklader benannt aber als Rückstoßlader beschrieben.
Klasse 1:

Hier sind die Hauptwerke der deutschen Waffentechnik vertreten, die ich später ergänze, da sie eh jeder kennt.

Klasse 2:

Moderne Faustfeuerwaffen Gerhard Bock 1911
"Der auf den Boden der Hülse wirkende Gasdruck sucht die Hülse zurückzutreiben;" Seite 174

Handbuch der Faustfeuerwaffen G. Bock, W. Weigel 1964

"Der auf den Boden der Hülse wirkende Gasdruck such die Hülse zurückzutreiben." Seite 163 

Die deutschen Militärgewehre und Maschinenpistolen 1871-1945 Hans-Dieter Götz 1981 B

"Der Schuß bricht und der Gasdruck im Lauf wirkt sich einerseits auf das Geschoß, andererseits auf den Verschluß aus. Beide setzen sich in entgegengesetzte Richtungen in Bewegung." Seite 225
Klasse 3:

Schützenwaffen Heute (1945-1985) Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen 1998
"Bei diesen Schützenwaffen wird die Energie der Pulvergase über die Patronenhülse auf den Verschluss übertragen." Seite 40

"Sobald der Druck der Pulvergase entsprechen angestiegen ist beginnt der Rücklauf des Verschlusses zusammen mit der Hülse." Seite 40

Waffenschmidt, Waffen- und Munitionstechnisches Handbuch, Karl Böhlein, Rolf Brand 1968
"[...], bei denen ohne besondere Gasentnahmeeinrichtung der Druck der Pulvergase nach hinten (Rückdruck) über den Patronenboden direkt zum Antrieb des Schlosses verwendet wird." Seite 12

Waffenlehre für die Bundeswehr, Heiz Dathan 1972 

"Die großen Gasmengen üben nunmehr einen allseitig hohen Druck auf den Patronen- bzw. Kartuschenboden und damit auf den Waffenverschluß [...] aus." Seite 19

"Gleichzeitig drücken die Pulvergase auf die Patronenhülse. Die Hülse überträgt einen Teil des Gasdrucks auf den Verschluss, wodurch der Rücklauf eingeleitet wird." Seite 170

Die offizielle Geschichte der Oberndorfer Firma Heckler&Koch, Kersten & Schmid 1999 B

"Die Pulvergase treiben das Geschoß an, Gleichzeitig drücken die Pulvergase auf  die Patronenhülse. Die dabei auf den Stoßbodenfläche des Verschlußkopfes wirkenden Kräfte werden über die Verschlußrollen [...] auf den Verschlussträger übertragen." Seite 154

Waffenkunde für Sammler vom Luntenschloss zum Sturmgewehr Hans-Dieter Götz 1972 B
"Beim Schuß, wenn die Pulvergase auf den Hülsenboden der Patrone und damit auf den Verschlußkopf wirken," Seite 169

Mit Pulver und Blei,  kleine Waffenkunde für Liebhaber, Hans-Dieter Götz 1972 B

"Die Pulvergase, die sich beim Schuß entwickeln, wirken gleichmäßig nach allen Seiten. Da daß Geschoß leichter zu bewegen ist als [...] Verschußstück, [..] nimmt das Geschoß auch rascher Geschwindigkeit auf, der Verschluß dagegen setzt sich nur langsam in entgegengesetzte Richtung in Bewegung[...]" Seite 135 

Klasse 3b:

Das Maschinengewehr Die Geschichte einer vollautomatischen Waffe F.W.A. Hobart 1973 C
"[...] die durch den Gasdruck zurückgetriebene  Hülse drückt auch den Verschluss zurück," Seite 11
Klasse 4:

Hier konnte ich leider noch keine Bücher finden, welche die Kriterien erfüllen.

Klasse 5:

Wehrtechnischen Studiensammlung Teil 1 Band 2 Die Selbstlade- und automatischen Handfeuerwaffen Dieter Heinrich 1986 B
"[Tabelle] Rohr gehäusefest; Verschlußlader; Direkter Gasantrieb; unstarre Verriegelung" Seite 21

"Direkter Gasantrieb; Der entgegen der Schußrichtung auf den Hülsenboden wirkende Reaktion-Impuls (Rückstoß) bzw. die in Schußrichtung wirkenden Reibungskräfte[...] dienen als Antrieb." Seite 22

Anmerkung:

Ich weiß, dass nicht alle Bücher meine oben genannten Bedingungen erfüllen aber ich hatte sie halt eh schon in der Hand.

Zwischenfazit: 

Ich habe jetzt die üblichen Verdächtigen durch aber irgendwie scheint es Bücher, bei welchen Waffen mit Masseverschlüssen wirklich als durch den Rückstoß angetrieben beschrieben werden nicht zu geben zumindest nicht unter den seriösen Werken. Das einzige Buch, das ich bis her mit einer entsprechenden Beschreibung finden konnte, ist der Katalog der wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz. Und da ist das kuriose, dass die Waffen zwar als rückstoßbetrieben beschrieben werden aber als Gasdrucklader benannt werden. Aus diesem Grund musste ich auch die kuriose Klasse 5 nachtragen.

Selbst in Heiz Dathans Waffenlehre für die Bundeswehr ist der Fehler so nicht auffindbar und das, obwohl Peter Dannecker dieses Werk als Ursprung des Fehler benennt. Dathan benennt und beschreibt die Maschinenpistole MP2 "Uzi" zwar als Rückstoßlader jedoch aus dem Grund, da er der Waffe eine Zündung während des noch stattfindenden Verschlussvorlaufes attestiert. 

Die Suche geht weiter, sachdienliche Hinweise bitte in die Kommentare oder an Blogname@live.de

15. Oktober 2015

Buch: Handfeuerwaffen ( Neuer Kaiser Verlag )

Hallo alle zusammen und ich merke grade, dass ich noch dringen eine eindeutige Begrüßung benötige um mich als Shnuffy erkennbar zu machen.

Wie ihr sicher alle wisst, ist es gar nicht so einfach heutzutage noch gute Bücher über Waffen zu finden, was mich aber in letzter Zeit eh nicht gestört hat, denn ich bin ja eher auf der Suche nach Büchern über Fotografie.

Trotzdem hat mich dann die Tage doch dieses Buch hier in meinem lieblings Antiquariat angelacht. Da ich die verlangten 5 Euro noch im Portemonnaie hatte, hab ich das buch gleich mitgenommen.

Das Werk heißt einfach nur "Handfeuerwaffen" und scheint einfach mal keinen Autor zu haben. Erschienen ist es allerdings gut sichtbar im neuen Kaiser Verlag.

Das Vorwort ist nett geschrieben und zeichnet informativ die Entwicklung der Feuerwaffe als solches, nur werden einem immer wieder Fachwörter an den Kopf geworden, die ein totaler Laie sicher nicht so schnell ein ordnen kann.

Was mich freut ist, dass endlich das der Federov Avtomat als eigentliches erstes Sturmgewehr erwähnt wird, der gute Stück geht sonst immer unter. Wenig später im Vorwort kommt dann aber auch schon der erste Hacken, denn es wird behautet, dass InterMedium Patronen durch ihre hohe Geschwindigkeit die selbe effektive Wirkung hätten wie moderne Gewehrpatronen. Der Kunde erkennt hier schnell, dass es sich hier nicht um eine willentliche oder beabsichtige Falschaussage handelt, sondern einfach schlicht um die Ansicht von vor dem Irak / Afghanistan Krieg. Jap das hat man damals wirklich lange Jahre gelaubt.

Etwas verwirrend ist es jedoch, dass der alte Text von neueren Bildern mit Soldaten in Multicam mit FN SCAR Gewehren unterlegt ist. Und ja SCAR ist korrekt, da es sich auf dem Bild um die pre Mk.16 Version handelt.

Nach dem tollen Vorwort kommt eine völlig unzureichende Beschreibung der Waffengattungen, so nach dem Motto: Maschinengewehre sind einläufige, vollautomtische Waffen für Gewehrmunition. Na das wäre eine Ak47 auch, kein Wunder das Leute das immer verwechseln. Es müsste heißen: leichte Maschinengewehr sind Waffen die vollautomatisch Gewehrmunition verschießen ein Zweibein haben und als solche Ausgewiesen sind.

Wie dieser Patzer geschehen konnte ist mir völlig unklar, besonders wenn man sich dann den Kernteil des Buches ansieht. Hier werden auf einer Doppelseite immer 4 Waffen mit gezeichnetem Bild ( meist mit Sicht auf die inneren Teile ) einer knappen Datentabelle ( Gewicht, Länge, etc. ) und einem übersichtlichen Text vorgestellt.

Und hier wird das Buch auch endlich extrem klasse und auch für Neulinge sehr informativ, denn Fachbegriffe findet man zur Not im Glossar.

Das erste was mir beim Durchblättern extrem aufgefallen war, ist die Nähe zu Jagged Alliance. Es kann einem gut so vorkommen, als hätten alle drei Entwickler, des Spiels gerade dieses Buch zur Wahl der Waffen hinzugezogen. Was mich auch nicht weiter wundern würde, denn nicht jedes Entwicklerteam hat einen gelernten Büchsenmacher im Team und ein Buch ist sicher die günstigsten und verlässlichste Methode, sich von den Leitungen bestimmter Modelle ein Bild zu machen.

Dass das Buch nicht von einem deutschen Autor stammt bezeugen einige Übersetzungsschnitzer wie beim Eintrag der Desert Eagle, einer "Bärenstarken" Waffe auf der ein "Teleskopvisier" angebracht werden kann. Naja das Bärenstark eher ein Wort aus dem Schatz der Kinderbücher ist, weiß sicher nicht jeder aber ein Teleskopvisier gibt es nun wirklich nicht. Aber solche Schnitzer sind doch eher die Ausnahme.

Auch ist das Buch überraschten oft entweder meiner Meinung und / oder umgeht die üblichen Stolperfallen mit Bravour. So ist die MP40 nicht von Schmeisser, die Gasentlastung der MP5SD wird erwähnt und erklärt, etc.

Darüber hinaus sind die texte angenehm unaufgeregt, wenn mal ein Merkmal von einem anderen Modell entlehr ist, wird nicht direkt "Kopie" geschrien und weit ausgeführt wie unkreativ und böse die Entwickler waren, sondern die Verwandschaft kurz erwähnt und gut ist.

Die Verwirrung um die zwei Type 100 der Japaner wird hier übrigens mit Type 100 und Type 100/44 gelöst, die sich jedoch einen Eintrag teilen müssen.

Kurz war ich dem Buch dann doch etwas böse, als unter den MPs mal wieder die Aks74u auftauchte, aber da dort auch die XM177 Commando dort rumfliegt will ich mal nicht so sein. Trotzallem aber komisch aber im doppelten sinne, da vorne in der Kategorisierung ganz deutlich gesagt wird, das MPs Pistolenmunition verwenden müssen aber diese halte ich jetzt endgültig für einen späteren Einschub.

Auch erfrischend ist es, dass die Teile des M60 mal korrekt dem MG42 und FG42 zugeordnet werden. Das Zuführsystem vom MG42 und das Gasystem vom FG42, so korrekt liest man das nicht oft.

Äh .. Steyr Scout und Steyr Elite sind zwei verschiedene Waffen? Jetzt wird mir einige klar .. nun da hab auch ich noch mal was gelernt. Ich schätze mal, dass sind noch Counterstrike Spätschäden. Das Ding hieß dort immer wieder anders "Scout Elite" heißt sie in 1.6 soweit ich mich erinnere. Übrigens war es ja auch im Spiel nie klar, ob man jetzt eine AWP oder AWM hatte.

Völlig unaufgeregt wird auch erwähnt, das doch mehr als nur ein bisschen Mauser im Springfield 1903 steckt. Ziemlich amüsant finde auch, dass der Kunststoff schaft des M40A1 die "Bedienung erleichtert".

Überrascht war ich aber von der Aussage, das Ak5 wäre einfach die Schwedische version des FN FNC. Ich kenne mich mit beiden System nicht so gut aus aber ich halte das spontan für eine ziemliche Verallgemeinerung, das Ak5 ist schließlich grün und das FN FNC nicht. Ok kleiner Spaß, aber ich darf doch wohl auch mal Gamewaffenrevieverlogik benutzen ..

Und endlich mal ein Buch, das meine "Das G36 ist nur ein Ar-18 im Platikgehäuse" Pöbelei stützt. Naja so drastisch drückt sich das Buch nicht aus und so gemein meine ich meine G36 Polemik ja auch gar nicht. Das gute Stück macht schließlich im Moment schon genug mit.

Einen Fehler habe ich dann aber doch noch gefunden und zwar bin ich mir sehr sicher, dass es keine Galil Version mit Festschaft hat.

Übrigens tauchen auf einmal im Text plötzlich Aug A3 und Ak-103 auf. Beide natürlich, im Gegensatz zu den anderen Waffen, nicht gezeichnet sondern mit Bild. Ich weiß nicht, was die sich dabei gedacht haben aber es wirkt so derart fehl am Platz und nachträglich reingequetscht.

Auch toll, dass Ak47 und AKM getrennt sind und das auch erwähnt wird, dass ersteres eigentlich eher unwichtig ist und das zweitem eigentlich der ganze Ruhm gebührt. Von der Stg.44 ist der Vater des Ak47 Legende gibt es nur einen kleinen Fetzen zu lesen und zwar beim SKS, dessen Patrone der des Srg.44 nachempfunden sein. Was aber so nicht stimmt, die M43 stammt eher von einer Geco Patrone ab, die von einem Vorgänger des Stg.44 benutzt wurde, längere Geschichte und eigentlich kein so schlimmer Fehler.

Richtig gefreut hat mich, dass mal das Ar-18 mehr Platz bekommen hat und dass das M21 nicht einfach eine M14 mit Visier ist, das Buch macht alles richtig, was ich sonst immer anderen Bücher ankreide.

Ganz zum Ende hin musste ich noch schmunzeln, da das Buch dem Pancor Jackhammer eine rosige Zukunft voraussagt. Das Ding ist gnadenlos gefoppt und heute gibt es nur noch einen einzigen davon.


Alles in allem kann ich das Buch aber nur empfehlen, besonders zu dem Preis.

31. Dezember 2014

Buch: Japanische Geistergeschichten von Lafcadio Hearn

Hallo alle zusammen,

ich werde immer wieder gefragt, woher ich denn so viel weiß und wenn meine Standartanwort: "keine Ahnung" mal wieder nicht funktioniert dann schiebe ich es immer auf die wenigen Bücher, die ich so lese aber auf die Frage, welche ich denn alle gelesen habe, fallen mir meist erst welche ein, wenn das Gespräch schon beendet ist.

Um das nun zu ändern werde ich versuchen mir anzugewöhnen, immer alle Bücher die ich ausgelesen habe hier einmal kurz vorzustellen.

Wie man das als Sachbüchersüchtige so tut haben wir beide je einen Stammbuchladen, bei mir ist das ein echtes Antiquariat mit einer modernen Abteilung und bei Shnuffy ein einfaches modernen Antiquariat, also seitdem das letzt echte in seiner Gegend zugemacht hat.

Ah ok, ich sehe ich sollte den Begriff des modernen Antiquariates kurz erklären. Also ein echten Antiquariat kauf Bucher von Kuden auf oder bei Quelle X ( Zitat Buchhändlerin meines Vertrauens ) dabei ist so gut wie jedes Buch ein Einzelstück. Ein modernes Antiquariat wird von einem Großhändler mit Büchern beliefert, die aus Grund X nicht mehr unter das Buchpreisbindungsgesetzt fallen oder die von Haus aus schon super günstig sind, deswegen liegen im MA auch immer mehrere Exemplare des selben Buchen herum.


Ich also ins Antiquariat und seh folgens Buch: Japanische Geistergeschichten.

Ich mag Japan ich mag Geister und ich mag Geschichten also mitgenommen und hier seht ihr das gute Stück, bzw. werdet es in absehbarer Zeit sehen, denn das Licht in meinem Zimmer ist für ein gutes Bild immer noch zu schlecht.

Das Buch hat schon mal eine tolle äußere Aufmachung, wie das immer bei diesen gebundenen Anaconda Bücher ist - Laotze und die jüdischen Weisheiten aus drei Jahrhunderten haben die gleiche Aufmachung. Etwas verstört haben mich jedoch die Hinweise im Editorial, dass die Grafiken von iStockfoto.com stammen. Nunja, ich meine es sieht ja gut aus ..

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät, dass die 16 Geschichten meist nicht länger als 5 Seiten sind aber bei dem Plural im Buchtitel wäre ich bei weniger als 10 sicher enttäuscht gewesen. Beim lesen stellt sich heraus, dass die Geschichten alle aus der Feder eines Teng .. äh .. europäischen Besuchers Japans stammen und das diese von der dortigen Bevölkerung an ihn heran getragen wurden.

Dabei muss man aber beachten, dass es sich hier um sehr alte Geschichten aus dem vor-vorigen Jahrhundert handelt, die einen aufgeklärten Menschen der Neuzeit natürlich nicht das Fürchten lehren .. also die meisten der Geschichten.

Jedoch haben es zwei davon recht gut in sich, also wenn man die alleine um 2 Uhr nachts in seinem Zimmer liest, denn wo es in Europa um 0 und in Ashkenaz um 1 Uhr zur Geisterstunde schlägt, da muss die japanische Kultur noch eine Stunde warten, bis um 2 Uhr die Geister kommen.

Besonders gut gefallen hat mir übrigens die fünfte Geschichte, ein Theaterstück und ich liebe ja Theater, in diesem Stück spielt dann auch die in diesem Post erwähnte Päonienlaterne eine zentrale Rolle. Die anderen Geschichten sind breit gefächert aber leider ähneln sich zwei davon etwas zu stark von ihren Motiven her aber das ist kaum hinderlich ..


Ich finde das Buch bis jetzt großartig, auch wenn mir die letzte Geschichte noch fehlt. Man erhält einen doch recht repräsentativen Querschnitt durch die japanische Vorstellung von Geistern, die an machen stellen der Europäischen ähnelt aber an den meisten Punkten dann doch ganz anders ist.


Etwas gefehlt haben mir natürlich die typischen Monster wie Kappa, Oni und Co aber das Buch verspricht ja Geister- und keine Mostergeschichten.

4. März 2011

ich hab ein Monster bekommen / Review muss warten

Um mal wieder was für mein fettes Gehirn zu tun, damit mein Bücherregal nicht mehr so leer aussieht und aus Spaß am lesen haben ich mir das nächste Standardwerk der Weltliteratur zugelegt, Vom Kriege von Carl von Clausewitz. Natürlich musste ich das Buch wieder ein mal bestellen, wie immer. Ich mein, ein kompletter Buchladen voll mit Büchern, aber überall fehlen die absoluten Standardwerke, überall nur aktuelle Bücher von Leute die über Bücherschreiben. Ich will doch nicht die Gedanken lesen von jemandem der ein Buch gelesen hat, ich will das Buch doch selber lesen und mir meine eigenen Gedanken dazu machen. Naja egal, ich hab das Buch also für 13 Euro bestellt und hab es zwei Tage danach schon abholen können, da kramt die Buchhändlerin ein Monster aus der Schublade, meine Fresse für 13 Euro ist das aber ein ganz schöner Schinken. 

Naja egal, was tut man nicht alles für die Weltherrschaft .. ich geh jetzt lösen.