21. April 2014

Ein EF Objektiv für die Canon 10D ( 28-90mm f4-5,6 Mark II )

Hallo alle zusammen und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge zum Thema Fotografie.

Ich stolpere immer wieder über zwei Fragen und zwar erstens:

Wo bekomme ich günstige Objektive für meine digitale Canon Eos her?

und zweitens

Welche analogen Objektive kann ich an meiner digitalen Canon Eos im vollen Umfang nutzen?


Die Beiden Antworten lesen sich meist einfacher als sie zu verstehen sind, erstens bei Ebay am Sonntag Abend und zweitens EF Objektive. Alles was nicht EF ist wird einfach nicht in "vollem Umfang" funktionieren.

Da alles was mit analoger Fotografie zu tun hat im Moment immer günstiger wird und ich gerade das passende Kleingeld locker hatte, hab ich mir einfach mal ein analoges EF Objektiv zugelegt und zwar das günstigste über haupt - das 28-90mm f4-5,6 Mark II.

Canon EOS 10D & 28-90mm f4-5,6 II

Hier seht ihr das gute Stück an der Canon Eos 10D. Jap, das Ding ist silber und zwar silber Plastik und ich finde das ganze sieht noch mal ein Stück trashiger aus als ich es zu Beginn gedacht hatte. Ich mein, wer hat das schon?


Das 28-90 saß damals wohl auf den Kameras der Einsteigerklasse der Eos-Serie, namentlich Eos 500, 3000 und natürlich 300n, v und x.
Ihr wisst schon, die Dinger von denen immer gleich fünf stück auf einmal verkauft werden.

Canon 28-90mm f4-5,6 II

Bezahlt hab ich für das gute Stück knapp über 20€, mehr waren mir der Autofokus und die Möglichkeit meine gewählte Blende im Sucher zu sehen einfach nicht wehrt.


Gut, ich kann jetzt die Motivprogramme und den grünen Automodus benutzen, aber ehrlich, wer erstmal mit Av, M & P zu arbeiten versteht, der geht doch nicht wieder zurück zu Auto. Übrigens poppt in diesem Modus auch ständig der Blitz auf aber nicht so häufig wie bei der 600D.

Einen Bildstabilisator hat das Objektiv natürlich nicht, dafür kann man aber zwischen Autofokus ( AF ) und manuellem Fokus ( MF ) wählen. Der rote Knubbel ist übrigens keine Lampe oder soetwas, sonder nur dazu gedacht einem dabei zu helfen das Objektiv auch im dunkeln an- und abzupflanzen.

EF 28-90mm 1:4-5,6 II

Von der Haptik und dem Design ähnelt das 28-90mm stark an die Kit-Objektive die noch heute mit digitalen Eos Canons verkauft werden. Durch Drehen am gerippten Gummiring variiert man die Brennweite und durch eine Drehung ganz vorne am Objektiv stellt man den Fokus ein, dabei hat man keinerlei Entfernungsskala und muss mit einem extrem leichtgängigen Mechanismus klar kommen der sich gerade ein mal um 30° drehen lasst bis man bei der Naheinstellgrenze von 38cm angekommen ist.

-Wenn man den manuell Fokussiert, man kann das ganze ja auch von Motor und Autofokus erledigen lassen.

Die vielen Spiegelungen in der Linse lassen übrigens schon erahnen, wie viel Glas ich hier für 21€ bekommen habe.

Canon EOS 10D mit 82-90mm f4 II

Wichtig im Hinterkopf zu behalten ist natürlich auch, dass es sich hier um eine Objektiv für einen Vollformat Sensor oder genauer für Kleinbildfilm handelt. Wir mit unsere 10D und ihrem APS-C Sensor verlieren also vom Objektiv projiziertes Bild. Ich erspar euch jetzt einfach mal die komplizierte Rechnung und sage euch das wir am Ende nicht immer effektiv die Brennweite bekommen die auf der Skala steht.


So entspricht jeweils:

28mm Kleinbild - 45mm APS ( f4 )
35mm Kleinbild - 55mm APS ( f4 )
50mm Kleinbild - 80mm APS ( f4,5 )
70mm Kleinbild - 120mm APS ( f4,5 )
90mm Kleinbild - 145mm APS ( f5,6 )

Also jetzt vom Abbildungsmaßstab aus gesehen, für die Verwacklungsgefahr müsst ich nachwievor auf die Aufgedruckten Zahlen achten. Ich hab euch auch noch in Klammern jeweils die größt mögliche Blendenöffnung geschrieben. Das 28-90mm f4-5,6 ist nun mal leider sehr dunkel.

35mm Iso100 - 1/500 f4
Sagt nichts ich weiß, ihr wollt Bilder sehen und hier kommen sie, entstanden auf einem kleinen Spaziergang. Hier eine kleiner Beweis dafür, dass man auch mit f4 ein gutes Bokeh hin bekommt, wenn man denn nah genug ans Motiv herangeht.

Übrigens kann die 10D mit einem EF Objektiv jetzt auch Blende und Brennweite in den Exif Daten vermerken.


35mm Iso100 - 1/180 f4
Mit der Abbildungsqualität des 28-90mm f4 bin ich sehr zufrieden, ich hatte schlimmes befürchtet aber dass kann sich durchaus mit meinen analogen Objektiven messen. Auch mit dieser nicht 'so einfachen Licht- und Fokussituation ist es gut fertig geworden.

Ich habe übrigens alle Bilder im Av Modus und Spotmessung geschossen. Dabei habe ich einfach alle Autofokusfelder, bis auf das mittlere, ausgestellt und bei bedarf mithilfe der Messwertspeicherung neu Kompositioniert.

35mm Iso100 - 1/500 f4
Hatte ich bereist erwähnt, wieviel Glas im 28-90f4 verbaut ist? Hier sieht man mal, was so ein Zoomobjektiv für Lensflares übers Bild zaubert. Schick, nur der Regenbogen macht mir ein mulmiges Gefühl, ich hab mal gehört, dass das kein gutes Zeichen ist.





35mm Iso100 - 1/1000 f4
Auch mit der Schärfe bin ich sehr zufrieden und hatte echt schlimmeres Erwartet. Den Dreck auf dem .. egal* .. ist auch bei 100% Vergrößerung gut zu erkennen.

Jetzt kein Vergleich zum Adlerauge ( Carl Zeiss Tessar ) aber immerhin.

*Was ist das eigentlich für eine Schild? Soweit ich das noch weiß zeigen die Dinger Wasser und Gasleitungen an oder sowas in der Richtung.

50mm Iso100 - 1/125 f4
Auch unruhige und langweilige Motive bewältigt das Objektiv mehr als gut. Hier mal ein Bild mit 50mm, eigentlich ja einer meiner lieblings Brennweiten aber hier wird ja daraus ein unhandliches 80mm für meinen Geschmack viel zu nah dran.

Da lob ich mir doch den Äquivalenten - 35mm fühlt sich an der 10D genauso an wie 50mm an meiner analogen Canon Av-1.


90mm Iso400 - 1/250 f5,6
Das soll aber nicht heißen, dass alle anderen Brennweitenoptionen nichts taugen, sicher hat auch die 50mm Brennweite an einem APS-C Kamera ihre Daseinsberechtigung, man kann damit sicher klasse Portraits schießen. Leider hat sich dafür keiner zur Verfügung gestellt.

Dafür habt ihr hier ein Bild von einem Grillfeuer, geschossen mit 400 Iso und einem 250stel. Wenn ihr in Feuer hineinfotografiert immer daran denken die Belichtungskorrektur und Minus zu buchsieren.

50mm Iso200 - 1/125 f4
Auch für Footografie ist das 28-90mm MkII gut geeignet. Hier ein leckeres Grillsteak Rind.

Falls ihr fragt, jap ich drehe die Blende nur kein wenn es unbedingt sein muss.

Die orange Gabel rechts hat das Scheiden des Steak übrigens nicht überlebt.

32mm Iso200 - 1/6 f4,5
Hier zum Schluss noch ein kleiner spontaner Schuss aus der Hüfte, bei Abenddämmerung und komplett ignorierter "keine Verschlusszeit kleiner als die Brennweite" Regel.

Ich war selber erstaunt, als ich das Bild auf dem PC das erste mal sah, ich muss die Kamera wohl zufällig genau um die richte Achse gedreht haben.


Also kommen wir zum Fazit: Man kann günstige analoge EF Objektive bekommen und in vollem Umfang an jeder digitalen Eos Kamera von Canon benutzen, jedoch können die alten meist nicht viel mehr als die aktuellen Kit-Linsen, von denen ich leider keine besitze und deswegen auch nicht gut vergleichen kann.

Kommentare:

  1. Heißt das nicht eher Foodography anstelle von Footography?

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    1. Jap, auf den Gedanken bin ich auch gekommen als ich mal "Footography" auf Tumblr gesucht habe .. verstörend.

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    2. Jap, auf den Gedanken bin ich auch gekommen als ich mal "Footography" auf Tumblr gesucht habe .. verstörend.

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