Posts mit dem Label kurzhub werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kurzhub werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

17. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasstaudüse und Kurzhub, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, Zapfung in Staudüse und durch Antrieb eines Kurzhubkolbens. Verriegelt durch Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes . Eingesetzt beim G42(w) mit anderer Verriegelung.

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasstaudüse

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, das Treibmittel in der Patrone setzt sich durch Verbrennung in Pulvergase um, da diese Pulvergase mehr Raum einnehmen als das ursprüngliche Treibmittel steht es unter einem enormen Druck und verfügt über eine extreme Spannenergie. Der Druck wirkt zu allen Seiten hin, der auf das Heck des Geschosses wirkende Druck treibt das Geschoss durch den Lauf der Waffe. Der nach hinten gerichtete Druck auf den Innenboden der Patronenhülse versucht zwar die Patronenhülse nach hinten zu treiben, diese wird aber vom Verschlusskopf (rot) abgestützt. Dieser wiederum ist über seine Verriegelungswarzen (dunkelrot) mit dem Schildzapfen des Laufes (dunkel petrol) formschlüssig statisch verriegelt. Eine Rückwärtsbewegung der Patronenhülse wird verhindert.

Bild 3: Nachdem das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen hat, tritt es in die Gasstaudüse ein. Die gespannten Pulvergase folgen dem Geschoss und füllen sofort den Gasstauraum aus, sobald es dazu in der Lage ist. Nachdem das Geschoss die Gasstaudüse passiert hat, bildet es für eine kurze Zeit einen annähernden Pfropfen in der Mündung der Staudüse. Auf diese Weise verhindert das Geschoss, dass das Gas aus der Staudüse entweichen kann. Das Gas in der Staudüse beaufschlagt alle ihm zur Verfügung stehenden Flächen. Darunter auch die Stirn des Ringkolbens (grün). Da dieser Kolben (grün) beweglich gelagert ist, wird dieser nach hinten getrieben.

Da der Kolben (grün) gegen den Verschlussträger (lila) abgestützt ist, treibt er diesen nach hinten. Dabei fährt der Verschlussträger (lila) über dem Verschlusskopf (rot) hinweg, zunächst noch, ohne diesen zu bewegen.

Bild 4: Erst, wenn der Steuerbolzen (dunkel rot) am Verschlusskopf (rot) in Kontakt mit dem ansteigenden Teil, der in den Verschlussträger (lila) eingeschnittenen Steuerkurve, kommt, wird der Verschlusskopf (rot) zu einer Rotation gezwungen. Dabei verlassen die beiden Verriegelungswarzen (dunkel rot) ihre Warzentaschen im Schildzapfen (dunkel patrol).

Gleichzeitig verlässt das Geschoss die Gasstaudüse und sorgt so für ein plötzliches Abfallen des Drucks in Lauf und Staudüse. Damit der Druck im Lauf schneller auf ein sichere Niveau sink, sind in den hinteren Teil der Gasstaudüse Gasentlüftungsbohrungen geschnitten, welche dann freigegeben werden, wenn der Ringkolben (grün) seine hinterste Position erreicht hat.

Bild 5: Ist der Lauf entlüftet und kein gefährlich hoher Gasdruck mehr in diesem vorhanden, kann die Patronenhülse gefahrlos aus der Patronenkammer ausgezogen werden. Dies gescheit durch den Verschlusskopf (rot), dessen Steuerbolzen (dunkel rot) das Ende der Steuerkurve im Verschlussträger (lila) erreicht hat und von diesem nach hinten mitgezogen wird. Dies ist möglich, da der Verschlussträger (lila) vom Gaskolben (grün) stark genug angetrieben wurde, dass dessen Bewegungsimpuls ausreicht, um den Rückweg auch ohne weiteren Antrieb durch den Kolben (grün) zu bewältigen. Der Gaskolben (grün) wird nach dem absinken des Gasdrucks in der Gasstaudüse von seiner Rückwohlfeder wieder in Position gebracht, wodurch die Gasstaudüse für den nächsten Schuss wieder verschlossen wird.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Waffenlehre für die Bundeswehr, Heinz Dathan, 1972

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:

waffentechnik.wordpress.com

16. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Rollenverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Antrieb eines Kurzhubkolbens. Verriegelt durch Rollen auf vertikalem Steuerstück. Eingesetzt bei Gerät-08 auch Stg.45 genannt.

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader, Rollenverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in feuerbereiter Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, das Pulver in der Brennkammer der Patronenhülse geht durch Abbrand vom feststofflichen in den gasförmigen Zustand über. Da das Gas einen größeren Raum einnimmt als das Pulver in festen Zustand, herrscht ein enormer Druck in der Patronenhülse. Dieser Druck wirkt zu allen Seiten hin, das schwächste Glied ist dabei das Heck des Geschosses welches dem Druck als erstes nachgibt und sich nach vorne bewegt. Das Geschoss beginnt seinen Weg durch den Lauf. Sobald das Geschoss in den Lauf eintritt ist der Druck in der Lage, die Patronenhülse nach hinten zu treiben, diese wird jedoch vom, Verschlusskopf (rot) abgestützt. Die Rückdruckkraft überträgt sich auf den Verschluss, dieser ist jedoch mit zwei Rollen (grün) gekoppelt, welche in Rollentaschen im Waffengehäuse lagern. Die Rollentaschen sind so geformt, dass die Rollen (grün) aus diesen nach hinten ausrollen könnten. Die Rückdruckkraft überträgt sich so auf die Rollen (grün), welche sich aus den Rollentaschen hinaus in den Verschlusskopf (rot) hinein bewegen möchten. Dies ist den Rollen (grün) jedoch nicht möglich, da das Steuerstück (lila) mit seinen vertikalen Flächen dies verhindert. Die Waffe ist formschlüssig statisch verriegelt. Eine Rückwärtsbewegung der Patronenhülse ist nicht möglich.

Bild 3: Das Geschoss passiert eine Gasentnahmebohrung im Lauf der Waffe, die unter hohem Druck stehenden Pulvergase nutzen dies sofort zur Expansion und strömen in die Gasexpansionskammer des Antriebszylinders. Dort beaufschlagen die Gase die Stirn des Antriebskolbens (blau), welcher unter dem Druck der gase nach hinten getrieben wird. Da sich der Antriebskolben (blau) auf der Stirn des Verschlussträgers (lila) abstützt, wird die Rücklaufkraft auf diesen übertragen und treibt diesen nach hinten.

Bild 4: Bei seinem Weg nach hinten nimmt der Verschlussträger (lila) das Steuerstück mit, dies hat den Effekt, dass die Rollen (grün) nun nicht mehr in ihren Rollentaschen festgehalten werden. Sobald das Steuerstück (lila) so weit nach hinten aus dem Verschlusskopf (rot) herausgezogen wurde, dass die Rollen (grün) von ihm nicht mehr an ihrem Platz gehalten werden, können sich diese in den Verschlusskopf (rot) zurückziehen, worauf dieser frei nach hinten gleiten könnte. Da das Geschoss den Lauf der Waffe zu diesen Zeitpunkt idealerweise bereits verlassen hat, fehlt dem Verschlusskopf (rot) jedoch der nötige Antrieb durch die vom Gas nach hinten getriebene Patronenhülse. Auch dem Antriebskolben (blau) fehlt, nach dem Abgang des Geschosses, der nötige Antrieb.

Bild 5: Da der Verschlussträger (lila) jedoch durch den Antriebskolben (blau) stark genug angestoßen wurde, ist er in der Lage durch seine verbleibende Bewegungsenergie den Rücklauf auch ohne Antrieb vorzusetzen. Dabei greift das Steuerstück (lila) in das Ende des Verschlusskopfes (rot) ein und zieht diesen nach hinten, damit sich der Verschluss vollständig öffnen kann. Der Antriebskolben (blau) wird unterdessen von seiner eigenen Rückhohlfeder in Ausgangsposition gebracht.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Waffenlehre für die Bundeswehr, Heinz Dathan, 1972

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:

waffentechnik.wordpress.com

12. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Antrieb eines Kurzhubkolbens. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Eingesetzt bei SKS und FN FAL mit anderer Verriegelung.

Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss
Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in feuerbereiter Ruhestellung.

Bild 2: Der Schuss bricht, die Treibladung in der Brennkammer der Patrone setzt sich in Treibgase um. Diese Gase stehe unter einem hohen Druck, welcher alle Innenflächen der Brennkammer beaufschlagt. Der Druck, welcher auf das heck des Geschosses einwirkt treibt dieses aus der Patronenhülse heraus. Sobald die Patrone kein geschossenes System mehr darstellt, kann der Druck auf den Seelenbodes der Patronenhülse diese nach hinten treiben. Da jedoch die Patronenhülse vom Verschlusskopf (rot) abgestützt wird, überträgt sich diese Kraft auf diesen. Der Verschluss aber ist durch seine, in den Schildzapfen den Waffen eingreifenden, Verriegelungswarzen (dunkelrot) formschlüssig verriegelt. Eine Rückwärtsbewegung des Verschlusskopfes (rot) ist nicht möglich.

Bild 3: Das Geschoss passiert eine Gasentnahmebohrung im Lauf. Gasdruck kann so vom Lauf in die Gaskammer des Antriebszylinders gelangen. Dort beaufschlagt der Gasdruck den Antriebskolben (grün). Der Antriebskolben (grün) wird nach hinten getrieben und überträgt dabei seine Rückwärtsbewegung auf den Verschlussträger (lila). Bei seinem Rücklauf, überfährt der Verschlussträger (lila) den Verschlusskopf (rot), zunächst ohne diesen zu bewegen.

Bild 4: Beim Rücklauf des Verschlussträgers (lila) läuft ein Steuerbolzen (dunkel rot), welcher mit dem Verschlussträger (rot) verbunden ist, in einer Steuerkurze im Verschlussträger (lila). Erreicht diese ihre ansteigende Zone, wo zwingt der zurücklaufende Verschlussträger (lila) den Steuerbolzen (dunkel rot) zu einer Aufwärtsbewegung, diese Aufwärtsbewegung wird von der Verbindung zwischen Steuerbolzen (dunkel rot) und Verschlussträger (rot) in ein Drehbewebung des Letzteren verwandelt. Bei dieser Drehbewegung des Verschlusses (rot) verlassen die Verriegelungswarzen (dunkel rot) den Schildzapfen des Laufes.

Da das Geschoss den Lauf der Waffe mittlerweile verlassen konnte, hat der Antriebskolben (grün) keinen Kraft mehr, welchen ihn nach hinten treibt und so übernimmt seine eigenen Rückstellfeder und schiebt den Antriebskolben (grün) wieder in seine Ausgangsposition zurück.

Bild 5: Bei seinem indirekten Antrieb über den Antriebskolben (grün), hat der Verschlussträger (lila) jedoch genug Bewegungsenergie aufnehmen können, um sein weiteres Zurücklaufen auch ohne direkte Krafteinwirkung bewerkstelligen zu können. Dabei wird zunächst der Verschlusskopf (rot) weiter gedreht und sobald die Verriegelungswarzen (dunkel rot) komplett aus dem Schildzapfen des Laufen herausgedreht wurden, wird der Verschlusskopf (rot) ohne weitere Drehung gerade nach hinten gezogen, dies geschieht durch den Verschlussträger (lila), da der Steuerbolzen (dunkelrot) das Ende der Steuerkurze im Verschlussträger (lila) erreicht hat.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:

waffentechnik.wordpress.com