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18. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Langhub, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Antrieb eines Langhubkolbens. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Eingesetzt bei AK-47, FN FNC, IMI Galil ARM und weitern.

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Langhub

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, das Treibmittel in der Brennkammer der Patrone setzt sich durch Verbrennung in Treibgase um. Da die Treibgase mehr Raum beanspruchen als das Treibmittel, entsteht ein starker Druck in der Brennkammer der Patrone. Dieser Druck wirkt zu allen Seiten hin. Dem Druck, welcher auf das Heck des Geschosses wirkt, wird jedoch der geringste Widerstand geboten und so wird das Geschoss von den Pulvergasen aus dem Patronenmund in den Lauf der Waffe bewegt. Gleichzeitig beaufschlagt der Druck die Wände der Patronenhülse, welche das relativ weiche Hülsenmaterial nach außen verformen. Begrenzt wird die Bewegung des Hülsenschaftes jedoch vom Patronenlager (dunkel petrol). Der nach hinten gerichtete Gasdruck versucht die Patronenhülse nach hinten aus dem Patronenlager heraus zu schieben, da die Patronenhülse jedoch vom Verschlusskopf (rot) abgestützt wird, überträgt sich die Bewegung auf diesen. Teil des Verschlusskopfes (rot) sind jedoch zwei Verriegelungswarzen (dunkel rot) welche gegen Gegenwarzen im Schildzapfen (dunkel petrol) gestellt sind. Der Verschlusskopf ist auf diese Weise formschlüssig verriegelt, eine Rückwärtsbewegung der Patronenhülse findet nicht statt.

Bild 3: Bei seinem Weg durch den Lauf, passiert das Geschoss eine Gasentnahmebohrung im Lauf. Die Treibgase stehen unter so einem hohen Druck, dass sie sofort durch die Bohrung in eine Gasexpansionskammer strömen. In dieser Kammer beaufschlagen sie alle Seiten, den wenigsten Widerstand bietet die hinterste Seite. Dabei handelt es sich im die Stirn des Antriebskolben (lila), welcher beweglich gelagert ist und nach hinten getrieben wird. Da der Antriebskolben (lila) fest mit dem Verschlussträger (auch lila) verbunden ist, wird auch dieser nach hinten getrieben. Dabei Läuft der Verschlussträger (lila) zunächst über den Verschlusskopf (rot) ohne diesen zu bewegen. Dies wäre auch nicht möglich, da der Verschlusskopf (rot) mit seinen Verschlusswarzen (dunkelrot) immer noch im Schildzapfen (dunkel petrol) verriegelt ist.

Bild 4: Erst wenn der mit dem Verschlusskopf (rot) verbundene Steuerbolzen (dunkel rot) mit der ansteigenden Steuerkurve im Verschlussträger (lila) in Kontakt kommt, wird die Rückwärtsbewegung des Verschlussträgers (lila) in eine Aufwärtsbewegung des Steuerbolzens (dunkel rot) umgewandelt. Diese Bewegung wiederum wird in eine Drehbewegung des Verschlusskopfes (rot) umgewandelt. Bei dieser Drehbewegung verlassen die Verriegelungswarzen (dunkel rot) ihre Warzentaschen im Schildzapfen (dunkel petron), welche bisher eine Rückwärtsbewegung verhindert haben.

Mittlerweile hat das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen, worauf es zu einem schnellen Abfall des Gasdrucks im Lauf gekommen ist. Um auch die Gasexpansionskammer von Gas zu befreien, passiert der Gaskolben (lila) bei seinem Rücklauf, Gasentlüftungsbohrungen welche das Gas aus der Kammer nach außen leiten. Das Gas steht jetzt für den Antrieb des Gaskolbens (lila) nicht mehr zur Verfügung.

Bild 5: Da das Gas im Lauf keine Gefahr mehr darstellt und zudem die Patronenhülsenwände nicht mehr gegen die Innenwände der Patronenkammer gepresst werden, kann die Hülse gefahrlos nach hinten ausgezogen werden. Dies geschieht durch den Verschlusskopf (rot), dieser wurde über seinen Steuerbolzen (dunkel rot) durch die Steuerkurve komplett aus dem Schildzapfen (dunkel petrol) herausgedreht. Nach dem Ende der Drehbewegung, bleibt der Steuerbolzen (dunkel rot) im Ende der Steuerkurve des Verschlussträgers (lila) hängen und wird so von diesem mit nach hinten gezogen. Diese Rückwärtsbewegung kann der Verschlussträger (lila) auch ohne weiteren Gasantrieb bewerkstelligen, da die kinetische Restenergie seiner bewegten Masse dazu in der Lage ist. Da der Gaskolben (lila) mit dem Verschlussträger (auch lila) eine Einheit bilden, wird er die ganze Rückwegstecke mitgenommen.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Waffenlehre für die Bundeswehr, Heinz Dathan, 1972

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:

waffentechnik.wordpress.com

17. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasstaudüse und Kurzhub, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, Zapfung in Staudüse und durch Antrieb eines Kurzhubkolbens. Verriegelt durch Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes . Eingesetzt beim G42(w) mit anderer Verriegelung.

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasstaudüse

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, das Treibmittel in der Patrone setzt sich durch Verbrennung in Pulvergase um, da diese Pulvergase mehr Raum einnehmen als das ursprüngliche Treibmittel steht es unter einem enormen Druck und verfügt über eine extreme Spannenergie. Der Druck wirkt zu allen Seiten hin, der auf das Heck des Geschosses wirkende Druck treibt das Geschoss durch den Lauf der Waffe. Der nach hinten gerichtete Druck auf den Innenboden der Patronenhülse versucht zwar die Patronenhülse nach hinten zu treiben, diese wird aber vom Verschlusskopf (rot) abgestützt. Dieser wiederum ist über seine Verriegelungswarzen (dunkelrot) mit dem Schildzapfen des Laufes (dunkel petrol) formschlüssig statisch verriegelt. Eine Rückwärtsbewegung der Patronenhülse wird verhindert.

Bild 3: Nachdem das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen hat, tritt es in die Gasstaudüse ein. Die gespannten Pulvergase folgen dem Geschoss und füllen sofort den Gasstauraum aus, sobald es dazu in der Lage ist. Nachdem das Geschoss die Gasstaudüse passiert hat, bildet es für eine kurze Zeit einen annähernden Pfropfen in der Mündung der Staudüse. Auf diese Weise verhindert das Geschoss, dass das Gas aus der Staudüse entweichen kann. Das Gas in der Staudüse beaufschlagt alle ihm zur Verfügung stehenden Flächen. Darunter auch die Stirn des Ringkolbens (grün). Da dieser Kolben (grün) beweglich gelagert ist, wird dieser nach hinten getrieben.

Da der Kolben (grün) gegen den Verschlussträger (lila) abgestützt ist, treibt er diesen nach hinten. Dabei fährt der Verschlussträger (lila) über dem Verschlusskopf (rot) hinweg, zunächst noch, ohne diesen zu bewegen.

Bild 4: Erst, wenn der Steuerbolzen (dunkel rot) am Verschlusskopf (rot) in Kontakt mit dem ansteigenden Teil, der in den Verschlussträger (lila) eingeschnittenen Steuerkurve, kommt, wird der Verschlusskopf (rot) zu einer Rotation gezwungen. Dabei verlassen die beiden Verriegelungswarzen (dunkel rot) ihre Warzentaschen im Schildzapfen (dunkel patrol).

Gleichzeitig verlässt das Geschoss die Gasstaudüse und sorgt so für ein plötzliches Abfallen des Drucks in Lauf und Staudüse. Damit der Druck im Lauf schneller auf ein sichere Niveau sink, sind in den hinteren Teil der Gasstaudüse Gasentlüftungsbohrungen geschnitten, welche dann freigegeben werden, wenn der Ringkolben (grün) seine hinterste Position erreicht hat.

Bild 5: Ist der Lauf entlüftet und kein gefährlich hoher Gasdruck mehr in diesem vorhanden, kann die Patronenhülse gefahrlos aus der Patronenkammer ausgezogen werden. Dies gescheit durch den Verschlusskopf (rot), dessen Steuerbolzen (dunkel rot) das Ende der Steuerkurve im Verschlussträger (lila) erreicht hat und von diesem nach hinten mitgezogen wird. Dies ist möglich, da der Verschlussträger (lila) vom Gaskolben (grün) stark genug angetrieben wurde, dass dessen Bewegungsimpuls ausreicht, um den Rückweg auch ohne weiteren Antrieb durch den Kolben (grün) zu bewältigen. Der Gaskolben (grün) wird nach dem absinken des Gasdrucks in der Gasstaudüse von seiner Rückwohlfeder wieder in Position gebracht, wodurch die Gasstaudüse für den nächsten Schuss wieder verschlossen wird.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Waffenlehre für die Bundeswehr, Heinz Dathan, 1972

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

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12. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Antrieb eines Kurzhubkolbens. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Eingesetzt bei SKS und FN FAL mit anderer Verriegelung.

Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss
Indirekter Gasdrucklader mit Kurzhub, Drehkopfverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in feuerbereiter Ruhestellung.

Bild 2: Der Schuss bricht, die Treibladung in der Brennkammer der Patrone setzt sich in Treibgase um. Diese Gase stehe unter einem hohen Druck, welcher alle Innenflächen der Brennkammer beaufschlagt. Der Druck, welcher auf das heck des Geschosses einwirkt treibt dieses aus der Patronenhülse heraus. Sobald die Patrone kein geschossenes System mehr darstellt, kann der Druck auf den Seelenbodes der Patronenhülse diese nach hinten treiben. Da jedoch die Patronenhülse vom Verschlusskopf (rot) abgestützt wird, überträgt sich diese Kraft auf diesen. Der Verschluss aber ist durch seine, in den Schildzapfen den Waffen eingreifenden, Verriegelungswarzen (dunkelrot) formschlüssig verriegelt. Eine Rückwärtsbewegung des Verschlusskopfes (rot) ist nicht möglich.

Bild 3: Das Geschoss passiert eine Gasentnahmebohrung im Lauf. Gasdruck kann so vom Lauf in die Gaskammer des Antriebszylinders gelangen. Dort beaufschlagt der Gasdruck den Antriebskolben (grün). Der Antriebskolben (grün) wird nach hinten getrieben und überträgt dabei seine Rückwärtsbewegung auf den Verschlussträger (lila). Bei seinem Rücklauf, überfährt der Verschlussträger (lila) den Verschlusskopf (rot), zunächst ohne diesen zu bewegen.

Bild 4: Beim Rücklauf des Verschlussträgers (lila) läuft ein Steuerbolzen (dunkel rot), welcher mit dem Verschlussträger (rot) verbunden ist, in einer Steuerkurze im Verschlussträger (lila). Erreicht diese ihre ansteigende Zone, wo zwingt der zurücklaufende Verschlussträger (lila) den Steuerbolzen (dunkel rot) zu einer Aufwärtsbewegung, diese Aufwärtsbewegung wird von der Verbindung zwischen Steuerbolzen (dunkel rot) und Verschlussträger (rot) in ein Drehbewebung des Letzteren verwandelt. Bei dieser Drehbewegung des Verschlusses (rot) verlassen die Verriegelungswarzen (dunkel rot) den Schildzapfen des Laufes.

Da das Geschoss den Lauf der Waffe mittlerweile verlassen konnte, hat der Antriebskolben (grün) keinen Kraft mehr, welchen ihn nach hinten treibt und so übernimmt seine eigenen Rückstellfeder und schiebt den Antriebskolben (grün) wieder in seine Ausgangsposition zurück.

Bild 5: Bei seinem indirekten Antrieb über den Antriebskolben (grün), hat der Verschlussträger (lila) jedoch genug Bewegungsenergie aufnehmen können, um sein weiteres Zurücklaufen auch ohne direkte Krafteinwirkung bewerkstelligen zu können. Dabei wird zunächst der Verschlusskopf (rot) weiter gedreht und sobald die Verriegelungswarzen (dunkel rot) komplett aus dem Schildzapfen des Laufen herausgedreht wurden, wird der Verschlusskopf (rot) ohne weitere Drehung gerade nach hinten gezogen, dies geschieht durch den Verschlussträger (lila), da der Steuerbolzen (dunkelrot) das Ende der Steuerkurze im Verschlussträger (lila) erreicht hat.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

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11. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasrückleitung, Drehkopfverschluss (Scherz)

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Rückleitung auf den Verschlusskopf. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Selbstverständlich in keinem Realstück eingesetzt.

Achtung: Es handelt sich beim System des Gasrückladers um eine Art Schwerz.

Indirekter Gasdrucklader mit Gasrückleitung, Drehkopfverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, die Treibladung in der Patrone wird in Treibgase umgesetzte. Da diese mehr Raum beanspruchen als die Treibladung in feststofflichem Zustand, entsteht ein enormer Druck in der Brennkammer der Patronenhülse. Dieser Druck treibt das Geschoss aus dem Patronenmund heraus. Sobald das Geschoss in den Hülsenmund verlassen hat, ist der Gasdruck in der Lage die Patronenhülse nach hinten zu schieben, da die Hülse vom Verschlusskopf (grün) abgestützt wird, überträgt sich die Energie auf diesen. Der Verschlusskopf ist aber mit seinen Verschlusswarzen (dunkel grün) im Schildzapfen des Laufes (petrol) verriegelt. Eine Bewegung nach hinten kann nicht stattfinden, der Verschluss ist formschlüssig verriegelt.

Sobald das Geschoss den Mund der Patronenhülse verlässt tritt Gas in den Übergangskonus ein und wird von durchgehenden Gasentlastungsrillen, außen an der Patronenhülse vorbei, nach hinten umgespult. Weiter passiert er die Verriegelungswarzen (dunkel grün) und tritt hinten in eine Gasexpansionskammer ein, dessen Wände von Verschlusskopf (grün) und Verschlussträger (lila) und der Patronenkammer (petrol) gebildet werden.

Bild 3: Da sich der Verschlusskopf (grün). aufgrund seiner Verriegelung. nicht nach hinten bewegen kann, wirkt der Gasdruck in dem kleinen Spalt zwischen Verschlussträger (lila) und Patronenlager (petrol). Dabei wird der Verschlussträger (lila) vom Gasdruck nach hinten gezwungen. Bei diesem Weg nach hinten, läuft eine in den Verschlussträger (lila) geschnittene Steuerkurve über den Steuerbolzen (dunkel grün) des Verschlussträgers (grün). Da die Steuerkurve zunächst horizontalen verläuft, bliebt der Verschlussträger (grün) zunächst unbewegt.

Bild 4: Die in den Verschlussträger (lila) geschnittene Steuerkurve wechselt in ihrem Schnitt von einer horizontalen in einem abgeschrägten Verlauf und zwingt so den Steuerbolzen (dunkel grün) zu einer Aufwärtsbewegung. Diese Bewegung wird in einer Rotation des Verschlusskopfes (grün) übersetzt. Diese Rotation sorgt dafür, dass sich die Verrieglungswarzen (dunkel grün) aus dem Schildzapfen des Laufes (Patrol) herausdrehen. Bei ihrer Drehung, versperren die Verriegelungswarzen die Gaszufuhr vom Übergangskonus her. Der Verschlussträger (lila) hat jedoch bereits ausreichend Bewegungsenergie aufnehmen können, um auch ohne Gasantrieb weiter zurück zu laufen.

Bild 5: Sobald die durch den Rücklauf des Verschlussträgers (lila) erzwungene Drehung des Verschlusskopfes (grün) abgeschlossen ist, haben dessen Verriegelungswarzen (dunkel grün) den Schildzapfen des Laufes (petrol) komplett verlassen und der Verschlusskopf (grün) kann ohne Probleme nach hinten ausgezogen werden. Dies gescheit durch den zurücklaufenden Verschlussträger (lila), da der Steuerbolzen (dunkel grün) das Ende der Steuerkurve erreicht hat und in dieser hängen bliebt. Da das Geschoss den Lauf der Waffe bereits verlassen hat, ist die Öffnung des Verschlusses zumindest nicht gefährlicher als zu einem zu vorigen Zeitpunkt.

Quellen:

keine

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10. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gaseinleitung, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Einleitung auf den Verschlussträger. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Eingesetzt bei Armalite AR-15, Colt M16 und Colt M4.

Indirekter Gasdrucklader mit Gaseinleitung, Drehkopfverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, die Treibladung geht vom feststofflichen in den gasförmigen Zustand über. Da die Treibgase mehr Raum in Anspruch nehmen als die Treibladung im noch festen Zustand, entsteht ein enormer Druck. Dieser Druck wirkt zu allen Seiten in etwas gleich stark. Der Druck auf das Heck des Geschosses sorgt dafür, dass diese aus der Patronenhülse herausgetrieben wird. Sobald das Geschoss in der Übergangskonus des Laufes eintritt, ist der Gasdruck in der Lage, die Patronenhülse nach hinten zu treiben. Da diese jedoch vom Verschlusskopf (grün) abgestützt wird, überträgt sich die nach hinten gerichtete Kraft auf diesen. Da der Verschlusskopf (grün) mit einen Verriegelungswarzen (dunkel grün) im Schildzapfen des Laufes (petrol) verriegelt ist, kann keine Rückwärtsbewegung unter dem Einfluss der direkten Gasdruckkräfte stattfinden. Der Verschluss ist formschlüssig verriegelt.

Wenn das Geschoss die Gasentnahmebohrung im Lauf passiert, kann Gasdruck in das Gasröhrchen (grau) strömen, dieses Röhrchen spult den Gasdruck um und leitet diesen nach hinten zum Verschlussträger (lila). Dort wird er in eine Kammer zwischen Verschlussträger (lila) und Verschlusskopf (grün) eingeleitet.

Bild 3: Der Gasdruck in der aus Verschlussträger (lila) und Verschlusskopf (grün) gebildeten Gaskammer treibt beide aus einander. Dabei dieser pneumatischen Anordnung bildet der Träger (lila) den Zylinder und der Kopf (grün) den Kolben. Da sich der Verschlussträger (grün) nicht weiter nach vorne bewegen kann, stößt sich der Verschlussträger (lila) von diesem ab. Dabei gleitet ein Steuerbolzen (dunkel grün) in einer Steuerkurve des Verschlussträgers (lila), jedoch zu nächst noch ohne eine Bewegung des Verschlussträgers zu erzwingen (grün).

Bild 4: Nachdem der Verschlussträger eine kleine Strecke nach hinten gelaufen ist, bekommt der Steuerbolzen (dunkel grün), welcher mit dem Verschlusskopf (grün) verbunden ist, Kontakt mit der ansteigenden Steuerkurve des Verschlussträgers (lila). Dieser Kontakt zwingt den Steuerbolzen (dunkel grün) zu einer Aufwärtsbewegung. Diese Bewegung wiederum wird in eine Drehung des Verschlusskopfes (grün) übersetzt. Bei dieser Drehung, werden die Verschlusswarzen des Verschlusskopfes (grün) aus dem Schildzapfen des Laufes (Petrol) herausgedreht. Dieser Vorgang dauert lange genug, um dem Geschoss die nötige Zeit zu geben, den Lauf zu verlassen.

Bild 5: Sobald das Geschoss den Lauf der Waffe verlässt, kommt es in diesem zu einem abrupten Abfall des Gasdrucks. Dadurch kann nun die Patronenhülse gefahrlos aus dem Patronenlager der Waffe ausgezogen werden. Bei diesem System gibt es je doch die Besonderheit, dass sich Gas recht lange in der Gaskammer zwischen Verschlusskopf (grün) und Verschlussträger (lila) halten kann. Aus diesem Grund muss eine Gasentlüftung vorgenommen werden, dies gescheit, indem der Verschlusskopf (grün) bei seinem nach vorne Gleiten im Verschlussträger (lila) eine Entlüftungsbohrung frei gibt, aus welcher das Gas der Gaskammer entwichen kann. Auch ohne das Gas in der Gaskammer, gleitet der Verschlussträger (lila) weiter nach hinten, da er bereits genug Bewegungsenergie aufnehmen konnte.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

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waffentechnik.wordpress.com

8. Mai 2022

Waffenfunktion: Indirekter Gasdrucklader mit Gasaufleitung, Drehkopfverschluss

Funktionsbeschreibung eines Feuerwaffenverschlusssystems. Angetrieben durch indirekt wirkenden Gasdruck, durch Aufleitung auf den Verschlussträger. Verriegelt durch Drehung des Verschlusskopfes. Eingesetzt bei Ljungman m/42 und MAS-49/53 mit anderer Verriegelung.

Indirekter Gasdrucklader mit Gasaufleitung, Drehkopfverschluss
Indirekter Gasdrucklader mit Gasaufleitung, Drehkopfverschluss

Bild 1: Die Waffe ist geladen und befindet sich in Ruheposition.

Bild 2: Der Schuss bricht, das Treibladungspulver in der Patronenhülse setzt sich in Pulvergase um. Der Druck dieser Gase wirkt zu allen Seiten hin, der Druck welcher auf das Heck des Geschosses wirkt, treibt dieses aus dem Hülsenmund heraus. Sobald das Geschoss im Lauf in den Übergangskonus eintritt und die Hülse kein Geschlossenes System mehr darstellt, ist der Druck in der Lage, die Patronenhülse nach hinten zu treiben. Da diese vom Verschlusskopf (rot) abgestützt wird, überträgt sich die Kraft von der Patronenhülse auf den Verschluss. Dieser ist jedoch durch seine Verriegelungswarzen (dunkel rot) so im Schildzapfen des Laufes verriegelt, dass eine Rückwärtsbewegung nicht möglich ist. Der Verschluss ist Kraftschlüssig verriegelt.

Wenn das Geschoss die Gasentnahmebohrung im Lauf passiert, können Pulvergase aus dem Lauf in das Gasröhrchen (hell grau) gelangen. Dieses Röhrchen leitet den Gasdruck zurück zum Verschlussträger (lila) und wirkt dort auf dessen Stirnfläche.

Bild 3: Durch den Druck auf seine Wirkfläche, wird der Verschlussträger (lila) nach hinten gedrückt. Dabei gleitet er über den Verschlusskopf hinweg, zunächst ohne diesen zu bewegen.

Bild 4: Im Verschlussträger (lila) befindet sich eine Steuerkurve in welchem der Steuerbolzen (dunkel rot) des Verschlusskopfes läuft. Sobald der Verschlussträger (lila) eine bestimmte Strecke zurückgelaufen ist, kommt der Steuerbolzen (dunkel rot) der Verschlussträgers (rot) mit der Steuerkurve in Kontakt. Diese Kurve zwingt den Steuerbolzen (dunkel rot) zu einer Aufwärtsbewegung. Diese Aufwärtsbewegung wird durch die Verbindung zwischen Steuerbolzen (dunkel rot) und Verschlusskopf (rot), in eine Drehbewegung des letzteren verwandelt. Bei dieser Drehbewegung, werden gleichzeitig die Verriegelungswarzen (dunkel rot) des Verschlusses (rot) aus dem Schildzapfen des Laufes (dunkel petrol) heraus gedreht. Das Ganze dauert so lange, dass das Geschoss mittlerweile den Lauf der Waffe verlassen hat.

Bild 5: Sobald das Geschoss den Lauf der Waffe verlassen hat, kommt es im Lauf zu einem rapiden Abfall des Gasdruckts. Dies ermöglicht zum einen das gefahrlose Ausziehen der Patronenhülse, zum anderen steht der Waffe jedoch kein Antrieb mehr zur Verfügung. Der Verschlussträger (lila) hat jedoch genug Bewegungsenergie aufnehmen können, um seinen Rücklauf zu Ende zu führen. Dabei schleppt er den Verschlusskopf (rot) mit, da der Steuerbolzen (dunkel rot) im Ende der Steuerkurve hängen bleibt. Es erfolgt ein Zwangsauszug der Patronenhülse.

Quellen:

Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen, Karel Krnka, 1902

Die Handfeuerwaffen Ihre Entwicklung und Technik, Robert Weisz, 1912

Innere Ballistik. Die Bewegung des Geschosses durch das Rohr, C. Cranz, 1926

Handfeuerwaffen, Systematischer Überblick, Jaroslav Lugs, 1956

Rheinmetall Waffentechnisches Taschenbuch, Dr. R. Germershausen, 1977

Waffenlehre - Grundlage der Systemlehre, Wolfgang Pietzner, 1998

Verschlusssysteme von Feuerwaffen, Peter Dannecker, 2016

Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik, Thomas Enke, 2021

Hatcher's Notebook, A Standard Reference Book, Julian S. Hatcher, 1948

The Machine Gun Analysis of Automatic Firing Mechanism, Georg M. Chinn ,1955

Engineering Design Handbook Automatic Weapons, USA Materiel Command, 1970

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung von:

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